Samstag, 25. November 2017

Sonne vom 23.-25.11.2017

Ein weiteres Mal führte schlechtes Wetter, wie es für den November typisch ist, zu mehreren Ausfalltagen. Gleichzeitig wird die Kulminationshöhe zur Mittagszeit immer geringer, sodass ich derzeit nur noch zwischen etwa 12 und 13 Uhr beobachten kann. Vorher und nachher wird die Sonne von Bäumen oder Häusern verdeckt. Dieser Zeitraum wird sich bis zur Wintersonnenwende noch um eine weitere halbe Stunde verkürzen, sodass ich künftig nur noch zwischen 12:00 und 12:30 Uhr beobachten kann.

Seit dem letzten Blogbeitrag konnte ich aber erst einmal an 3 weiteren Tagen, nämlich am 23. 24, und dem heutigen 25. November beobachten. Viel hatte sich im Weißlicht nicht getan in dieser Zeit, die Sonne war fleckenfrei. Nur heute konnte ich immer dann, wenn das Seeing einen Tick besser war, eine kleine A1-Gruppe nahe des Sonnenmeridians finden.

Seit Tagen war dagegen die Aktivität im Hα-Licht deutlich erhöht. Neben einer mehr oder weniger geringen Anzahl an wenig aktiven Protuberanzen und zwei Flaregebieten, aus denen aber nichts aufstieg, war vor allem ein riesiges Filament auf der Südhalbkugel der Sonne bemerkenswert. Es war am 18. oder 19. November durch die Sonnenrotation über den Ostrand hereinrotiert und hält sich bis zur Stunde sehr stabil und zeigt seit dem kaum Veränderungen. Dabei hätte so ein riesiges Filament – es überdeckt weite Teile des Südens und war selbst im PST deutlich dreidimensional »schwebend« zu sehen – durchaus das Potenzial für eine Eruption. Ein derartiges Gebilde kann sich auch auflösen und auf die Sonnenoberfläche zurückkrachen, wo es dann Flares auslösen könnte. Doch nichts dergleichen passierte bisher. Das umgebende Magnetfeld muss also sehr stabil sein.

Im Gegensatz zum lokalen Magnetfeld der kleinen A1-Gruppe, das im Magnetogramm sehr auffällig zu sehen ist, wirkt das unter dem Filament eher moderat bis kaum vorhanden. So ist wohl nicht mehr davon auszugehen, dass sich hier noch etwas tun wird. Übrigens gibt es am Westrand ein Magnetfeld, dass sogar eine NOAA-Nummer erhalten hat: 12687. Es ist sehr internsiv, doch im Weißlicht gibt es an der Stelle nur ein etwas größeres Fackelfeld, aber keinen Sonnenfleck ...

Sonntag, 19. November 2017

Sonne am 19.11.2017

Rechtzeitig zur Mittagszeit klarte der Himmel über Hamburg auf, obwohl die Wettervorhersage genau das Gegenteil, nämlich Starkregen und einen total bedeckten Himmel, prognostiziert hatte. Der Vormittag entsprach dem noch ganz gut, doch die bislang nicht eingetretene Sturmlage – nur der Wind hat sich etwas verstärkt und kommt in schwachen Böen daher, die die restlichen Blättern von den Bäumen fegen – sorgte offenbar für eine Auflockerung der dichten Wolkenschicht. Wie auch immer, das Seeing war danz ordentlich und so konnte ich gegen 11:30 Uhr mit der Beobachtung beginnen.

Im Weißlicht war den Anblick der Sonne enttäuschend. Konnte ich vor zwei Tagen noch zwei Gruppen erkennen, so war sie heute wieder fleckenfrei und nur ein Fackelfeld war schwach am südöstlichen Sonnenrand zu erkennen.

