Samstag, 19. August 2017

Sonne vom 15.-19.8.2017

Zwischen der letzten und der heutigen Sonnenbeobachtung liegen schon wieder mehrere aufeinder folgende Ausfalltage aufgrund schlechten Wetters, so dasss ich die rasante Entwicklung der neuen AR 12671 nicht aus eigener Anschauung mitverfolgen konnte. Und selbst heute waren die äußeren Bedingungen miserabel: heftiger Wind, der selbst durch das in Richtung Osten liegende Dachfenster hereinwehte und ein Seeing, das negativer kaum sein konnte. Die Oberfläche blubberte munter vor sich hin und ein klar definierter Sonnenrand war trotz blauem Himmel nicht auszumachen.

Die AR 12671 hatte sich binnen weniger Tage zu einer imposanten F-Gruppe entwickelt, die heute 33 Flecken aufwies. Die Penumbren waren zwar weniger beeindruckend, dafür aber die enorme Länge der Gruppe. Ein Versuch, die Gruppe mit meiner Sonnenfinsternisbrille mit bloßem Auge zu erwischen, scheiterte kläglich.

Im Hα-Licht störte das miese Seeing nur wenig und so konnte ich am Rand 5 kaum auffällige Protuberanzen erkennen, während auf der Oberfläche ein großes Flaregebiet bei der AR 12671 zu sehen war. Die Zahl der Filamente war mit 9 Exemplaren zwar ganz ordentlich, doch waren sie alle insgesamt unauffällig, punkt- oder flatschenförmig. Nur zwei kleine Filamente, darunter ein Mini-Bogen, konnte bei der großen Fleckengruppe gefunden werden. Ansonsten war die Sonnenoberfläche im Hα weitgehend erscheinungsfrei. 

Montag, 14. August 2017

Sonne am 14.8.2017

Eigentlich wäre die heutige Beobachtung kaum der Rede Wert. Bei fast wolkenlosem Himmel – mit nur einigen, kaum störenden Wolken – war sogar das Seeing ganz ordentlich, doch entgegen meinen ursprünglichen Erwartungen war ie Sonne heute nicht fleckenfrei!

Im weißlicht zeigte sich am Ostrand eine kleine J2-Gruppe in einem mehr oder weniger auffälligen Fackelfeld, während der Rest der Sonne keinerlei Aktivität aufwies. Zu dem einen Fackelfeld kamen noch 3 kleine hinzu.

Die Überraschung gab es dagegen im Hα-Licht: An der Position der neuen Fleckengruppe, die derzeit noch keine NOAA-Nummer erhalten hat, war ein heller Flare zu sehen! Den Sonnenrand zierten zudem 10 unterschiedlich auffällige Protuberanzen, während auf der Oberfläche kaum Filamente zu sehen waren. Ich fand ledigleich 5 Stück und die auch nur nahe des Ost-, bzw. Westrandes. Ohne den Flare wäre es eine durchschnittliche Beobachtung geowrden. Die Sonne ist halt immer wieder für Überraschungen gut!   

Sonntag, 13. August 2017

Sonne vom 6.-13.8.2017

Seit meinem letzten Blogeintrag für den 5.8.2017 hat sich auf der Sonne nicht wirklich viel getan. In dem 8 Tage umfassenden Zeitraum, der seit dem vergangen ist, hatte ich leider auch wieder 2 Ausfalltage aufgrund schlechten Wetters zu beklagen. Das sind jetzt schon fast genauso viel wie im gesamten August 2016 …

Die Aktive Region 12670 ist seit dem ruhig mit der Sonnenrotation über den erdzugewandten Teil unseres Tagesgestirn »gewandert«. Anfangs hatte sie noch einen kleinen f-Teil, der sich aber bald auflöste und an einem Tag für wenige Stunden neu bildete. Zuletzt war sie nur noch ein J-Gruppe – nach der Waldmeierklassifikation – mit einem von einer Penumbra umgebenden Fleck. Am heutigen 13. August 2017 dürften wir sie das letzte Mal gesehen haben, denn sie steht gegenwärtig sehr nah am Westrand und wird morgen wegrotiert sein. Eine neue Fleckengruppe ist derzeit nicht in Sicht.

Die Aktivität im Hα-Licht war unterdessen ein wenig höher, vor allem, was die Zahl der Protuberanzen am West- und Ostrand anging. Oft genug waren sie auch in Flaregebiete eingebettet. Eine im Weißlicht sichtbare Fleckengruppe war an dieser Stelle jedoch nicht auszumachen. Es gab nicht mal einen nennenswerten Flare in der ersten Hälfte des Monats August. Am heutigen Tag sind am Rand der Sonne 8 zum Teil wirr strukturierte Protuberanzen zu sehen, während die meiste Aktivität auf der Oberfläche nahe dem Westrand zu finden ist: hier steht das einzige Flaregebiet. Eine der insgesamt 5 Filamente geht hier gerade in eine Protuberanz über, die restlichen sind punkt- und flatschenförmig und nur sehr schwer zu finden, da sie nur einen geringen Kontrast gegenüber der Oberfläche aufweisen. Die weitaus größten Teile der sichtbaren Sonnenoberfläche sind dagegen erscheinungsfrei!

Samstag, 5. August 2017

Sonne am 5.8.2017

Ganz allmählich komme ich jetzt wieder in die Phase, wo die Sonnenbeobachtung an meinem üblichen Standort problematisch wird. Durch die höher gewachsenen Bäume kann ich vor 8:10 Uhr jetzt nicht mehr beobachten – früher war das mal kurz nach 6 Uhr möglich – und wenn man denn noch vom Wetter im Stich gelassen wird, ist der Frust doppelt. Voller Freude baute ich also mein Teleskop auf dem Dachboden auf, da aus Richtung Westen ein großes Wolkenloch heranzog. Doch es kam, wie es nach Murphy wohl kommen musste: es zog exakt an der Sonne vorbei und ich konnte es nicht nutzen. Nur ab und zu konnte ich durch eine dünnere Wolkenschicht hindurchsehen. Mehr war nicht möglich, denn jetzt ist der Himmel wieder völlig dicht …

Im Weißlicht ist die AR 12670 auch heute Morgen die einzig wahrnehmbare Fleckengruppe, die sehr statisch ist und sich seit ihrem Erscheinen am 2. August praktisch nicht verändert hat. Fackelfelder gab es anscheinend auch keine, zumindest konnte ich sie durch die dünnen Wolken nicht erkennen.

Im Hα-Licht machte die Beobachtung keinen Spaß. Die Sonne wirkte hier sehr blass, es waren kaum Einzelheiten zu erkennen. Am Rand erkannte ich mit Mühe 6 Protuberanzen, auf der Oberfläche 1 großes Flaregebiet bei der AR 12670 und 8 Filamente. Nur eines davon – ein kleiner Bogen über der Fleckengruppe – war nicht punkt- oder flatschenförmig. Am Westrand stand eine kleine Filamentkette.

Alles in allem eine Beobachtung, die nur der Gewinnung von Zahlen, aber nicht dem persönlichen Genuss diente.

Freitag, 4. August 2017

Sonne am 3. und 4.8.2017

Der Beobachtungsmonat startete erst einmal mit zwei Ausfalltagen aufgrund schlechten Wetters und verpasster Gelegenheiten. Auch die Beobachtung am 3. August fiel fast Dauerregen und Sturm zum Opfer, wobei ich allerdings zwei lang auseinander liegende Kurzzeit-Wolkenlücken nutzen konnte. Heute war das ein klein wenig anders, es bestand ausreichend Zeit für eine vernünftige Beobachtung, dafür stürmt es jetzt wieder, wo diese Zeilen entstehen … An beiden Tagen war zumindest das Seeing recht ordentlich.

Nachdem ich das Wiedererscheinen der AR 12665 als AR 12670 am 2. August verpasst hatte, konnte ich die Gruppe im Weißlicht immerhin am 3. das erste Mal sehen. Sie war nur ein schwacher Abglanz der letzten Sichtbarkeitsperiode und gestern wie heute nur noch eine C2. Eine weitere Fleckengruppe konnte nicht ausgemacht werden.

Im Hα-Licht konnte an beiden Tagen eine deutliche Aktivitätssteigerung im Zusammenhang mit der AR 12670 nachgewiesen werden, zumal das aktuelle Magnetogramm eine deutlich komplexe Struktur im Umfeld der Gruppe ausweist. Gab es gestern noch 6 kleine und einzeln stehende Protuberanzen sowie 5 kleine Filamente und 1 Flaregebiet zu sehen, waren es heute schon 12 Protuberanzen – die meisten davon am Ostrand (!) - und wie gestern 5 punktförmige Filamente und ein ausgedehntes Flaregebiet rund um die AR 12670. Hier dürfte für die kommenden Tage noch einiges an Aktivität zu erwarten sein, vorausgesetzt, die Gruppe fällt nicht binnen kurzem in sich zusammen, was für die aktuelle Phase des ausgehenden 24. Fleckenzyklus nicht ungewöhnlich wäre.

Sonntag, 30. Juli 2017

Sonne vom 22.-30.7.2017

Seit meiner letzten Beobachtung hatte sich im Berichtszeitraum bei der Sonnenaktivität praktisch nicht getan. Aufgrund des schlechten Wetters der letzten Tage schaffte ich in den letzten 8 Tagen nur 5 Beobachtungen. Im Vergleich zum Juli 2016 gibt es also abermals ein dickes Minus an Beobachtungen, da ich dort satte 30 Tage schaffte.

