Montag, 29. Mai 2017

Die Sonne vom 27.-29.5.2017

Drei Tage sind seit dem letzten Blogbeitrag vergangen, doch viel hat sich seit dem nicht viel getan. Nur eines: nach dem ich aus Astrourlaub in der Eifel zurückkam, musste ich wieder mal feststellen, wie katastrophal schlecht mein Hamburger Standort ist. Dort gutes Seeing und eine Horizontsicht in allen Richtungen, bei mir: mieses Seeing und überall Hindernisse in Form von Häusern und Bäumen und eine extrem eingeschränkte Sicht.

Im Weißlicht hatte sich auf der Sonne praktisch nichts getan. Die AR 12659 ist seelenruhig mit der Rotation über die Sonne gewandert und hielt bis heute die Waldmeierklasse D. Aufgrund des heutigen, sehr randnahen Blickwinkels konnte ich sie nur als C6 wahrnehmen.

Ähnliches gibt es aus dem H-alpha-Licht zu berichten. Am 26. waren ja vermehrt Protuberanzen und ein paar Filamente am Ostrand aufgetaucht und ließen die Hoffnung aufkeimen, dass sich hier eine neue Fleckengruppe bildete. Das war leider nicht der Fall, zwar wanderten einige interessante Filamente herein und es gab auch zwei sehr aktive Flaregebiete, die aber nur wenig »brachten«. Aus der AR 12659 stieg am 27. um 18:30 UT ein B9.2-Flare auf. Immerhin kam es noch zu zwei weiteren Ereignissen, nämlich einen C3/Sf-Flare am 28. um 19:28 UT und ein C1/Sf am 28. um 23:13 UT am 23. um 5:24 UT und am 27. um 15:00 UT, beide aus der AR 12659. Zuvor hatte sich dort am 27. um 18:30 UT ein B9.2 ereignet.

Verantwortlich für den kräftigsten geomagnetischen Sturm der vergangenen Tage war übrigens ein erdwärts gerichteter koronaler Massenauswürfe ohne direkten Bezug auf eine Fleckengruppe, der am 23. um 5:24 UT registriert worden war und am 27. im Erdmagnetfeld eintraf. In der Nacht zum 28. waren (horizontnahe fotografische) Polarlichter, die bis hinein in den Oldenburger Raum und nach Halberstadt zu sehen waren.

Die NOAA hatte zwischenzeitlich bei einem Gebiet die Nummer 12660 vergeben, es bildete sich jedoch keine Fleckengruppe im Weißlicht. Und so hatte die Zahl der Erscheinungen im H-alpha-Licht auch schon wieder abgenommen. Heute waren nur noch 6 Protuberanzen, 7 Filamente und 2 Flaregebiete zu sehen. Das größte war übrigens ein langgestrecktes Filament auf der Osthälfte der Sonne, das bei meinem schlechten Seeing aber nur schwer zu erkennen war. Möglicherweise stehen nun wieder ein paar fleckenfreie Tage ins Haus, weil weit und breit kein richtiges Aktivitätsgebiet auf der Sonne zu sehen ist.

Freitag, 26. Mai 2017

Sonne am 26.5.2017

Nach einer durchgemachten Astronacht unter bestem Eifelhimmel (SQM-L = 21,4) war der Vormittag wieder sehr sonnig und so konnte ich in Neroth den Tag wieder mit einer Sonnenbeobachtung beginnen. Das Seeing war allerdings eher mittelprächtig, aber gerade noch gut.

Im Weißlicht war die AR 12659 mit der Rotation ein Stück weiter nach Westen gewandert und eine D10, nun wieder mit ein paarl Flecken außerhalb der drei Penumbren. In dieser Richtung waren denn auch die beiden einzigen Fackelfelder zu finden.

Im völligen Gegensatz dazu der Anblick im H-alpha-Licht: am West- und mehr noch am Ostrand standen 10 Protuberanzen unterschiedlichster Formen, inkl. einem über der Oberfläche schwebendem Teil. Die Oberfläche glänzte mit 5 (!) verschieden hell leuchtenden Flaregebieten – das hellste im Nordwesten – und 12 zumeist sehr kleinen, punktförmigen Filamenten. 