Das vollkommene Gegenteil dazu war die Sonne im Hα-Licht. Als erstes fiel mir eine größere Protuberanz im Nordosten auf, die im Laufe des Tages durchaus noch aufsteigen könnte. Daneben gab es noch 6 kleinere Erhebungen am Sonnenrand. Auf der Oberfläche fand ich neben zwei hellen Flaregebieten, die in etwa an den Positionen der beiden im Weißlicht verschwundenen Gruppen standen, insgesamt 11 Filamente. Ein schön geschwungenes Exemplar, gefolgt von einem, das am südöstlichen Sonnenrand gerade frisch hereinrotierte, war dabei am auffälligsten. Vier Filamente waren kurz und strich-, der Rest nur punkt- und flatschenförmig. Es ist zu hoffen, dass der gegenwärtig gestiegenen Aktivität im Hα-Licht auch eine im Weißlicht folgen wird!

Freitag, 17. November 2017

Sonne am 17.11.2017

Nach drei Tagen mit andauernder Bewölkung, Regen und jeder Menge Hochnebel zeigte sich der Himmel heute morgen klar und sonnig und auch das Seeing war beser als bei den vorangegangenen Beobachtungen. Dafür musste ich Geduld haben, zu sehen, wie die Sonne langsam hinter dem Nachbarhaus hochkroch, um dann 5 Minuten später hinter einem Baum zu stehen.

In den Tagen, an denen ich nicht beobachten konnte, tauchte – wie selbstverständlich – eine neue Fleckengruppe auf, die AR 12687, deren bisherige Entwicklung ich komplett verpasst hatte. Und nein: es ist nicht die, die wir drei Umläufe lang verfolgen konnten. Es ist eine vollkommen neue Gruppe. Auf Satellitenaufnahmen war zu sehen, dass sie gestern noch wie eine C-Gruppe aussah. Heute dagegen hatte sie einige der kleineren Flecken schon wieder verloren und sie sah eher wie ein langer Strich, bestehend aus einer Penumbra aus, weswegen ich sie als J5 mit 4 Flecken in und einem außerhalb des Hofgebietes, klassifizierte.

Selbst im Hα-Licht war die Aktivität endlich wieder einmal unter besserer Luftgüte zu beobachten. Am Rand zeigten sich 10 mehr oder weniger kleine Protuberanzen – die meisten als kleine Spitzen, die über den Rand hinausragten. Über dem südwestlichen Rand schwebte eine pyramidenartige Wolke und im Südosten war ein Gebiet im Südosten besonders interessant, wo sich eine große, aber sehr flache Protuberanz fand, deren erste Ausläufer auch als kleines Filament zu sehen war. Davon gab es auf der Oberfläche übrigens nur 3 Exemplare, die alle nur punkt- oder matschförmig waren. Im Bereich der neuen AR 12687 befand sich ein umfangreicheres Flaregebiet. Ds zweite stand weiter westlich, war aber nicht mit einer im Weißlicht sichtbaren Fleckengruppe assoziiert.

Auch wenn sich derzeit gerade mal wieder etwas auf der Sonne tut, so gleicht das doch sehr dem Fleckenminimum. Im ganzen Monat gab es noch keinen einzigen Flare zu sehen und die einzige geomagnetische Aktivität – derzeit ist wieder ein kleiner G1-Sturm unterwegs – ging von Koronalöchern aus. Freuen wir uns also über jede noch so kleine Fleckengruppe, die wir sehen können, die nächste fleckenfreie Phase kommt bestimmt!

PS: Es gibt Tage, da braucht man einen Nachtrag. So wie heute. Erst durch einen Beobachterkollegen aus Halstenbek wurde ich darauf aufmerksam, dass es da noch eine zweite Gruppe auf der Sonne gab. Diese - ich stufte sie als B2 nach der Waldmeierklassifikation ein - war aber mit meinem kleinen 80/400er Refraktor nur sehr schwer zu sehen. Sie war mal da, versank dann im Seeing und tauchte wieder daraus auf. Eine harte Nuss, wie man so sagt. Aber sie war definitiv auch in meinem kleinen Fernrohr zu sehen, wenn auch hart an der Auflösungsgrenze ...