Das Seeing in der letzten Woche war trotz der heftigen Wetterereignisse noch ganz gut, die Sonnenaktivität allerdings weiterhin gering. Die AR 12668 war ab Mittwoch als A1 zu, löste sich aber bald wieder auf. Ähnlich erging es der 12669, die am 29. deutlich als A1 zu sehen war und heute im Laufe des Tages wieder zerfallen ist. Heute Morgen konnten noch zwei GvA-Sonnenbeobachter an der Stelle zwei Gruppen sehen – eine A und eine B -, doch am Nachmittag waren sie jedoch nicht mehr zu erkennen. Ich hatte leider das Pech, dass zum fraglichen Zeitpunkt, an dem ich sonst auf dem Dachboden beobachten konnte, ein Gewitter samt heftigem Regen mir quasi die Sicht nahm. Als die Sonne dann endlich raus kam, war der Himmel nicht blau, sondern weiß und verschleimt. Der Syph hielt bis zum späten Nachmittag an und als ich nach mehreren erfolglosen Versuchen endlich beobachten konnte, waren die Gruppen verschwunden.

Im Hα-Licht ging die Aktivität auch stark zurück, es gab nur noch kleine Protuberanzen, kaum noch Filamente und auch die Flaregebiete wurden immer schwächer. Am heutigen Nachmittag waren nur noch 4 Mini-Protuben und 4 punktförmige Filamente, aber keine Flaregebiete mehr zu sehen. Die Sonne befindet sich derzeit wieder mal in einem Aktivitätsloch und man darf gespannt sein, wie lange dieses noch andauern wird.

Freitag, 21. Juli 2017

Sonne vom 17.-21.7.2017

Die Sonnenaktivität der letzten Tage verlief wie erwartet, denn nach dem die Aktiven Regionen 12665 und 12666 hinter dem Westrand verschwunden waren, waren am Ostrand keine neuen mehr herum rotiert. Unterschiedlich waren nur die Rahmenbedingungen bei der Beobachtung: mal stark bewölkt mit kleinen Wolkenlücken, mal sonnig. Das Seeing war an allen Tagen vergleichsweise gut, was vor allem der Beobachtung im Hα-Licht zugute kam.

Im Weißlicht gab es seit letzten Montag nämlich nichts zu sehen, die Sonne war fleckenfrei und in der gleichen Zeit ging auch die Aktivität im Hα-Licht spürbar zurück. Es wurden keine großen Flaregebiete mehr gesichtet. Die heutigen zwei waren nur schwach zu sehen: die eine punkt-, die andere flächenförmig. Bei den Protuberanzen sah es nicht besser aus. Anfangs noch von ordentlichem Durchmesser, waren sie zuletzt klein, mickrig und bei schlechtem Seeing fast gar nicht zu sehen. Und auch die Filamente nahmen sich vornehm zurück. Nur ab und zu war mal ein größeres Exemplar zu sehen. Kurzum: Die Sonne gab schon mal einen Ausblick auf das vor ihr liegende Minimum!

Montag, 17. Juli 2017

Sonne am 17.7.2017

Es war wieder so ein typischer Tag, der förmlich nach Murphys aller Art roch, doch es kam glücklicherweise völlig anders. Zunächst ging ich bei strahlendem Sonnenschein zur Arbeit, doch schon gegen Mittag zog sich der Himmel zu und als ich Feierabend hatte, zeigten sich schmale »Risse« in der Wolkendecke und ich erhielt eine kleine Chance zur Beobachtung.

Die AR 12665 stand genau am Westrand und war nur noch als H4 in einem Fackelfeld zu sehen. In einem weiteren Fackelfeld fand ich die AR 12666 wieder, die ich gestern nicht mehr sehen konnte. Sie war eine nur schwer zu erkennende A1. Ansonsten war die Sonnenoberfläche im Weißlicht fast »leer«. Spätetens morgen dürfte unser Tagesgestirn wieder fleckenfrei sein.

Im Hα-Licht war die Aktivität da schon deutlich höher. Am Rand zählte ich 11 mittelgroße Protuberanzen – die meisten leider am Westrand – und auch die 2 Flaregebiete befanden sich dort. Spätestens morgen werden sie dann wegrotiert sein. Auf der Oberfläche zählte ich noch 7 Flaregebiete. Die meiste Oberflächenaktivität verteilte sich übrigens über die Westhälfte der Sonne. Auch das ein Indiz, das nun wohl wieder eine Periode mit fleckenlosen Tagen bevorsteht. Wie lange sie diesmal andauernd, ist allerdings nicht vorhersehbar.

Sonntag, 16. Juli 2017

Sonne am 16.7.2017

»Abends wird der Faule fleißig« sagt der Volksmund und so kam es heute auch, zumindest im Bezug auf die Sonne. Während der Himmel den ganzen Tag über stark bewölkt war und es zeitweise echten Landregen gab, zeigte sich kurz vor 20 Uhr die Sonne – kurz bevor sie bei mir hinter Bäumen versinken würde. Und das wieder bei recht gutem Seeing

Im Weißlicht war die AR 12665 stark geschrumpft und das nicht nur wegen der perspektivischen Verkürzung am Westrand, hinter dem sie spätestens übermorgen verschwunden sein wird. Herausragendes Merkmal war nach wie vor die große Penumbra im p-Teil, doch dahinter gab es abermals keine Penumbra mehr. Ich habe sie daher als C4 klassifiziert. Von der AR 12666 allerdings nichts mehr zu finden und weitere Flecken gab es auf der Sonne nicht. Könnte sein, dass es bakd wieder fleckenfreie Tage gibt.

Das gute Seeing machte sich natürlich auch im Hα-Licht bemerkbar. Am Sonnenrand standen 8 Protuberanzen, die durchaus auffällig und keine kleinen »Spritzer« waren, während auf der Oberfläche 2 Flaregebiete und 9 Filamente zu sehen waren. Leider konnte ich niht sehr lange beobachten, denn noch während ich am Zählen war, wischten die ersten Äste der Bäume ins Gesichtsfeld und nur knapp eine Minute später war es mit der Beobachtung vorbei.

Der angekündigte geomagnetische Sturm traf heute um 6:01 UTC ein, die Sonnenwindgeschwindigkeit kletterte auf 430 km/s und das Erdmagnetfeld weist eine südliche Ausrichtung bei einem k-Index von 7 auf: Heute Nachte könnten also Polarlichter zu sehen sein, zumindest in niedrigen Höhen über dem Horizont.

Samstag, 15. Juli 2017

Sonne vom 13.-15.7.2017

Obwohl in den letzten drei Tagen kurzfristig nur eine neue Fleckengruppe zu sehen war, geriet in den beiden anderen aktiven Regionen einiges in Bewegung. Mir standen allerdings immer nur kleine Wolkenlücken zur Verfügung, in denen es bei trotzdem ganz gutem Seeing schwer war, systematisch zu beobachten.

Die AR 12665 wanderte auf der Südhalbkugel mit der Sonnenrotation Richtung Westrand. Die große Penumbra war bis gestern jeden Tag mit bloßem Auge und meiner Sofibrille sichtbar. Allerdings zeigten sich schon am Mittwoch im f-Teil erste Auflösungstendenzen und so bauten sich erst die Penumbren ab, dann wurden die Flecken weniger. Heute war sie nur noch eine C9 mit der großen und stabilen Penumbra im p-Teil. Nordwestlich von ihr auf der Nordhalbkugel war aus der AR 12666, die anfangs noch als B-Gruppe zu sehen war, binnen eines Tages eine D18, um schon gestern keine Penumbren mehr zu besitzen. Ihr Zerfall war nicht mehr aufzuhalten und heute war sie nur noch eine ganz schwach erkennbare B4. Gestern tauchte dann plötzlich in einem Fackelfeld am Westrand eine B2 auf, sie war heute aber nicht mehr zu sehen. Entweder hat sie sich schon wieder aufgelöst oder sie ist einfach hinter den Westrand gewandert.

Im Hα-Licht gab es dagegen kaum Veränderungen. Die Zahl der Protuberanzen schwankte zwischen 5 und 6, die der Filamente zwischen 6 und 8, nur die der Flaregebiete blieb gleich: 3 Stück. Aktivste Gebiete waren die Regionen 12665 und 12666. Am 14. gab es in der kleinen B-Gruppe am Westrand um 20:05 UTC ein C8.2-Flare. Die AR 12665 hatte bereits am selben Tag um 1:05 UTC einen M2.4-Flare produziert, der mit einem 44minütigen Tenflare verbunden war sowie einem Typ IV-Radiosturm um 2:02 UTC. Der Teilchenstrom stieg auf 130 solar flux units (sfu). Für morgen wird daher ein moderater G2-Sturm erwartet. Vielleicht gibt es dann auch wieder Polarlichter knapp über dem Nordhorizont zu sehen.

Mittwoch, 12. Juli 2017

Sonne am 12.7.2017

Wieder vergingen zwei Ausfalltage, bevor ich die Entwicklung einer großen Fleckengruppe weiterverfolgen konnte. Dabei war damit eigentlich nicht mehr zu rechnen, doch dann riss die dichte Bewölkung auf und Minuten später war der Himmel fast völlig wolkenfrei. Das Seeing war anfangs mies, verbesserte sich dann aber binnen Minuten auffällig und nahm vergleichsweise gute Werte an.

Im Weißlicht stand die AR 12665 westlich des Sonnenmeridians auf der Südhalbkugel - sie ist die erste dort über die Sonne wandernde Gruppe seit über einem Monat – und wies im p-Teil eine große ovale Penumbra auf, die ich sogar mit meiner Sofibrille deutlich sehen konnte. Der f-Teil dagegen war, wie schon bei meiner letzten Beobachtung, ziemlich zerfasert. Insgesamt wies die E-Gruppe 25 Flecken auf. Nordöstlich davon, ziemlich genau auf dem Meridian, stand eine B-Gruppe mit 8 Flecken, die bei der letzten Beobachtung nur schwach, heute aber sehr viel deutlicher zu sehen war. Überdies wies sie eine größere Länge als beim letzten Mal auf.

Im Hα-Licht zeigte die Sonne 7 Protuberanzen am Rand – die beiden größten am Ost-, eine weitere am Westrand – der Rest war eher kümmerlich. Auf der Oberfläche gab es 3 Flaregebiete und 8 durchschnittlich große Filamente. Leider konnte ich nicht so lange beobachten, wie erhofft. Daran war nicht das Wetter Schuld, sondern die Sonne erreichte meine lokale Baumgrenze und verschwand binnen Minuten dahinter ...