Etliche von ihnen tummelten sich am Ostrand, wo anscheinend ein größeres Aktivitätsgebiet hereinrotiert – die dreidimensional wirkenden und über den Rand hinausgreifenden Exemplare waren selbst im PST eindrucksvoll zu sehen – und wo im Weißlicht nicht einmal Fackelfelder zu sehen waren. Die Augen und Hoffnungen der Sonnenbeobachter konzentrieren sich in Erwartung einer gesteigerten Fleckentätigkeit derzeit auf den Ostrand, können aber auch sehr schnell enttäuscht werden, wenn dort wieder nichts Neues auftaucht. Man darf gespannt bleiben, wie es weitergeht.

Donnerstag, 25. Mai 2017

Sonne am 25.5.2017

Der Morgen war sonniger als angekündigt und so konnte ich – dieses Mal nach dem Duschen – gleich mit der Beobachtung loslegen. Ganz verschwunden waren die Wolken freilich noch nicht, doch die Sicht und das Seeing reichten für eine weitgehend störungsfreie Beobachtung aus.

Im Weißlicht hatte sich die einzige Fleckengruppe, die AR 12659, zu einer D8 weiterentwickelt, dabei steckten nun alle Flecken in den drei Penumbren drin, während es außerhalb davon keine zu sehen gab. Zwar konnte ich darüber hinaus noch drei Fackelfelder sehen, das war es dann aber auch schon mit dem Weißlicht.

Viel spannender dagegen war die Aktivität im H-alpha-Licht, vor allem am Ostrand, wo gerade ein größeres Aktivitätsgebiet herumzukommen schien. Gleich zwei breite Büschelprotuberanzen und ein paar kleinere Spitzen standen hier, während das gestern noch sehr eindrucksvolle Geflecht mit der Sonnenrotation am Westrand verschwunden war. Nur einige kleine Spitzen schauten hier über den Rand, während das Aktivitätsgebiet im Südwesten noch vorhanden war und daneben ein weiteres entstanden war. Am Ende kam ich hier auf 12 Protuberanzen.

Auf der Oberfläche war die Aktivität dagegen eher gering. Die Osthälfte der Sonne war nahezu erscheinungsfrei, auf der westlichen konnten 4 Flaregebiete ausgemacht werden – eines davon sehr hell und aktiv – und außerdem gab es nur 6 kleine, oft nur stummelige, Filamente zu sehen.Lediglich ganz im Nordwesten war ein Filament etwas flächiger. Vor allem die Aktivität am Ostrand nährt die Hoffnung, dass in den kommenden Tagen hier was größeres in das Blickfeld zur Erde hereinrotiert und dass dann auch für das Weißlicht etwas zählbares dabei herauskommt. In ein paar Tagen, vielleicht aber auch schon morgen, wissen wir mehr!

Mittwoch, 24. Mai 2017

Sonne am 24.5.2017

Der Tag begann weniger sonnig, als die vorangegangenen. Zunächst schien die Sonne früh in mein Zimmer und ich dachte, noch ein wenig zu warten, bis sie etwas höher stand, um dann zu beobachten, kurz darauf war der Himmel zu, um kurz nach 9 Uhr die Sicht auf die Sonne wieder freizugeben.Noch vor dem Duschen ging es nach draußen, um die vermeintlich kurze Wolkenlücke auszunutzen. Das Seeing war ganz ordentlich, wenn auch nicht gut, und letzte Wolken störten nur zu Anfang die Beobachtung.

Im Weißlicht gab es eine Überraschung: von den vier gestern noch zu sehenden Fleckengruppen war nur noch eine übrig geblieben, die AR 12659, die heute eine C11 war. Auch längeres Suchen brachte keinen Erfolg, gleich drei Gruppen hatten sich binnen eines Tages aufgelöst, nicht ungewöhnlich für die Vorminimumsphase.