Montag, 13. November 2017

Die Sonne am 12. und 13.11.2017

In den letzten beiden Tagen hat sich nicht wirklich viel auf der Sonne ereignet. Nur die Beobachtungsbedingungen waren höchst unterschiedlich. Konnte ich gestern anfangs nur durch einen völlig verschleimten Himmel schauen, der im Okular nicht mal einen klar definierbaren Sonnenrand erkennen ließ, wurde kurz nach Mittag für kurze Zeit die Sicht deutlich besser und das Seeing war ganz annehmbar. Heute dagegen war der Himmel klar und wolkenlos und das Seeing eine Katastrophe. Der Rand war heftig am Wallen und die Oberfläche blubberte nur so vor sich hin. Die Augenblicke mit ruhiger Luft waren heute extrem selten. Zudem musste ich mich beeilen, da die Sonne nach dem »Aufgang« hinter einem Haus nur 15 Minuten später hinter einem Baum und der Wand meines Wohnhauses verschwinden würde.

Im Weißlicht war immer noch kein neuer Fleck zu sehen, womit die Sonne nun 13 Tage in Folge fleckenfrei ist.

Wenigstens gab es im Hα-Licht ein gewisses Maß an Aktivität. Zwar konnte ich weder gestern noch heute irgendwelche Flaregebiete finden, dafür aber 6 bzw. 5 Protuberanzen am Rand und 4 bzw. 7 Filamente auf der Oberfläche. Die Protuberanzen waren zwar klein, zeigten aber dennoch einige interessante Bogenstrukturen. Von den Filamenten waren gestern und besonders heute nur wenige flächig, die meisten sahen aus wie etwas zu groß geratene Punkte. Die Aktivität der Sonne bleibt also weiter niedrig und man darf gespannt sein, wie lange die aktuelle Niedrigphase noch andauern wird. Die nicht vorhandenen Flaregebiete lassen allerdings auch für die kommenden Tage nichts Gutes erwarten, obwohl sich täglich, ja sogar stündlich, ein neues Gebiet bilden könnte. Die aktuellen Magnetogramme zeigen zudem auch keine nennenswerte Aktivität mehr an.

Samstag, 11. November 2017

Die Sonne vom 8.-11.11.2017

Seit 11 Tagen ist die Sonne nun schon am Stück fleckenfrei und selbst im Hα-Licht tut sich nicht gerade viel. Nach dem Verschwinden beiden großen Gruppen AR 12685 und 12686 als H- bzw. A-Gruppe hat sich keine weitere Fleckengruppe mehr gezeigt und man könnte fast den Eindruck gewinnen, das die Sonne ihre gesamte Tätigkeit eingestellt hat. Das dem natürlich nicht so ist, zeigt die immer noch vorhandene und teilweise recht ansehnliche Aktivität im Hα-Licht. Das war auch bei meinen letzten beiden Beobachtungen nicht zu übersehen. Zwar litten diese unter teilweise sehr schlechtem Seeing, wie es zwischen Oktober und März immer anzutreffen ist, dennoch waren mehrfach schöne Details zu sehen.

Man darf gespannt sein, was in den kommenden Tagen passiert, denn dann könnte zumindest eine der Gruppen wieder am Ostrand auftauchen und die 4. Rotation beginnen, wenn sie sich nicht inzwischen beide aufgelöst haben.

Am heutigen Tag war die Sonne ebenfalls fleckenfrei, immerhin zeigte sich nach mehreren Beobachtungen endlich mal wieder ein kleines, aber sehr helles Fackelfeld im Osten.