Sonntag, 9. Juli 2017

Sonne am 9.7.2017

Der Tag begann sehr sonnig uns so war es auch zu dem Zeitpunkt, als die Sonne hinter der Spitze des im Innenhof stehenden Baumes so langsam rauswanderte. Das Seeing war erstaunlich gut und Hauptaugenmerk war natürlich die AR 12665.

Im Weißlicht konnte ich die Gruppe bei sehr ruhiger Luft sehr detailreich sehen: eine leicht zerfaserte Penumbra im p-Teil, mindestens 2 Lichtbrücken und viele kleine Flecken auf der anderen Seite, dem f-Teil. Dazwischen zählte ich 25 Flecken, die sich auf 4 Penumbren verteilte. Erst sehr viel später, genauer kurz vor 14 Uhr, konnte ich bei dann wieder katastrophal schlechtem Seeing (Ruhe und Schärfe 4 nach der Kiepenheuer-Skala) nahe der Sonnenscheibenmitte verschwommen noch eine kleine B-Gruppe mit 5 Flecken erkennen.

Im Hα-Licht fielen auch heute die Protuberanzen am Ostrand sofort ins Auge. Ein dicker Büschel und eine schwer zu definierende Struktur waren die beiden größten Exemplare und letztere hat sich im Laufe des Vormittags – was ich »dank« meiner Bäume nicht selber verfolgen konnte – fast aufgelöst, sodass der Büschel am Mittag als größtes Teil übrig blieb. Der Rest der Protuberanzen war eher klein und unscheinbar. Beim Zählen kam ich aber auf 8 Stück. Auf der Oberfläche gab es außer dem einen Flaregebiet rund um die AR 12655 und 3 kleinen und kaum wahrnehmbaren Filamenten nicht viel zu sehen. Das dürfte sich bald ändern, wenn die Protuberanzen am Ostrand langsam mit der Sonnenrotation zur Sonnenscheibenmitte wandern.

Die AR 12665 zeigt in seiner unmittelbaren Nachbarschaft nicht nur ein helles Flaregebiet, dieses ist auch noch aktiv: neben zwei c-Flares gab es heute morgen um 3:09 UT einen M1.3-Flare. Man darf gespannt sein, wie es weitergeht.

Samstag, 8. Juli 2017

Sonne am 8.7.2017

Getreu dem Motto: »Warum einfach, wenn es auch kompliziert geht« riss die Bewölkung erst auf, als ich eigentlich nicht mehr vom Dachboden aus beobachten konnte. Der Einfallswinkel des Sonnenlichts war zu steil, das Dachfenster zu klein und der Innenhof dank der Bäume sehr schattig. Da man sich dieser Tage aber ohnehin nicht unbedingt mit einem Teleskop zeigten sollte, nahm ich einen Hocker, stellte das Teleskop mit dem Tischstativ auf den Boden und kniete mich davor nieder in einer Art »Gebetshaltung«. Mein Rücken dankte es mir nicht … Zur Entschädigung gab es aber was zu sehen und auch das Seeing war ganz ordentlich.

Im Weißlicht wirkte die AR 12665 noch kompakter als gestern mit dicht beieinander stehenden großen Penumbren. Aufgrund ihrer geringen Ausdehnung klassifizierte ich sie als D-Gruppe mit 11 Flecken. Umgeben war sie von einem nicht mehr ganz so auffälligen Fackelfeld. Dahinter sah ich ein zweites, das aber bedeutend kleiner war.

Im Hα-Licht sah das Ganze schon wesentlich spannender aus: die AR 12665 wurde hier von einem hellen Flaregebiet begleitet und am Ostrand gab es zwei wirklich große Protuberanzen: eine steile Pyramide und ein diffus-fächerförmiges Teil, das beim GONG Hα-Monitor bis fast an den Rand reichte. Darüber hinaus fand ich weitere, sehr kleine Protuberanzen und kam auf 6 Exemplare. Die Oberfläche der Sonne war hier allerdings weitgehen erscheinungsfrei, denn neben dem einen Flaregebiet gab es nur 4 kleine Filamente, die so schwach waren, dass ich sie im PST kaum sehen konnte. Der Anblick der beiden Protuberanzen und des Flaregebiets und im Weißlicht der »fetten« Fleckengruppe war aber die Mühe wert.

Freitag, 7. Juli 2017

Sonne am 7.7.2017

Endlich mal ein freier Tag und ein sonniger Vormittag, an dem ich zunächst nicht beobachten konnte, weil ich unterwegs war. Erst am frühen Nachmittag, als die bis dahin angekündigten Gewitter ausblieben und die Sonne aus dem versyphten Himmel mal wieder zum Vorschein kam, konnte ich zum Teleskop greifen.

Im Weißlicht war die »neue« AR 12665 in voller »Größe« zu sehen: sehr kompakt und immer noch leicht perspektivisch zum Rand hin verkürzt. Sie war eine D11 und stand mitten im einzigen Fackelfeld, das heute zu finden war.

Im Hα-Licht war sie bereits gestern in ein helles Flaregebiet eingebettet, das bis heute kaum schwächer geworden ist, aber wider Erwarten doch keinen Flare produziert hat. Dennoch hat diese Aktive Region reichlich Potenzial dafür. Am (östlichen) Sonnenrand zeigten sich nur 2 kleine Protuberanzen, während neben dem Flaregebiet noch 9 Filamente zu sehen waren. Das imposanteste befand sich nahe des westlichen Sonnenrands und glich einer aufrecht stehenden Rampe und war selbst im PST als dreidimensionale Struktur deutlich zu sehen. Dennoch kann die Aktivität derzeit nur als gering bis moderat eingestuft werden.

Donnerstag, 6. Juli 2017

Sonne vom 2.-6.7.2017

Seit dem letzten Blogeintrag – in der Zwischenzeit hatte ich wegen Überstunden keine Zeit zum Bloggen – hat sich auf der Sonne nicht allzuviel getan. Das Seeing war bisweilen gut, zeitweise, wie heute, aber auch gruselig mit wallendem Rand und kaum klar definierbaren Details auf der Oberfläche.

Am 2. hatte ich die AR 12664 noch als J1 nahe dem westlichen Sonnenrand gesehen. Danach folgten zwei fleckenfreie Tage, bis am gestrigen Abend dicht am Ostrand mit der AR 12665 der p-Teil der neuen Gruppe erstmals zu sehen war. Heute Nachmittag zeigte sie sich schon als D6-Gruppe mit einer runden Penumbra im voranschreitenden und zerfaserten Flecken im nachfolgenden Teil.

Im Hα-Licht war die Aktivität zwischen dem 2. und dem 4. Juli relativ moderat. Es zeigten sich nur wenige Protuberanzen und Filamente. Bereits gestern Abend aber konnte im Umfeld der AR 12665 ganz nah am Rand ein helles Flaregebiet beobachten, das heute weiter um den Rand rotiert ist und prompt einen kleinen Flare ausgelöst, zu dem die Daten aber noch nicht veröffentlicht wurden. Außerdem war auf einigen SDO-Bildern im Hα eine größere Eruption zu sehen. Man darf also wieder mal auf die nächsten Tage gespannt sein, auch wenn es nur eine vergleichweise kleine Gruppe zu sehen gibt.

Samstag, 1. Juli 2017

Sonne am 1.7.2017

Nach drei Ausfalltagen zum Ende des letzten Monats – der Juni war für mich, was die Zahl der Beobachtungen anging, der schlechteste seit 2013 – sah es anfangs auch heute so aus, als ob mir keine Beobachtung gelingen würde. Erst in den Abendstunden kam von Norden her eine wolkenfreie Zone und ermöglichte mir bei mittelprächtigem Seeing einen Blick auf die Sonne.

Im Weißlicht war die Aktivität mehr als dürftig. Die einzig vorhandene Fleckengruppe AR 12664 hatte in den letzen Tagen, als ich nicht beobachten konnte, fast alle Flecken verloren und war heute nur noch eine nah am Westrand stehende J1. Der »Rest« der Sonne war fleckenfrei, nur am Rand waren, wie beispielsweise im Umfeld der AR 12664, einige Fackelfelder zu sehen.

Ein wenig mehr Aktivität bot das PST mit seiner Möglichkeit zur Beobachtung der Hα-Sonne. Das Bild war allerdings trotz des klaren Himmels relativ dunkel, was zeigte, dass der Himmel dann doch nicht so klar war, wie ich es erhofft hatte. Dafür war der Kontrast und der Detailreichtum im Okular enorm. Viel zu sehen gab es allerdings nicht. Am Rand tummelten sich 7 kleine »Protuberänzchen«, während auf der Oberfläche 4 schwach leuchtende Flaregebiete und 6 durchaus respektabel großflächigere zu sehen waren. Wie auch immer: Endlich mal wieder eine Sonnenbeobachtung! 

Dienstag, 27. Juni 2017

Sonne vom 21.-27.6.2017

Seit dem Tag der Sommersonnenwende am 21. Juni zeigten sich abermals nur wenige Änderungen in der Sonnenaktivität. Im Gegenteil: sie ging sogar wieder leicht zurück. Das Wetter spielte auch nicht immer mit, oft hatte ich nur kleine Lücken zur Verfügung und just zur 40. SONNE-Tagung in Hamburg kamen Wolken, Regen und teilweise heftig böiger Wind auf. Erst am Sonntag Nachmittag zeigte sich wieder eine Wolkenlücke und heute schaffte ich es gerade noch, vor dem Heranrücken einer Wolkenfront, zu beobachten.

Im Weißlicht war die AR 12664 – ich hatte sie das erste Mal am 21. Juni gesehen und da war sie eine J1 – die einzig verbliebene Fleckengruppe, die sich danach über mehrere Tage hinweg zu einer D-Gruppe entwickelt, bei der ich heute 9 Flecken zählen konnte.