Stattdessen tobte im H-alpha-Licht das Leben. Im Nordosten war von dem bereits gestern erwähnten Geflecht immer noch etwas zu sehen, Bögen, ein Tannenbaum und reichlich Verwirbelungen. Die beiden Protuberanzen im Südwesten waren auch noch vorhanden und hatte sich nur wenig verändert. Genau auf der gegenüberliegenden Seite am Ostrand rotierten allerdings neue und ebenso imposante Materiebögen herein, die sehr einem Viadukt und einer undefinierbaren Büschelform glichen. Insgesamt 11 Protuberanzen konnte ich am Sonnenrand zählen.

Auf der Oberfläche sprangen mir 3 helle Flaregebiete förmlich ins Auge, während ich nach Filamenten intensiv suchen musste. Insgesamt fand ich davon nur 6 Stück. Weite Bereiche der Sonnenoberfläche waren weiter erscheinungsfrei, vor allem auf der Osthälfte.

Dass im Weißlicht die Aktivität runtergeht, während sie im H-alpha-Licht zunimmt, liegt vorwiegend an den immer schwächer werdenden lokalen Magnetfeldern. Ein Vergleich mit aktuellen Magnetogrammen zeigt deutlich die immer einfacher werdende Struktur der Magnetfeldlinien, was gleichbedeutend mit abnehmender Aktivität ist. Die Sonne schafft es, vereinfacht gesagt, nicht mehr, zu jedem Aktivitätsgebiet eine im Weißlicht sichtbare Fleckengruppe zu erzeugen. Ein völlig normales Verhalten etwa 2 Jahre vor dem Minimum.

Dienstag, 23. Mai 2017

Sonne am 23.5.2017

Nachdem die auch die letzte astronomisch nicht nutzbar war, weil gegen Abend erst Schleier- und dann dicke Wolken aus Richtung Frankreich hereingezogen kamen, begann der Tag wieder sehr sonnig, bei doch ganz gutem Seeing.

Im Weißlicht war die Aktivität wieder in der Rückwärtsbewegung: Zwar waren alle vier Gruppen vorhanden, die man schon gestern sehen konnte, doch sie hatten sich fast alle zurück entwickelt. Die AR 12859 war wieder nur eine J1, die AR 12656 auf die Stufe A mit einem Fleck herabgefallen. Die dicht beieinander stehenden Aktiven Regionen 12658 und 12660 waren heute nur noch B-Gruppen ohne Penumbren, mit 5 bzw. 7 Flecken.

Weitaus spannender war es im H-alpha-Licht. Als erstes fiel mir ein dichtes Protuberanzen-Geflecht im Nordwesten auf, das eine ziemlich verwirbelte Struktur besaß, wo einzelne Bänder, schwebende Teile, Bögen- und Torbögen ineinander überzugehen schienen. Da wird sich wohl in den kommenden Stunden noch ordentlich was entwickeln. Im Südwesten standen zwei kleinere Protuberanzen, am Ostrand gab es dagegen lediglich ein paar kleine Spitzen, die gerade so eben hervorlugten. Insgesamt kam ich auf 9 Protuberanzen.

Auf der Oberfläche war hingegen das große Doppelfilament verschwunden, dafür gab es nur noch 6 kleine Exemplare und 3 Flaregebiete. Global gesehen hat sich die H-alpha-Aktivität derzeit auf die Westhälfte der Sonne verlagert, die Osthälfte ist nahezu erscheinungsfrei!

Montag, 22. Mai 2017

Sonne am 21. und 22.5.2017

Am Tage des Beginns meiner Urlaubsreise nach Daun – zum zweiten Mal binnen 2 Monaten – konnte ich vor der Abfahrt auf dem Dachboden noch bei blauem Himmel und miesem Seeing beobachten.

Im Weißlicht waren zu diesem Zeitpunkt mit der AR 12656 und der AR 12658 nur zwei J1-Gruppen zu sehen, verteilt auf die Nord- und Südhalbkugel der Sonne. Während der knapp fünfstündigen Fahrt in den Süden bildete sich auf der Sonne aber noch eine weitere Gruppe, eine D4 hinter der AR 12656.

In Daun angekommen, hatte ich zwar mit ziemlicher Bewölkung zu kämpfen und auch das Seeing war eher schlecht, doch die neue Gruppe war dennoch gut zu sehen. Am heutigen Morgen dann die Überraschung: die AR 12659 – so die NOAA-Nummer der neuen Gruppe – war nur noch eine C3 und dahinter war eine B7-Gruppe entstanden.