Dieses korrespondierte mit dem ersten Flaregebiet, das ich seit dem 6. November finden konnte, auch wenn dieses sehr klein war. Die ohnehin stark schwankende Anzahl an Protuberanzen war heute auf 9 angestiegen, wobei sie aber kaum eine nennenswerte Größe erreichten. Dafür war die Anzahl der Filamente auf 3 abgesunken. Nahezu alle Aktivitätserscheinungen fanden sich übrigens auf der in letzter Zeit ohnehin aktiveren Nordhälfte der Sonne, während der Süden erscheinungsfrei war.

Wenn auch die Sonne fleckenfrei war und ist, gab es am 8. November gleich zwei geomagnetische Stürme der Klassen G1 und G2, die aus einem größeren Koronaloch kamen und für Polarlichter sorgten, die sogar von Norddeutschland aus sichtbar waren, wenngleich auch nur sehr horizontnah, aber immerhin.

Dienstag, 7. November 2017

Die Sonne vom 4.-7.11.2017

Als Sonnenbeobachter wird man derzeit nicht nur geplagt vom niedrigen Sonnenstand, sondern auch vom Wetter. Am 4. war eine Beobachtung nur durch Wolkenlücken möglich, am 6. war der Himmel klar – und das Seeing katastrophal schlecht – und heute hatte ich mit Nebel zu kämpfen. Dieser war so dicht, dass er sich selbst um die Mittagszeit nicht vollständig auflöste. Wenigstens ein paar kleine Lücken gab es am frühen Nachmittag. Die waren allerdings oft so klein, dass ich über 2 Stunden brauchte, um alle Zahlen zusammen zu bekommen, die ich für eine vollständige Beobachtung benötigte.

Im Weißlicht war die Aktivität weiter praktisch nicht vorhanden, an allen Tagen war die Sonne nämlich fleckenfrei.

Im Hα-Licht sah es ein klein wenig anders aus. Die Zahl der winzig-kleinen Protuberanzen stieg von 5 über 7 auf 9 an, die der Filamente kletterte von 3 auf 6. Flaregebiete wurden an keinem der Tage zu finden. Lediglich ein Filament, das Tage zuvor noch als büschelartige Protuberanz am Ostrand zu sehen war, ist mittlerweile auf die erdzugewandte Nordhalbkugel herein gewandert. Selbst bei den Flares ist mangels Flaregebiete derzeit nichts zu erwarten. Die Sonne befindet sich mal wieder in einem Aktivitätsloch.

Donnerstag, 2. November 2017

Sonne am 2.11.2017

Nach zwei Ausfalltagen aufgrund novembertypischen Wetters mit grauem Himmel und reichlich Regen wurde es im Laufe des Vormittags immer sonniger. Leider stand die Sonne bei der ersten Wolkenlücke noch zu tief am Himmel und hinter einem Baum. Das änderte sich erst um die Mittagszeit, als das Seeing natürlich schlecht war. Das änderte sich erst ein wenig mit den nächsten Wolkenlücken.

Im Weißlicht war die Sonne fleckenfrei und es konnten auch keine Fackeln am Sonnenrand gesehen werden.

Im Hα-Licht hatte binnen zweier Tage die Aktivität deutlich abgenommen. Am Rand gab es gerade mal 6 Protuberanzen: eine sehr schöne und filigran gezeichnete am Ost, der Rest am Westrand. Die Oberfläche war aufgrund des zwischendurch immer noch sehr schlechten Seeing selbst in dieser Wellenlänge leicht blubberig und so war es mir erst sehr spät möglich, alle 3, ohnehin nur sehr schwach leuchtende, Flaregebiete zu sehen. Mit den insgesamt 8 Filamenten war es noch schwieriger. Alle standen dicht am Rand und lediglich eine im Westen und drei im Norden waren strich-, alle übrigen nur punktförmig und daher schwer auszumachen. Auch Nachbeobachtungen unter einen nun immer wolkenärmer werdenden Himmel änderten daran so gut wie nicht. Es ist halt November und da sind die äußeren Beobachtungsbedingungen immer schlecht. Eine Ruhe von 4 und eine Schärfe von 3 nach der Kiepenheuer-Skala sind nun wieder fast die Regel, eher wird es noch schlechter. Die gruseligste Phase für Sonnenbeobachter im ganzen Jahr ist im vollen Gange!