Im Hα-Licht zeigten sich im gleichen Zeitraum einige imposante Erscheinungen. So gab es zunächst nur kleine Protuberanzen am Sonnenrand und zwei große Filamente auf der Oberfläche. Am 25. konnte mit einem Mal am Westrand einige sehr große Protuberanzen sehen, die Ketten gleich, dort aufgereiht waren – die beiden großen Filamente waren über den Rand getreten und rotierten binnen eines Tages auf dem Blickfeld irdischer Beobachter. Heute war davon nur noch eine spitzkegelige Protuberanz zu sehen, während es an 7 weiteren Stellen weitere mittelgroße und kleine Materiebögen zu bestaunen gab. Im Gegenzug gab es – wie in den Tagen zuvor – nur ein Fackelfeld, das sich rund um die AR 12664 befand sowie 5 sehr schwache Filamente, die nicht mehr als Bögen, sondern nur noch als matschige Flecken zu sehen waren. Die Sonnenoberfläche war im Hα-Licht weitgehend frei von Erscheinungen, ein Anblick, an den wir uns - angesichts des bevorstehenden Minimums - allmählich gewöhnen müssen.

Dienstag, 20. Juni 2017

Sonne vom 18.-20.6.2017

Binnen der letzten zwei Tage war wieder nur wenig Zeit zum Bloggen, doch heute muss es sein, obwohl das Seeing grottenschlecht war und ich weder einen klar definierten Sonnenrand, doch klar umrissene Oberflächenstrukturen erkennen konnte.

Im Weißlicht hatte sich die AR 12662 war bis gestern noch eine J1 und hatte heute einen zweiten Fleck in der nicht mehr ganz runden Penumbra ausgebildet, was erstaunt, zeigte der Fleck bislang keine Veränderungen. Die AR 12663 zeigte bereits am 18. erste Auflösungstendenzen, gehörte aber gestern noch der Klasse D an, während die Flecken zwischen den beiden Polen immer weniger wurden. Heute dann das fast schon zu erwartende Ergebnis: die Gruppe hatte den nachfolgenden Teil vollkommen verloren und war ebenfalls nur noch eine J1, die in einem hellen Fackelfeld stand. Zudem war am Ostrand eine neue J1-Gruppe herumrotiert – sie wird wohl die Nr. 12664 erhalten – und erhöhte die aktuelle Zahl der Sonnenflecken auf 3.

Im H-alpha-Licht waren schon am 17. mehrere große Filamente zu sehen, sie wanderten mit der Sonnenrotation weiter in Richtung. Doch auch sie zeigten alsbald Anzeichen zunehmender Auflösung und so waren heute zwar 7 Filamente zu sehen, aber nur noch ein Flaregebiet und 8 zumeist kleine Protuberanzen. Im Bereich der neuen Gruppe zeigte sich interessanterweise kein Flaregebiet und nur ein unscheinbares Filament. Insgesamt konnte man heute den Eindruck gewinnen, als ob die Aktivität in dieser Wellenlänge schon wieder am Abflauen sind. Die kommenden Tage werden es zeigen.

Samstag, 17. Juni 2017

Sonne vom 14.-17.6.2017

Meine überlangen Arbeitszeiten in den letzten Tagen führten nicht nur nicht am 15. zu einem Ausfalltag, als die Sonne nur vormittags zu sehen war, sondern auch zu einer schwindenden Motivation für die täglichen Blogeinträge. Immerhin gelangen mir angesichts der Tatsache, dass bei Feierabend an fast jedem Tag ich mit Wolken zu kämpfen hatte, während der Himmel morgens oft wolkenfrei war, doch einige Beobachtungen.

Im Weißlicht war ausgerechnet am Ausfalltag ziemlich genau auf dem Sonnenmeridian eine neue Gruppe erschienen, die der Waldmeierklasse D angehörte. Sie hatte sich vor der inzwischen AR 12661 genannten J1-Gruppe gesetzt und die Nr. AR 12662 erhalten. Sie konnte auch heute morgen beobachtet werden, besaß zwei Penumbren und insgesamt 10 Flecken. Die J1 war weiterhin stabil, typisch für diese Art von Gruppen.

Im H-alpha-Licht ging die Aktivität zunächst zurück, um dann wieder anzusteigen. War die Sonne am 14. bis auf einige interessante Protuberanzen am Ostrand noch fast erscheinungsfrei, so waren diese nun aufgrund der Sonnenrotation über den Rand hinaus gewandert. So konnten heute morgen etliche Filamente auf der Osthälfte der Sonne gesehen werden und auch die Zahl der Flaregebiete ist leicht angestiegen. Am Rand gab es dafür 8 Protuberanzen zu sehen, wovon eine am Ostrand wie ein Halbbogen steil aufragte. Auf der Oberfläche kam ich auf 10 Filamente von teilweise »wuseliger« Art und drei helle Flaregebiete. Es tut sich wieder was, vor allem im H-alpha!

Dienstag, 13. Juni 2017

Sonne am 12. und 13.6.2017

Der Juni ist offenbar ein Monat, in dem man nur kleine Wolkenlücken für die Beobachtung nutzen kann, denn nur durch zwei davon kam ich gestern und heute zu Beobachtungsergebnissen. An beiden Tagen war das Seeing dafür zum Glück mal ganz ordentlich.

Nachdem gestern die Sonne noch fleckenfrei war, tauchte in den letzten Stunden am Ostrand ein einpoliger Fleck mit Penumbra auf, den ich als J1 klassifizierte. Er ist von einem kleinen Fackelfeld umgeben und bereits gestern konnte man mit größeren Teleskopen wohl am Westrand einen kleinen einpoligen Fleck ohne Penumbra sehen. Mir war das mit meinem kleinen 80/400er-Refraktor nicht gelungen. Die Fleckengruppe ist just dort entstanden, wo ich es vor zwei Tagen schon vorhergesagt hatte: in einer Region, die im H-alpha-Licht eine »Flatschen«-Protuberanz und ein helles Flaregebiet zeigte.

Während im Weißlicht die Aktivität durch einen einzelnen Fleck wieder angestiegen ist – einpolige Flecken mit Penumbra gelten als sehr stabil, weshalb der Fleck vielleicht ein paar Tage länger gesehen werden kann, als der Vorgänger – kletterte die Aktivität im H-alpha-Licht auf neue Höhen. Am Westrand war bereits gestern eine große Büschelprotuberanz zu beobachten. Heute stand an dieser Stelle ein regelrechter Protuberanzen-Komplex mit wirrer Struktur und nachdem ich gestern nur 4 Exemplare am Rand erkannte, waren es heute schon 9.

Auf der Oberfläche zeigten sich gestern 5 und heute 11 (!) Filamente, die wild verteilt waren sowie 2 Flaregebiete an beiden Tagen. Das jüngste Tief ist damit durchschritten und man darf hoffen, das am Ostrand sich in den kommenden Tagen weitere Flecken zeigen werden, welcher Waldmeierklasse sie angehören und ob es überhaupt einen Fleck zu sehen geben wird, das muss man – wie immer – abwarten.

Sonntag, 11. Juni 2017

Sonne am 11.6.2017

Kurz bevor es für mich für zwei Führungen zur Bergedorfer Sternwarte geht, noch ein kurzer Blick auf die heutige Sonne. Beim Aufwachen war der Himmel tatsächlich mal wolkenfrei und er blieb es auch bis zum Zeitpunkt der Beobachtung auf dem Dachboden.

Im Weißlicht gab es keine Veränderungen bei den Flecken, interessant war lediglich ein großes Fackelfeld am Ostrand, das ich intensiv nach Flecken absuchte, aber keinen fand. Die Sonne war also am 3. Tag in Folge fleckenfrei.

Im H-alpha-Licht war die Region, die im Weißlicht als Fackelgebiet zu sehen war, überaus interessant, denn hier befand sich ein helles Flaregebiet und eine etwa großflächigeres Filament. Wer weiß, vielleicht bildete sich in der Region ja noch ein Fleck. Ansonsten war die Aktivität fast analog zu der gestrigen. Am Rand gab es 4 Protuberanzen und nur eine im Südwesten ragte etwas weiter über den Rand hinaus. Der Rest verriet nur durch kleine Spitzen, die man leicht auch für Spiculen halten könnte. Dafür waren sie dann aber doch zu groß.

Auf der Oberfläche war neben dem erwähnten Gebiet das große Filament im Süden nach wie vor vorhanden, außerdem die beiden schon gestern zu beobachtenden Flaregebiete. Bis auf 6 zumeist kleine oder punktförmige Filamente und 3 Flaregebiete war die Sonne in diesem Wellenlängenbereich nahezu erscheinungsfrei.

Und jetzt geht es zur Sternwarte ...

Samstag, 10. Juni 2017

Sonne am 9. und 10.6.2017

Nach drei Ausfalltagen hintereinander – es war bedeckt oder wir hatten »Rentnerwetter«, d.h. die Sonne schien nur am Vormittag -, erwischte ich gestern Abend noch eine kleine Wolkenlücke, nachdem ein starkes Regengebiet abgezogen war, allrdings bei – erwartungsgemäß – übelstem Seeing. Heute morgen dagegen war das Seeing deutlich besser, dafür kamen Wolken, die nicht vorhergesagt woren waren, denn erst ab Mittag sollte es wieder zuziehen. Das passiert aber schon in diesen Minuten …

Im Weißlicht konnte ich durch die Ausfalltage den von mir vorhergesagten Zusammenbruch der AR 12661 nicht selbst am Teleskop beobachten, denn gestern und heute war die Sonne fleckenfrei. Es zeigten sich nicht einmal Fackelfelder am Rand.

Im H-alpha-Licht war die Sonnenaktivität nur unwesentlich höher. Am Rand waren gestern und heute nur 4 kleine Protuberanzen zu sehen, die »größte« am Ostrand. Auf der Oberfläche fanden sich an der Position der ehemaligen AR 12661 und dahinter zwei Flaregebiete, darüber hinaus gestern 4 und heute 6 Filamente. Eines schwebte über der Südhalbkugel, eines zwischen den beiden Flaregebieten, während der Rest meist nur klein und »stummelig« erschien. Man kann nur abwarten, wielange dieser neuerliche Aktivitätseinbruch andauern wird.