Im H-alpha-Licht waren an beiden Tagen kaum große Protuberanzen zu sehen – gestern 4 und heute 6, wobei im Nordwesten heute ein größerer Torbogen zu sehen war -, während es auf der Oberfläche 4 bzw. 2 Flaregebiete und 7 bzw. 8 Filamente zu beobachten waren. Hier war besonders ein längliches Filament nahe des Sonnenmeridians interessant, in dessen Verlängerung jetzt ein weiteres entstanden ist.

Sollte eines der beiden Filamente eruptieren, wäre es die ideale Position, um in den kommenden Tagen Polarlichter zu erzeugen, die bei Mitternachtsdämmerung allerdings längst nicht so eindrucksvoll sind, wie in der dunklen Jahreszeit. Jedenfalls scheint es derzeit wieder einen kleinen Aktivitätsschub zu geben und man darf gespannt sein, wie lange er andauert und wie intensiv er noch ausfallen wird.

Samstag, 20. Mai 2017

Sonne am 20.5.2017

Unzuänglichkeiten beim Wetter hatten mir gestern den nächsten Ausfalltag eingebracht – der Himmel war solange klar, bis ich mit der Beobachtung beginnen wollte, dann zog es zu. Bis zum Abend – da gab es heftige Gewitter – war die Sonne auch nicht mehr zu sehen. Anders heute morgen. Da begann der Himmel kurz nach 8 Uhr aufzureißen und ich konnte auf dem Dachboden mit der Beobachtung und einem zeitweise recht guten Seeing geninnen.

Im Weißlicht gab es nur zwei Fleckengruppen: die AR 12656 im Norden als J1 und die AR 12658 als C3 im Süden. Hier konnte ich hinter der Penumbra mehr oder weniger deutlich noch kleine Flecken sehen.

Das H-alpha-Licht zeigte mir 7 Protuberanzen, von denen lediglich 3 größer ausfielen und der Rest als kleine Spitzen über den Rand lugten. Auf der Oberfläche sah ich dann 3 schwach leuchtende Flaregebiete und 6 Filamente. Das größte war das mit den Flügeln von vor zwei Tagen, das aufgrund der Sonnenrotation jetzt ein Stück weiter in Richtung Sonnenmeridian gewandert ist.

Donnerstag, 18. Mai 2017

Sonne am 18.5.2017

Kurz vor meiner Abreise zum heutigen Betriebsausflug hatte ich noch die Gelegenheit, auf dem Dachboden zu beobachten. Der Himmel war leicht syphig, aber das Seeing leicht unterdurchschnittlich.

Im Weißlicht war die neue AR 12956 aufgrund des Seeings eher schlecht zu sehen. Zeitweise konnte ich dahinter noch einen kleinen Fleck sehen, sodass ich die Gruppe als C2 klassifizierte. Eine weitere Gruppen konnte ich – zunächst – nicht finden. Die gelang mir erst später, sozusagen in der letzten Wolkenlücke des Tages. Da konnte ich die exakt südlich der AR 12956 stehende J1 finden, nachdem ich sie am Morgen noch übersehen hatte und die wohl die NOAA-Nummer 12957 erhalten wird. Dazu kamen noch 3 Fackelfelder.

Dass es mit der Sonnenaktivität wieder leicht bergauf geht, sieht man dieser Tage besonders im H-alpha-Licht. Gleich 10 Protuberanzen spürte ich am Sonnenrand auf, die meisten davon am Ostrand. Auf der Oberfläche gab es 4 helle Flaregebiete und 4 Filamente, das größte am Ostrand in Form eines gespreizten Flügels. Die Phase der fast völligen Inaktivität dürfte damit erst einmal wieder vorbei sein.

