Dienstag, 13. Juni 2017

Sonne am 12. und 13.6.2017

Der Juni ist offenbar ein Monat, in dem man nur kleine Wolkenlücken für die Beobachtung nutzen kann, denn nur durch zwei davon kam ich gestern und heute zu Beobachtungsergebnissen. An beiden Tagen war das Seeing dafür zum Glück mal ganz ordentlich.

Nachdem gestern die Sonne noch fleckenfrei war, tauchte in den letzten Stunden am Ostrand ein einpoliger Fleck mit Penumbra auf, den ich als J1 klassifizierte. Er ist von einem kleinen Fackelfeld umgeben und bereits gestern konnte man mit größeren Teleskopen wohl am Westrand einen kleinen einpoligen Fleck ohne Penumbra sehen. Mir war das mit meinem kleinen 80/400er-Refraktor nicht gelungen. Die Fleckengruppe ist just dort entstanden, wo ich es vor zwei Tagen schon vorhergesagt hatte: in einer Region, die im H-alpha-Licht eine »Flatschen«-Protuberanz und ein helles Flaregebiet zeigte.

Während im Weißlicht die Aktivität durch einen einzelnen Fleck wieder angestiegen ist – einpolige Flecken mit Penumbra gelten als sehr stabil, weshalb der Fleck vielleicht ein paar Tage länger gesehen werden kann, als der Vorgänger – kletterte die Aktivität im H-alpha-Licht auf neue Höhen. Am Westrand war bereits gestern eine große Büschelprotuberanz zu beobachten. Heute stand an dieser Stelle ein regelrechter Protuberanzen-Komplex mit wirrer Struktur und nachdem ich gestern nur 4 Exemplare am Rand erkannte, waren es heute schon 9.

Auf der Oberfläche zeigten sich gestern 5 und heute 11 (!) Filamente, die wild verteilt waren sowie 2 Flaregebiete an beiden Tagen. Das jüngste Tief ist damit durchschritten und man darf hoffen, das am Ostrand sich in den kommenden Tagen weitere Flecken zeigen werden, welcher Waldmeierklasse sie angehören und ob es überhaupt einen Fleck zu sehen geben wird, das muss man – wie immer – abwarten.

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