Montag, 5. Juni 2017

Sonne am 5.6.2017

Nach dem Aufwachen ging es erst einmal auf den Dachboden zur Sonnenbeobachtung. Der Himmel war leider zweigeteilt, wie ich feststellen musste: im Westen blau und im Osten versypht und genau da stand natürlich die Sonne. Folge: Im Refraktor war der Hintergrund weiß-gräulich, im PST hellorange. In beiden Teleskopen war es sehr schwierig, überhaupt etwas zu erkennen, dafür war das Seeing überraschend gut ...

Wie schon vorgestern vorhergesagt, zeigten sich bei der AR 12661 deutliche Auflösungstendenzen im p-Teil der Gruppe, denn hier war heute keine Penumbra mehr zu sehen. Daher klassifizierte ich sie als C10. Aktuelle SDO-Aufnahmen zeigten allerdings auch hinter der Gruppe nichts mehr. Die kleinen Flecken von gestern waren uf den Bildern nicht mehr zu sehen.

Im H-Alpha-Licht war die Aktivität weiter zurück gegangen. Am Rand erkannte ich trotz der widrigen Bedingungen 5 Protuberanzenherde – 4 am Ost- und einen am Westrand -, darunter ein schöner, in sich zerfasert wirkender Bogen. Auf der Oberfläche fand ich zwar 4 Flaregebiete, aber kein einziges Filament! Allerdings war der Süden nicht mehr ganz erscheinungsfrei, denn tief im Südosten steht eine Protuberanz, die gerade in ein Filament übergeht und dabei leicht dreidimensional wirkt. Der »Rest« der Sonne war ziemlich leer und aufgrund des Syphs konnte ich nicht mal das chromosphärische Netzwerk – erkennbar an feingliedrigen, über die gesamte Sonne verteilte Strukturen - ausmachen. Der kleine Aktivitätsschub scheint schneller vorbei zu sein, als ich erwartet hatte ...

Sonntag, 4. Juni 2017

Sonne am 4.6.2017

Wieder zeigte sich die Sonne – nach anhaltenden und ergiebigen Regengüssen - erst am Nachmittag die Sonne und unterlag dabei einem ziemlich schlechten Seeing. Der Sonnenrand wallte und die Oberfläche blubberte vor sich hin. Außerdem trafen sich exakt vor der Sonne zwei unterschiedlich hohe Wolkenformationen, die aus unterschiedlichen Richtungen kamen, was das Beobachten nicht gerade einfach machte.

Hinter der weiter nach Westen gewanderten AR 12661 hatte sich im Fackelfeld keine für mein Fernrohr sichtbare Fleckengruppe gebildet. Auf SDO-Aufnahmen ist hier aber durchaus etwas zu sehen. Ob die AR 12661 die nächsten Tage überleben wird, ist fraglich, denn im voranschreitenden Teil war nur noch eine rudimentäre Penumbra zu sehen, anscheinend löst sie sich hier gerade wieder auf. Ich zählte hier 15 Einzelflecken und stufte sie als D-Gruppe nach der Waldmeier-Klassifikation ein.

Im H-alpha-Licht war die Aktivität nicht weiter angestiegen. Im Süden war die Oberfläche weiter erscheinungsfrei, im Norden befanden sich 4 Flaregebiete und nur noch zwei unscheinbare Filamente, während ich am Sonnenrand 7 Protuberanzenherde sehen konnte. Die meisten übrigens im Osten, genau »hinter« der AR 12661. Hier ist in den kommenden Tagen möglicherweise mit »neuer« Aktivität zu rechnen. Warten wir es ab ...

Samstag, 3. Juni 2017

Sonne am 3.6.2017

Erst am Nachmittag zeigte sich über Hamburg die Sonne – zu diesem Zeitpunkte sollte es schon regnen und gewittern -, doch der Himmel war nicht blau, sondern eher weißlich. Entsprechend schlecht war auch das Seeing, das oft nur einen heftig wallenden Sonnenrand und »blubberige« Oberflächendetails zeigte. Im H-alpha-Licht war das Bild schon fast zu dunkel, um überhaupt etwas zu sehen.

Im Weißlicht gab es weiterhin nur die AR 12661 zu beobachten. Sie hatte gegenüber gestern die ohnehin nur rudimentär vorhandene Penumbra verloren und besaß nur noch zwei davon. Deshalb klassifizierte ich sie als D9. In dem großen Fackelfeld dahinter meinte ich dicht am Sonnenrand was Dunkles zu sehen, möglicherweise eine weitere Fleckengruppe. Ich konnte das aber nicht verifizieren, so dass ich bei einer Gruppe blieb. Vielleicht erkennt man hier morgen mehr.

Im H-alpha-Licht war die Aktivität entgegen meiner Annahme vor ein paar Tagen stark zurückgegangen. Am Rand tummelten sich 8 kleine Protuberanzen – die meisten am Ostrand – und auf der Oberfläche waren neben 2 Flaregebieten (eines im Bereich der Fleckengruppe) nur 5 mehr oder weniger unauffällige Filamente zu finden. Praktisch die gesamte Südhalfte der Sonne war erscheinungsfrei, alle anderen gehörten zum Norden. Der erwartete, von der H-alpha-Akitivät ausgehende Schub ist leider ausgeblieben – nicht Neues in dieser Phase des zu Ende gehenden 24. Sonnenfleckenzyklus.

Freitag, 2. Juni 2017

Sonne vom 30.5.-2.6.2017

Vier Tage nach dem letzten Blogeintrag sind vergangen und seit dem hat sich sogar auf der Sonne was getan. Das Seeing war an allen Tagen sehr ähnlich, der Himmel blau und die Luftbedingungen schlecht. Oft flirrte das Bild nur so vor sich hin und es zeigte sich nur alle paar Sekunden ein wirklich stabil klares Bild.

Im Weißlicht war die Sonne am 30. und 31. Mai fleckenfrei. Mit Beginn des neuen Monats erschien am Ostrand die neue Region mit der Bezeichnung AR 12661, die gleich vom ersten Tag an als D-Gruppe eingestuft werden konnte. Heute war sie mit der Sonnenrotation ein Stück weiter gewandert und man konnte sie – trotz der leichten perspektivischen Verkürzung am Sonnenrand – sehr schön beobachten. Alle 10 Flecken darin waren in drei Penumbren eingebunden und die Gruppe hat Potenzial zu mehr. Wer weiß, vielleicht wird auch ihr bald eine E- oder sogar F-Gruppe, wenn ihr nicht vorher – wie so vielen anderen Gruppen – vorher die Puste ausgeht.

Beinahe analog zur Situation im Weißlicht gestaltete sich die Aktivität auch im H-alpha-Licht. Erst mit der neuen AR 12661 stieg sie wieder an. So konnten gestern bereits 9 Protuberanzen – die größten am Westrand -, 6 Filamente und 3 Flaregebiete sehen. Heute gab es im Südwesten einen schönen Protuberanzenbogen, der eine Tendenz zum Aufstieg zeigte – insgesamt zählte ich 10 (!) Protuberanzen – sowie 2 sehr helle Flaregebiete, aber nur 5 Filamente, die besonders im Norden trotz ihrer Länge nur sehr schwer zu erkennen waren. Rund um die AR 12661 leuchtete eines der Flaregebiete sehr hell auf. Schon gestern gab es hier um 1:43 UT einen hellen C6.6-Flare und die Wahrscheinlichkeit für einen M-Flare wurde als erhöht eingestuft. Von der Gruppe dürfte noch einiges zu erwarten sein, wenn sie nicht, wie erwähnt, schon vorher schlapp macht!

Montag, 29. Mai 2017

Die Sonne vom 27.-29.5.2017

Drei Tage sind seit dem letzten Blogbeitrag vergangen, doch viel hat sich seit dem nicht viel getan. Nur eines: nach dem ich aus Astrourlaub in der Eifel zurückkam, musste ich wieder mal feststellen, wie katastrophal schlecht mein Hamburger Standort ist. Dort gutes Seeing und eine Horizontsicht in allen Richtungen, bei mir: mieses Seeing und überall Hindernisse in Form von Häusern und Bäumen und eine extrem eingeschränkte Sicht.

Im Weißlicht hatte sich auf der Sonne praktisch nichts getan. Die AR 12659 ist seelenruhig mit der Rotation über die Sonne gewandert und hielt bis heute die Waldmeierklasse D. Aufgrund des heutigen, sehr randnahen Blickwinkels konnte ich sie nur als C6 wahrnehmen.

Ähnliches gibt es aus dem H-alpha-Licht zu berichten. Am 26. waren ja vermehrt Protuberanzen und ein paar Filamente am Ostrand aufgetaucht und ließen die Hoffnung aufkeimen, dass sich hier eine neue Fleckengruppe bildete. Das war leider nicht der Fall, zwar wanderten einige interessante Filamente herein und es gab auch zwei sehr aktive Flaregebiete, die aber nur wenig »brachten«. Aus der AR 12659 stieg am 27. um 18:30 UT ein B9.2-Flare auf. Immerhin kam es noch zu zwei weiteren Ereignissen, nämlich einen C3/Sf-Flare am 28. um 19:28 UT und ein C1/Sf am 28. um 23:13 UT am 23. um 5:24 UT und am 27. um 15:00 UT, beide aus der AR 12659. Zuvor hatte sich dort am 27. um 18:30 UT ein B9.2 ereignet.

Verantwortlich für den kräftigsten geomagnetischen Sturm der vergangenen Tage war übrigens ein erdwärts gerichteter koronaler Massenauswürfe ohne direkten Bezug auf eine Fleckengruppe, der am 23. um 5:24 UT registriert worden war und am 27. im Erdmagnetfeld eintraf. In der Nacht zum 28. waren (horizontnahe fotografische) Polarlichter, die bis hinein in den Oldenburger Raum und nach Halberstadt zu sehen waren.