Mittwoch, 17. Mai 2017

Sonne vom 13.-17.5.2017

Dass es seit dem 12. Mai keinen Blogbeitrag mehr gab, lag auch an der in dieser Zeit äußerst geringen Sonnenaktivität in dieser Zeit. Das Wetter spielte bis auf den 16. Mai – da war wegen Wolken und Regen keine Beobachtung möglich – meistens mit, das Seeing war aber an allen Tagen durchweg eher mittelmäßig. Selbst nach der Rückkehr von der ATT konnte ich abends noch die Sonne beobachten, doch diese blieb bis zum erwähnten 16. fleckenfrei. Das änderte sich mit dem heutigen Tag, als ich endlich mal wieder einen deutlich wahrnehmbaren Fleck erwischte, einen Einzelfleck mit Penumbra. Ich klassifizierte ihn als J1. Im näheren Umfeld registrierte ich gleich vier verschiedene Fackelfelder.

Im H-alpha-Licht verlief die Aktivität ähnlich: die Zahl der Penumbren lag durchweg bei 3 bis 4, die der Flaregebiete bis auf den 13. bei 0. Heute, nach einem Ausfalltag, hatte sich das Bild leicht verändert. Es gab 6 Protuberanzen, 5 Filamente und 3 Flaregebiete.

Man darf hoffen, dass wenigstens dieser kleine Fleck mal ein wenig länger existiert und sich nicht nach ein paar Tagen gleich wieder auflöst.

Freitag, 12. Mai 2017

Sonne am 11. und 12.5.2017

Binnen zweier Tage hatte sich an der Sonnenaktivität nicht viel geändert, aber auch die irdischen Beobachtungsbedingungen waren fast identisch, es gab nur wenige Wolkenlücken zur Beobachtungszeit … und an beiden Tagen war das Seeing schlecht.

Im Weißlicht zeigten sich weder Flecken noch Fackeln. Allerdings hatten zwei mir bekannte Beobachter an beiden Tagen für kurze Zeit mal einen A1-Fleck gesehen, anscheinend gibt es eine Gruppe, die, je nach Seeing, mal gesehen wird und mal nicht, unabhängig von der verwendeten Instrumentengröße.

Die Aktivität im H-alpha-Licht war konstant sehr gering. Es gab am 11. nur 4 Protuberanzen, 2 Filamente und kein Flaregebiet, am 12. waren es auch nur 4 Protuberanzen, nun aber 5 Filamente und immer noch kein neues Flaregebiet.

Insgesamt war die Aktivität also sehr gering und man darf immer noch gespannt sein, wie lange diese Phase nun anhält. Wenn allerdings schon im H-alpha nichts zu sehen ist, braucht man im Weißlicht nicht mit großen Aktivitätsgebieten rechnen.

Mittwoch, 10. Mai 2017

Sonne am 10.5.2017

Mit einer Beobachtung hatte ich heute nicht mehr gerechnet. Den ganzen Tag über war der Himmel dicht bewölkt, doch am Abend riss dieser auf, doch der Himmel war sehr syphig. Es gab aber auch wieder jene Momente, in denen eine sinnvolle Betrachtung unseres Tagesgestirns möglich war.

Im Weißlicht gab es keine sichtbare Aktivität mehr: keine Flecken und keine Fackelfelder.

Im H-alpha-Licht war die Aktivität gegenüber gestern noch geringer geworden: nur noch 4 kleine Protuberanzen am Rand, 2 sehr unauffällige Filamente und ein schwaches Flaregebiet. Die Sonne ist nun wirklich in die nächste inaktive Phase eingetreten und man darf gespannt sein, wie lange dieser neuerliche Aktivitätseinbruch andauert. 

Dienstag, 9. Mai 2017

Sonne am 9.5.2017

Es war wieder so ein typisches »Rentnerwetter«: am Vormittag sonnig und nachmittags dicke Wolken. Ich rechnete schon nicht mehr wirklich mit einer Beobachtung, doch dann kamen ein paar Wolkenlücken und bescherten mir doch noch einen Blick auf die Sonne, natürlich bei schlechtem Seeing, was auch sonst.

Im Weißlicht war außer 2 Fackelfeldern nicht zu sehen und selbst der Ostrand zeigte außer seeingbedingten Wellen keine auffällige, dunkle Einbuchtung, die auf einen neuen, größeren Fleck hindeutete. Die Sonne war also wieder einmal fleckenfrei.