Die NOAA hatte zwischenzeitlich bei einem Gebiet die Nummer 12660 vergeben, es bildete sich jedoch keine Fleckengruppe im Weißlicht. Und so hatte die Zahl der Erscheinungen im H-alpha-Licht auch schon wieder abgenommen. Heute waren nur noch 6 Protuberanzen, 7 Filamente und 2 Flaregebiete zu sehen. Das größte war übrigens ein langgestrecktes Filament auf der Osthälfte der Sonne, das bei meinem schlechten Seeing aber nur schwer zu erkennen war. Möglicherweise stehen nun wieder ein paar fleckenfreie Tage ins Haus, weil weit und breit kein richtiges Aktivitätsgebiet auf der Sonne zu sehen ist.

Freitag, 26. Mai 2017

Sonne am 26.5.2017

Nach einer durchgemachten Astronacht unter bestem Eifelhimmel (SQM-L = 21,4) war der Vormittag wieder sehr sonnig und so konnte ich in Neroth den Tag wieder mit einer Sonnenbeobachtung beginnen. Das Seeing war allerdings eher mittelprächtig, aber gerade noch gut.

Im Weißlicht war die AR 12659 mit der Rotation ein Stück weiter nach Westen gewandert und eine D10, nun wieder mit ein paarl Flecken außerhalb der drei Penumbren. In dieser Richtung waren denn auch die beiden einzigen Fackelfelder zu finden.

Im völligen Gegensatz dazu der Anblick im H-alpha-Licht: am West- und mehr noch am Ostrand standen 10 Protuberanzen unterschiedlichster Formen, inkl. einem über der Oberfläche schwebendem Teil. Die Oberfläche glänzte mit 5 (!) verschieden hell leuchtenden Flaregebieten – das hellste im Nordwesten – und 12 zumeist sehr kleinen, punktförmigen Filamenten. 

Etliche von ihnen tummelten sich am Ostrand, wo anscheinend ein größeres Aktivitätsgebiet hereinrotiert – die dreidimensional wirkenden und über den Rand hinausgreifenden Exemplare waren selbst im PST eindrucksvoll zu sehen – und wo im Weißlicht nicht einmal Fackelfelder zu sehen waren. Die Augen und Hoffnungen der Sonnenbeobachter konzentrieren sich in Erwartung einer gesteigerten Fleckentätigkeit derzeit auf den Ostrand, können aber auch sehr schnell enttäuscht werden, wenn dort wieder nichts Neues auftaucht. Man darf gespannt bleiben, wie es weitergeht.

Donnerstag, 25. Mai 2017

Sonne am 25.5.2017

Der Morgen war sonniger als angekündigt und so konnte ich – dieses Mal nach dem Duschen – gleich mit der Beobachtung loslegen. Ganz verschwunden waren die Wolken freilich noch nicht, doch die Sicht und das Seeing reichten für eine weitgehend störungsfreie Beobachtung aus.

Im Weißlicht hatte sich die einzige Fleckengruppe, die AR 12659, zu einer D8 weiterentwickelt, dabei steckten nun alle Flecken in den drei Penumbren drin, während es außerhalb davon keine zu sehen gab. Zwar konnte ich darüber hinaus noch drei Fackelfelder sehen, das war es dann aber auch schon mit dem Weißlicht.

Viel spannender dagegen war die Aktivität im H-alpha-Licht, vor allem am Ostrand, wo gerade ein größeres Aktivitätsgebiet herumzukommen schien. Gleich zwei breite Büschelprotuberanzen und ein paar kleinere Spitzen standen hier, während das gestern noch sehr eindrucksvolle Geflecht mit der Sonnenrotation am Westrand verschwunden war. Nur einige kleine Spitzen schauten hier über den Rand, während das Aktivitätsgebiet im Südwesten noch vorhanden war und daneben ein weiteres entstanden war. Am Ende kam ich hier auf 12 Protuberanzen.

Auf der Oberfläche war die Aktivität dagegen eher gering. Die Osthälfte der Sonne war nahezu erscheinungsfrei, auf der westlichen konnten 4 Flaregebiete ausgemacht werden – eines davon sehr hell und aktiv – und außerdem gab es nur 6 kleine, oft nur stummelige, Filamente zu sehen.Lediglich ganz im Nordwesten war ein Filament etwas flächiger. Vor allem die Aktivität am Ostrand nährt die Hoffnung, dass in den kommenden Tagen hier was größeres in das Blickfeld zur Erde hereinrotiert und dass dann auch für das Weißlicht etwas zählbares dabei herauskommt. In ein paar Tagen, vielleicht aber auch schon morgen, wissen wir mehr!

Mittwoch, 24. Mai 2017

Sonne am 24.5.2017

Der Tag begann weniger sonnig, als die vorangegangenen. Zunächst schien die Sonne früh in mein Zimmer und ich dachte, noch ein wenig zu warten, bis sie etwas höher stand, um dann zu beobachten, kurz darauf war der Himmel zu, um kurz nach 9 Uhr die Sicht auf die Sonne wieder freizugeben.Noch vor dem Duschen ging es nach draußen, um die vermeintlich kurze Wolkenlücke auszunutzen. Das Seeing war ganz ordentlich, wenn auch nicht gut, und letzte Wolken störten nur zu Anfang die Beobachtung.

Im Weißlicht gab es eine Überraschung: von den vier gestern noch zu sehenden Fleckengruppen war nur noch eine übrig geblieben, die AR 12659, die heute eine C11 war. Auch längeres Suchen brachte keinen Erfolg, gleich drei Gruppen hatten sich binnen eines Tages aufgelöst, nicht ungewöhnlich für die Vorminimumsphase.

Stattdessen tobte im H-alpha-Licht das Leben. Im Nordosten war von dem bereits gestern erwähnten Geflecht immer noch etwas zu sehen, Bögen, ein Tannenbaum und reichlich Verwirbelungen. Die beiden Protuberanzen im Südwesten waren auch noch vorhanden und hatte sich nur wenig verändert. Genau auf der gegenüberliegenden Seite am Ostrand rotierten allerdings neue und ebenso imposante Materiebögen herein, die sehr einem Viadukt und einer undefinierbaren Büschelform glichen. Insgesamt 11 Protuberanzen konnte ich am Sonnenrand zählen.

Auf der Oberfläche sprangen mir 3 helle Flaregebiete förmlich ins Auge, während ich nach Filamenten intensiv suchen musste. Insgesamt fand ich davon nur 6 Stück. Weite Bereiche der Sonnenoberfläche waren weiter erscheinungsfrei, vor allem auf der Osthälfte.

Dass im Weißlicht die Aktivität runtergeht, während sie im H-alpha-Licht zunimmt, liegt vorwiegend an den immer schwächer werdenden lokalen Magnetfeldern. Ein Vergleich mit aktuellen Magnetogrammen zeigt deutlich die immer einfacher werdende Struktur der Magnetfeldlinien, was gleichbedeutend mit abnehmender Aktivität ist. Die Sonne schafft es, vereinfacht gesagt, nicht mehr, zu jedem Aktivitätsgebiet eine im Weißlicht sichtbare Fleckengruppe zu erzeugen. Ein völlig normales Verhalten etwa 2 Jahre vor dem Minimum.

Dienstag, 23. Mai 2017

Sonne am 23.5.2017

Nachdem die auch die letzte astronomisch nicht nutzbar war, weil gegen Abend erst Schleier- und dann dicke Wolken aus Richtung Frankreich hereingezogen kamen, begann der Tag wieder sehr sonnig, bei doch ganz gutem Seeing.

Im Weißlicht war die Aktivität wieder in der Rückwärtsbewegung: Zwar waren alle vier Gruppen vorhanden, die man schon gestern sehen konnte, doch sie hatten sich fast alle zurück entwickelt. Die AR 12859 war wieder nur eine J1, die AR 12656 auf die Stufe A mit einem Fleck herabgefallen. Die dicht beieinander stehenden Aktiven Regionen 12658 und 12660 waren heute nur noch B-Gruppen ohne Penumbren, mit 5 bzw. 7 Flecken.

Weitaus spannender war es im H-alpha-Licht. Als erstes fiel mir ein dichtes Protuberanzen-Geflecht im Nordwesten auf, das eine ziemlich verwirbelte Struktur besaß, wo einzelne Bänder, schwebende Teile, Bögen- und Torbögen ineinander überzugehen schienen. Da wird sich wohl in den kommenden Stunden noch ordentlich was entwickeln. Im Südwesten standen zwei kleinere Protuberanzen, am Ostrand gab es dagegen lediglich ein paar kleine Spitzen, die gerade so eben hervorlugten. Insgesamt kam ich auf 9 Protuberanzen.

Auf der Oberfläche war hingegen das große Doppelfilament verschwunden, dafür gab es nur noch 6 kleine Exemplare und 3 Flaregebiete. Global gesehen hat sich die H-alpha-Aktivität derzeit auf die Westhälfte der Sonne verlagert, die Osthälfte ist nahezu erscheinungsfrei!

Montag, 22. Mai 2017

Sonne am 21. und 22.5.2017

Am Tage des Beginns meiner Urlaubsreise nach Daun – zum zweiten Mal binnen 2 Monaten – konnte ich vor der Abfahrt auf dem Dachboden noch bei blauem Himmel und miesem Seeing beobachten.

Im Weißlicht waren zu diesem Zeitpunkt mit der AR 12656 und der AR 12658 nur zwei J1-Gruppen zu sehen, verteilt auf die Nord- und Südhalbkugel der Sonne. Während der knapp fünfstündigen Fahrt in den Süden bildete sich auf der Sonne aber noch eine weitere Gruppe, eine D4 hinter der AR 12656.

In Daun angekommen, hatte ich zwar mit ziemlicher Bewölkung zu kämpfen und auch das Seeing war eher schlecht, doch die neue Gruppe war dennoch gut zu sehen. Am heutigen Morgen dann die Überraschung: die AR 12659 – so die NOAA-Nummer der neuen Gruppe – war nur noch eine C3 und dahinter war eine B7-Gruppe entstanden.