Wenig Aktivität zeigte sich auch im H-alpha-Licht: 5 kleine Protuberanzen am Rand – der große Bogen im Osten war schon reichlich zerfasert und hob sich kaum vom Hintergrund ab -, 4 kaum wahrnehmbare Filamente und ein schwaches Flaregebiet. Die Sonne scheint wirklich in die nächste ruhige Phase einzutreten, denn am Ostrand zeigte sich weder ein Flaregebiet noch ein Filament!

Montag, 8. Mai 2017

Sonne am 8.5.2017

So gerade eben konnte ich heute noch die letzten Wolkenlücken für eine Beobachtung nutzen, bevor wieder Wolken die Sicht behinderten. Entsprechend schlecht war das Seeing.

Im Weißlicht war mit der AR 12654 nur noch ein kleiner Fleck – in einem Fackelfeld direkt am westlichen Sonnenrand – zu sehen, die AR 12655 hatte sich offenbar aufgelöst und war nicht mehr zu finden. Dennoch sollte man in den nächsten Tagen mal den nördlichen Ostrand im Auge behalten, denn im H-alpha-Licht war dort eine schöne Bogenprotuberanz zu sehen.

Insgesamt war die Aktivität auch im H-alpha eher gering: am Rand gab es 6 Protuberanzen – zwei kleine Bögen am Ostrand, je einer im Norden und einer im Süden -, 3 kleine Filamente und 1 Flaregebiet. Sollte mit den Protuberanzen kein neues Fleckengebilde mit über den Ostrand rotieren, dürften wir uns wohl wieder auf ein paar fleckenfreie Tage einrichten ...

Sonntag, 7. Mai 2017

Sonne am 7.5.2017

Das Wetter war schon irgendwie merkwürdig: Kurz vor 8 Uhr MESZ gab es eine Mischung aus Wolken, Hochnebel und Syph, doch keine 10 Minuten später war in Richtung Osten die ganze Bewölkung weg, was ich natürlich für eine Beobachtung auf dem Dachboden ausnutzte. Das Seeing war ganz ordentlich und wurde zwischenzeitlich für einige Augenblicke sogar deutlich besser.

Wenig hatte sich in den letzten Stunden im Weißlicht getan. Die AR 12654 war weiter eine J1-Gruppe und die AR 12655 hatte ihren kompletten f-Teil verloren und bestand nur noch aus einem Einzelfleck, einer A1. Das einzig spannende waren die auf 3 angestiegene Zahl der Fackelfelder am Ostrand.

Im H-alpha-Licht hingegen hatte die Aktivität weiter abgenommen. Am Ostrand entdeckte ich nur noch 4 Protuberanzen: zwei größere und zwei kleine. Zusammen mit den photosphärischen Fackeln könnte man annehmen, dass demnächst wieder mal ein Aktivitätsgebiet um den Ostrand herum wandert. Auf der Oberfläche war kaum noch etwas zu sehen. Neben zwei Flaregebieten an den Positionen der AR 12654 und der 12655 kam ich auf 5 winzige Stummelfilamente, ansonsten war sie wieder weitgehend erscheinungsfrei.

Samstag, 6. Mai 2017

Sonne am 6.5.2017

Wieder galt es, zwei Ausfalltage zu überstehen, in denen sich aber nicht soviel auf der Sonne verändert hat. Das Seeing war – wie in der letzten Zeit leider sehr oft festzuhalten – nur mittelprächtig. Nach dem ersten Versuch kurz nach 17 Uhr MESZ (15:00 UT), bei dem ich schon mal im Weißlicht beobachten konnte, musste ich fast zwei Stunden auf die nächste größere Wolkenlücke warten, bei der der Himmel weitgehend aufriss und wohl auch noch ein paar Stunden anhalten wird.

Im Weißlicht war die AR 12654 nur noch ein J1-Gruppe, sie hatte den f-Teil komplett verloren. Inzwischen hatte sich die AR 12655 neu gebildet, war aber auch nur eine B5. Am Ostrand waren zudem zwei relativ unauffällige Fackelfelder zu sehen.

Im H-alpha-Licht war die Aktivität ebenfalls sehr gering. Am Rande konnte ich 6 kleine Protuberanzen ausmachen: am Westrand einen längeren gebogenen Strich, am Ostrand nur schwer definierbare Formen. Einige lugten auf wieder nur mit einer kleinen Spitze über den Rand. Die Oberfläche bot auch wenig Aufregendes: zwei Flaregebiete an den Positionen der AR 12654 und 12655 und 6 stummelartige Filamente. Während der H-alpha-Beobachtung wurde das Seeing leicht besser und die wenigen Oberflächendetails waren gestochen scharf auszumachen.

Mittwoch, 3. Mai 2017

Sonne am 3.5.2017

Die heutige Beobachtung war – gelinde gesagt – schwierig. Der Himmel war stark syphig mit Wolken und zeitweie war im Okular nicht mal ein klare definierbarer Sonnenrand zu sehen. Es gab aber auch andere Abschnitte und durch die konnte ich dann quasi durch die »Milchsuppe« am Himmel hindurchschauen.

Im Weißlicht war mit der AR 12654 in den letzten Tagen eine neue (D-)Gruppe auf der erdzugewandten Seite der Sonne entstanden, während die AR 12653 am Westrand verschwunden war. Dort war denn auch das einzige Fackelfeld zu sehen.

Nahezu gespenstisch die Aktivität im H-alpha-Licht: die war nämlich kaum vorhanden. Erst ein Vergleich mit Satellitenaufnahmen ergab, dass das nicht nur am Seeing und den schlechten Beobachtungsbedingungen lag. Am Rand konnte ich noch 6 Protuberanzen sehen - darunter zwei größere genau im Osten und Westen gegenüberliegend und vier klitzekleine – und auf der Oberfläche zunächst gar nichts. 

Erst nach und nach zeigten sich 2 Flaregebiete und zwei auffallend kleine Filamente: beide genau am Westrand liegend. Darüber hinaus war die Oberfläche im H-alpha-Licht praktisch völlig erscheinungsfrei. Die nächste erscheinungs- und fleckenfreie Periode scheint unmittelbar bevorzustehen und man darf gespannt sein, ob die AR 12654 die nächsten Tage überstehen wird. 

Montag, 1. Mai 2017

Sonne am 1.5.2017

Der Tag begann zwar sonnig, aber mit einem weitgehend cirrigen Himmel und einem so schlechten Seeing, wie ich es lange nicht mehr erlebt habe. Die angekündigte Wetteränderung machte sich bereits bemerkbar: im Weißlicht war der Himmelshintergrund weißlich, im H-alpha-Licht hellrot … Der Rand war ständig heftiger Bewegung ausgesetzt und beinahe ständig gezackt und die Oberfläche blubberte munter vor sich hin, daher schätzte ich die Beobachtungbedingungen nach der fünfstufigen Kiepenheuer-Skala auf jeweils 4 für Ruhe und Schärfe ein.

Im Weißlicht hatte sich einiges verändert. So war die AR 12654 nicht mehr zu sehen und die AR 12651 um den Westrand wegrotiert. Übrig blieb nur die AR 12653, die nach wie vor eine kleine J1 war, bei dem üblen Seeing aber zwischendurch immer wieder mal im allgemeinen Seeinggeblubber »abtauchte«.

Im H-alpha-Licht hingegen störten die miserablen Bedingungen – wie schon oft beobachtet – fast gar nicht. Sie waren lediglich am leicht gezackten Rand und den schnellen Bewegungen dort zu erkennen. 6 Protuberanzen waren dort zu finden und an der Position der alten AR 12651 leuchtete eine hell auf, womöglich war hier ein Flare aktiv. Ausgestossene Sonnenmaterie war aber nicht zu sehen. Neben drei Flaregebieten – eines im Osten leuchtete gerade hell auf – zählte ich 9 Filamente, die sich wie eine lange Kette von Südost nach Nordwest dahinzog und die unterschiedlichsten Formen aufwiesen. Bis auf das helle Flaregebiet war außerhalb des von den Filamenten überdeckten Bereichs die Sonne in diesem Wellenlängenbereich völlig erscheinungsfrei.