Im H-alpha-Licht waren an beiden Tagen kaum große Protuberanzen zu sehen – gestern 4 und heute 6, wobei im Nordwesten heute ein größerer Torbogen zu sehen war -, während es auf der Oberfläche 4 bzw. 2 Flaregebiete und 7 bzw. 8 Filamente zu beobachten waren. Hier war besonders ein längliches Filament nahe des Sonnenmeridians interessant, in dessen Verlängerung jetzt ein weiteres entstanden ist.

Sollte eines der beiden Filamente eruptieren, wäre es die ideale Position, um in den kommenden Tagen Polarlichter zu erzeugen, die bei Mitternachtsdämmerung allerdings längst nicht so eindrucksvoll sind, wie in der dunklen Jahreszeit. Jedenfalls scheint es derzeit wieder einen kleinen Aktivitätsschub zu geben und man darf gespannt sein, wie lange er andauert und wie intensiv er noch ausfallen wird.

Samstag, 20. Mai 2017

Sonne am 20.5.2017

Unzuänglichkeiten beim Wetter hatten mir gestern den nächsten Ausfalltag eingebracht – der Himmel war solange klar, bis ich mit der Beobachtung beginnen wollte, dann zog es zu. Bis zum Abend – da gab es heftige Gewitter – war die Sonne auch nicht mehr zu sehen. Anders heute morgen. Da begann der Himmel kurz nach 8 Uhr aufzureißen und ich konnte auf dem Dachboden mit der Beobachtung und einem zeitweise recht guten Seeing geninnen.

Im Weißlicht gab es nur zwei Fleckengruppen: die AR 12656 im Norden als J1 und die AR 12658 als C3 im Süden. Hier konnte ich hinter der Penumbra mehr oder weniger deutlich noch kleine Flecken sehen.

Das H-alpha-Licht zeigte mir 7 Protuberanzen, von denen lediglich 3 größer ausfielen und der Rest als kleine Spitzen über den Rand lugten. Auf der Oberfläche sah ich dann 3 schwach leuchtende Flaregebiete und 6 Filamente. Das größte war das mit den Flügeln von vor zwei Tagen, das aufgrund der Sonnenrotation jetzt ein Stück weiter in Richtung Sonnenmeridian gewandert ist.

Donnerstag, 18. Mai 2017

Sonne am 18.5.2017

Kurz vor meiner Abreise zum heutigen Betriebsausflug hatte ich noch die Gelegenheit, auf dem Dachboden zu beobachten. Der Himmel war leicht syphig, aber das Seeing leicht unterdurchschnittlich.

Im Weißlicht war die neue AR 12956 aufgrund des Seeings eher schlecht zu sehen. Zeitweise konnte ich dahinter noch einen kleinen Fleck sehen, sodass ich die Gruppe als C2 klassifizierte. Eine weitere Gruppen konnte ich – zunächst – nicht finden. Die gelang mir erst später, sozusagen in der letzten Wolkenlücke des Tages. Da konnte ich die exakt südlich der AR 12956 stehende J1 finden, nachdem ich sie am Morgen noch übersehen hatte und die wohl die NOAA-Nummer 12957 erhalten wird. Dazu kamen noch 3 Fackelfelder.

Dass es mit der Sonnenaktivität wieder leicht bergauf geht, sieht man dieser Tage besonders im H-alpha-Licht. Gleich 10 Protuberanzen spürte ich am Sonnenrand auf, die meisten davon am Ostrand. Auf der Oberfläche gab es 4 helle Flaregebiete und 4 Filamente, das größte am Ostrand in Form eines gespreizten Flügels. Die Phase der fast völligen Inaktivität dürfte damit erst einmal wieder vorbei sein.

Mittwoch, 17. Mai 2017

Sonne vom 13.-17.5.2017

Dass es seit dem 12. Mai keinen Blogbeitrag mehr gab, lag auch an der in dieser Zeit äußerst geringen Sonnenaktivität in dieser Zeit. Das Wetter spielte bis auf den 16. Mai – da war wegen Wolken und Regen keine Beobachtung möglich – meistens mit, das Seeing war aber an allen Tagen durchweg eher mittelmäßig. Selbst nach der Rückkehr von der ATT konnte ich abends noch die Sonne beobachten, doch diese blieb bis zum erwähnten 16. fleckenfrei. Das änderte sich mit dem heutigen Tag, als ich endlich mal wieder einen deutlich wahrnehmbaren Fleck erwischte, einen Einzelfleck mit Penumbra. Ich klassifizierte ihn als J1. Im näheren Umfeld registrierte ich gleich vier verschiedene Fackelfelder.

Im H-alpha-Licht verlief die Aktivität ähnlich: die Zahl der Penumbren lag durchweg bei 3 bis 4, die der Flaregebiete bis auf den 13. bei 0. Heute, nach einem Ausfalltag, hatte sich das Bild leicht verändert. Es gab 6 Protuberanzen, 5 Filamente und 3 Flaregebiete.

Man darf hoffen, dass wenigstens dieser kleine Fleck mal ein wenig länger existiert und sich nicht nach ein paar Tagen gleich wieder auflöst.

Freitag, 12. Mai 2017

Sonne am 11. und 12.5.2017

Binnen zweier Tage hatte sich an der Sonnenaktivität nicht viel geändert, aber auch die irdischen Beobachtungsbedingungen waren fast identisch, es gab nur wenige Wolkenlücken zur Beobachtungszeit … und an beiden Tagen war das Seeing schlecht.

Im Weißlicht zeigten sich weder Flecken noch Fackeln. Allerdings hatten zwei mir bekannte Beobachter an beiden Tagen für kurze Zeit mal einen A1-Fleck gesehen, anscheinend gibt es eine Gruppe, die, je nach Seeing, mal gesehen wird und mal nicht, unabhängig von der verwendeten Instrumentengröße.

Die Aktivität im H-alpha-Licht war konstant sehr gering. Es gab am 11. nur 4 Protuberanzen, 2 Filamente und kein Flaregebiet, am 12. waren es auch nur 4 Protuberanzen, nun aber 5 Filamente und immer noch kein neues Flaregebiet.

Insgesamt war die Aktivität also sehr gering und man darf immer noch gespannt sein, wie lange diese Phase nun anhält. Wenn allerdings schon im H-alpha nichts zu sehen ist, braucht man im Weißlicht nicht mit großen Aktivitätsgebieten rechnen.

Mittwoch, 10. Mai 2017

Sonne am 10.5.2017

Mit einer Beobachtung hatte ich heute nicht mehr gerechnet. Den ganzen Tag über war der Himmel dicht bewölkt, doch am Abend riss dieser auf, doch der Himmel war sehr syphig. Es gab aber auch wieder jene Momente, in denen eine sinnvolle Betrachtung unseres Tagesgestirns möglich war.

Im Weißlicht gab es keine sichtbare Aktivität mehr: keine Flecken und keine Fackelfelder.

Im H-alpha-Licht war die Aktivität gegenüber gestern noch geringer geworden: nur noch 4 kleine Protuberanzen am Rand, 2 sehr unauffällige Filamente und ein schwaches Flaregebiet. Die Sonne ist nun wirklich in die nächste inaktive Phase eingetreten und man darf gespannt sein, wie lange dieser neuerliche Aktivitätseinbruch andauert. 

Dienstag, 9. Mai 2017

Sonne am 9.5.2017

Es war wieder so ein typisches »Rentnerwetter«: am Vormittag sonnig und nachmittags dicke Wolken. Ich rechnete schon nicht mehr wirklich mit einer Beobachtung, doch dann kamen ein paar Wolkenlücken und bescherten mir doch noch einen Blick auf die Sonne, natürlich bei schlechtem Seeing, was auch sonst.

Im Weißlicht war außer 2 Fackelfeldern nicht zu sehen und selbst der Ostrand zeigte außer seeingbedingten Wellen keine auffällige, dunkle Einbuchtung, die auf einen neuen, größeren Fleck hindeutete. Die Sonne war also wieder einmal fleckenfrei.

Wenig Aktivität zeigte sich auch im H-alpha-Licht: 5 kleine Protuberanzen am Rand – der große Bogen im Osten war schon reichlich zerfasert und hob sich kaum vom Hintergrund ab -, 4 kaum wahrnehmbare Filamente und ein schwaches Flaregebiet. Die Sonne scheint wirklich in die nächste ruhige Phase einzutreten, denn am Ostrand zeigte sich weder ein Flaregebiet noch ein Filament!

Montag, 8. Mai 2017

Sonne am 8.5.2017

So gerade eben konnte ich heute noch die letzten Wolkenlücken für eine Beobachtung nutzen, bevor wieder Wolken die Sicht behinderten. Entsprechend schlecht war das Seeing.

Im Weißlicht war mit der AR 12654 nur noch ein kleiner Fleck – in einem Fackelfeld direkt am westlichen Sonnenrand – zu sehen, die AR 12655 hatte sich offenbar aufgelöst und war nicht mehr zu finden. Dennoch sollte man in den nächsten Tagen mal den nördlichen Ostrand im Auge behalten, denn im H-alpha-Licht war dort eine schöne Bogenprotuberanz zu sehen.

Insgesamt war die Aktivität auch im H-alpha eher gering: am Rand gab es 6 Protuberanzen – zwei kleine Bögen am Ostrand, je einer im Norden und einer im Süden -, 3 kleine Filamente und 1 Flaregebiet. Sollte mit den Protuberanzen kein neues Fleckengebilde mit über den Ostrand rotieren, dürften wir uns wohl wieder auf ein paar fleckenfreie Tage einrichten ...

Sonntag, 7. Mai 2017

Sonne am 7.5.2017

Das Wetter war schon irgendwie merkwürdig: Kurz vor 8 Uhr MESZ gab es eine Mischung aus Wolken, Hochnebel und Syph, doch keine 10 Minuten später war in Richtung Osten die ganze Bewölkung weg, was ich natürlich für eine Beobachtung auf dem Dachboden ausnutzte. Das Seeing war ganz ordentlich und wurde zwischenzeitlich für einige Augenblicke sogar deutlich besser.

Wenig hatte sich in den letzten Stunden im Weißlicht getan. Die AR 12654 war weiter eine J1-Gruppe und die AR 12655 hatte ihren kompletten f-Teil verloren und bestand nur noch aus einem Einzelfleck, einer A1. Das einzig spannende waren die auf 3 angestiegene Zahl der Fackelfelder am Ostrand.

Im H-alpha-Licht hingegen hatte die Aktivität weiter abgenommen. Am Ostrand entdeckte ich nur noch 4 Protuberanzen: zwei größere und zwei kleine. Zusammen mit den photosphärischen Fackeln könnte man annehmen, dass demnächst wieder mal ein Aktivitätsgebiet um den Ostrand herum wandert. Auf der Oberfläche war kaum noch etwas zu sehen. Neben zwei Flaregebieten an den Positionen der AR 12654 und der 12655 kam ich auf 5 winzige Stummelfilamente, ansonsten war sie wieder weitgehend erscheinungsfrei.

Samstag, 6. Mai 2017

Sonne am 6.5.2017

Wieder galt es, zwei Ausfalltage zu überstehen, in denen sich aber nicht soviel auf der Sonne verändert hat. Das Seeing war – wie in der letzten Zeit leider sehr oft festzuhalten – nur mittelprächtig. Nach dem ersten Versuch kurz nach 17 Uhr MESZ (15:00 UT), bei dem ich schon mal im Weißlicht beobachten konnte, musste ich fast zwei Stunden auf die nächste größere Wolkenlücke warten, bei der der Himmel weitgehend aufriss und wohl auch noch ein paar Stunden anhalten wird.

Im Weißlicht war die AR 12654 nur noch ein J1-Gruppe, sie hatte den f-Teil komplett verloren. Inzwischen hatte sich die AR 12655 neu gebildet, war aber auch nur eine B5. Am Ostrand waren zudem zwei relativ unauffällige Fackelfelder zu sehen.

Im H-alpha-Licht war die Aktivität ebenfalls sehr gering. Am Rande konnte ich 6 kleine Protuberanzen ausmachen: am Westrand einen längeren gebogenen Strich, am Ostrand nur schwer definierbare Formen. Einige lugten auf wieder nur mit einer kleinen Spitze über den Rand. Die Oberfläche bot auch wenig Aufregendes: zwei Flaregebiete an den Positionen der AR 12654 und 12655 und 6 stummelartige Filamente. Während der H-alpha-Beobachtung wurde das Seeing leicht besser und die wenigen Oberflächendetails waren gestochen scharf auszumachen.

Mittwoch, 3. Mai 2017

Sonne am 3.5.2017

Die heutige Beobachtung war – gelinde gesagt – schwierig. Der Himmel war stark syphig mit Wolken und zeitweie war im Okular nicht mal ein klare definierbarer Sonnenrand zu sehen. Es gab aber auch andere Abschnitte und durch die konnte ich dann quasi durch die »Milchsuppe« am Himmel hindurchschauen.

Im Weißlicht war mit der AR 12654 in den letzten Tagen eine neue (D-)Gruppe auf der erdzugewandten Seite der Sonne entstanden, während die AR 12653 am Westrand verschwunden war. Dort war denn auch das einzige Fackelfeld zu sehen.

Nahezu gespenstisch die Aktivität im H-alpha-Licht: die war nämlich kaum vorhanden. Erst ein Vergleich mit Satellitenaufnahmen ergab, dass das nicht nur am Seeing und den schlechten Beobachtungsbedingungen lag. Am Rand konnte ich noch 6 Protuberanzen sehen - darunter zwei größere genau im Osten und Westen gegenüberliegend und vier klitzekleine – und auf der Oberfläche zunächst gar nichts. 

Erst nach und nach zeigten sich 2 Flaregebiete und zwei auffallend kleine Filamente: beide genau am Westrand liegend. Darüber hinaus war die Oberfläche im H-alpha-Licht praktisch völlig erscheinungsfrei. Die nächste erscheinungs- und fleckenfreie Periode scheint unmittelbar bevorzustehen und man darf gespannt sein, ob die AR 12654 die nächsten Tage überstehen wird. 

Montag, 1. Mai 2017

Sonne am 1.5.2017

Der Tag begann zwar sonnig, aber mit einem weitgehend cirrigen Himmel und einem so schlechten Seeing, wie ich es lange nicht mehr erlebt habe. Die angekündigte Wetteränderung machte sich bereits bemerkbar: im Weißlicht war der Himmelshintergrund weißlich, im H-alpha-Licht hellrot … Der Rand war ständig heftiger Bewegung ausgesetzt und beinahe ständig gezackt und die Oberfläche blubberte munter vor sich hin, daher schätzte ich die Beobachtungbedingungen nach der fünfstufigen Kiepenheuer-Skala auf jeweils 4 für Ruhe und Schärfe ein.

Im Weißlicht hatte sich einiges verändert. So war die AR 12654 nicht mehr zu sehen und die AR 12651 um den Westrand wegrotiert. Übrig blieb nur die AR 12653, die nach wie vor eine kleine J1 war, bei dem üblen Seeing aber zwischendurch immer wieder mal im allgemeinen Seeinggeblubber »abtauchte«.

Im H-alpha-Licht hingegen störten die miserablen Bedingungen – wie schon oft beobachtet – fast gar nicht. Sie waren lediglich am leicht gezackten Rand und den schnellen Bewegungen dort zu erkennen. 6 Protuberanzen waren dort zu finden und an der Position der alten AR 12651 leuchtete eine hell auf, womöglich war hier ein Flare aktiv. Ausgestossene Sonnenmaterie war aber nicht zu sehen. Neben drei Flaregebieten – eines im Osten leuchtete gerade hell auf – zählte ich 9 Filamente, die sich wie eine lange Kette von Südost nach Nordwest dahinzog und die unterschiedlichsten Formen aufwiesen. Bis auf das helle Flaregebiet war außerhalb des von den Filamenten überdeckten Bereichs die Sonne in diesem Wellenlängenbereich völlig erscheinungsfrei.

Sonntag, 30. April 2017

Sonne am 30.4.2017

Es ist einige Zeit her, seit ich das letzte Mal an einem wolkenfreien Morgen gleich nach dem Aufstehen die Sonne beobachten konnte. Meist saß ich auf der Arbeit und durfte mich nachmittags mit Wolken und nur wenigen Lücken darin abquälen. Dafür war das Seeing heute schlechter als gestern ...

Im Weißlicht war die Aktivität weiter sehr statisch und allein durch die Sonnenrotation bestimmt: Die AR 12651 stand direkt am westlichen Sonnenrand in einem auffällig hellen Fackelfeld und war bereits halb um den Rand rotiert, während die AR 12653 weiter eine kleine J1 war. Die AR 12654 war als A1 sehr schwer zu finden und mir gelang es auch nur durch Zufall, als ich in der fraglichen Gegend nachschaute. Mit etwas weniger Konzentration oder noch schlechterem Seeing hätte ich sie wahrscheinlich übersehen und es ist fraglich, ob sie die kommenden Tage überstehen wird.

Im H-alpha-Licht hingegen störte das Seeing fast gar nicht, es gab aber auch weniger zu sehen. Am Sonnenrand standen 7 Protuberanzen und nur eine im Nordosten war größer, aber deutlich schwächer wahrzunehmen als gestern. Fast gegenüber am Westrand, nördlich der Position der AR 12651 leuchtete eine kleine Protube hell auf, der Rest lugte nur knapp über den Sonnenrand hinaus. Die Oberfläche wirkte auch fast leer, obwohl ich hier 3 schwache Flaregebiete und 7 Filamente vorfand. Nur eine im Westen war wirklich auf den ersten Blick zu finden, der Rest nur klein, punkt- oder stummelförmig. Der Rest der Sonnenoberfläche war auch im H-alpha-Licht erscheinungsfrei. 

Samstag, 29. April 2017

Sonne am 29.4.2017

»Beobachten bis die Wolken kommen«, das war des Motto am frühen Morgen, denn kaum wachgeworden, stürzte ich aus dem Bett, nahm meine »Sonnensachen« und lief auf den Dachboden. Nach dem Aufbau war ich zunächst erschrocken, denn das Seeing war gruselig, besserte sich aber mit zunehmender Beobachhtungsdauer. Und vor allem: der Himmel war wolkenfrei … noch!

Im Weißlicht hatte es keine Veränderungen gegeben. Die AR 12651 war im Norden weiter eine C2 und stand nun mitten im randnahen Fackelfeld. Im Sünden war die AR 12653 wieder eine J1. Beide sehr leicht zu finden. Probleme machte nur die kleine A1-Gruppe, die ich gestern noch relativ problemlos fand, was mit heute aber nicht auf Anhieb gelingen sollte. Erst nach ein paar Minuten, als das Seeing mal kurz »stand« ploppte sie plötzlich auf und ich konnte sie sicher halten. Von der NOAA hatte sie inzwischen eine eigenständige Nummer erhalten: AR 12654.

Das in dem Augenblick deutlich bessere Seeing ließ mich deutlich mehr Einzelheiten erkennen. Herausragende Erscheinungen waren am Ostrand zwei steil aufragende Protuberanzen, die auch gleichzeitig die beiden größten von insgesamt 7 waren. Der Rest war wieder nur klein und mickrig. Auf der Oberfläche waren 4 sehr großflächige Flaregebiete zu erkennen, auch an Positionen, an denen es im Weißlicht keinen Fleck gab. Das Gesamtbild wurde durch 8 kleine Filament-Stummel abgerundet, die ziemlich regellos verteilt waren.

Als ich eine ruhige Abschlussbetrachtung vornehmen wollte, tauchten plötzlich Wolken auf und beendeten meine Beobachtung. Beim Entstehen dieses Blogbeitrags sind sie übrigens wieder verschwunden ...