Montag, 30. Oktober 2017

Sonne vom 26.-30.10.2017

Aufgrund einer längerfristigen Erkrankung konnte ich in den letzten Tagen öfter als sonst die Sonne beobachten, zumal mit dem Ende der Sommerzeit auch das Ende der Beobachtungen nach Feierabend eingeläutet wird. Die Sonne verschwindet jetzt bereits um 14:30 hinter dem Hochhaus und auch die morgendliche Beobachtung wird mehr und mehr eingeschränkt, bis ich zur Wintersonnenwende nur noch zwischen 12 und 12:30 Uhr beobachten kann. In der übrigen Zeit wird die Sonne bei mir von Häusern und Bäumen verdeckt sein. Gleichzeitig endete in den letzten Tagen auch die Zeit des guten Seeings. War im September noch eine Ruhe von 3 und eine Schärfe von 3 nach der Kiepenheuer-Skala die Norm, so liegt diese jetzt bei beiden Werten bei 4 bis 5. Passend dazu hatte ich heute Morgen übles »Schwabbel-Seeing«: Gezackter Sonnenrand und eine blubbernde Oberfläche. Da waren kaum Einzelheiten auszumachen.

Von denen gab es im Weißlicht aber ohnehin nicht viel zu sehen. Seit dem letzten Blockeintrag hat sich hier auch absolut nichts geändert. Die beiden Aktivitätsgebiete mit den NOAA-Nummern 12685 und 12686 wanderten mit der Sonnenrotation weiter und gehörten, bis gestern, beide der Waldmeierklasse J an. Heute fehlte m.E. bei der 12685 die ohnehin kaum zu sehende Penumbra, weswegen ich sie als A1 einstufte.

Wie bereits vor einigen Tagen erwähnte, war die Aktivität im Hα-Licht erstaunlich hoch. Die Zahl der Protuberanzen lag im Schnitt bei 5 bis 6, die der Flaregebiete zwischen 2 und 3 und die der Filamente so um die anfangs 10 bis 12 und jetzt 5 bis 6. Neben den nackten Zahlen waren besonders die Formen einiger Protuberanzen und großflächiger Filamente sehr interessant. Dennoch blieben die beiden Aktivitätsgebiete weitgehend inaktiv. Nach dem M1.1-Flare am 20. Oktober um 23:28 UT kam nichts mehr nach und die in den letzten Tagen herausgegebenen Warnungen über geomagnetische Stürme hatten ihren Ursprung in einem Koronaloch, weshalb auch nur eine »Sturmstärke« von G2 erreicht wurde. So war die Sonnenaktivität denn auch eher moderat bis gering.

Mittwoch, 25. Oktober 2017

Sonne am 25.10.2017

Es beginnt für mich jetzt wieder die Zeit, dass Sonnenbeobachtungen scheitern, weil ihr Tagbogen immer kleiner wird und auch die mittägliche Kulminationshöhe immer mehr abnimmt. Folge: Die Sonne steht wieder hinter Häusern und Bäumen und ich kann dann trotz Sonnenschein nicht mehr beobachten. Heute war es fast wieder soweit. Kurz vor 15:30 Uhr MESZ klarte der Himmel plötzlich auf und die Sonne stand knapp neben meinem nervigen Hochhaus gegenüber. Also musste ich kurzfristig auf den Dachboden ausweichen, wo der Einstrahlwinkel der Sonne schon sehr schmal war, um durch die die kleinen Fenster beobachtet zu werden. Überdies lassen sich diese nur nach innen öffnen, wodurch der Winkel noch schmaler wird. Immerhin war das Seeing einigermaßen brauchbar.

Im Weißlicht gab es wieder zwei Gruppen. Neben der AR 12685, der alten 12682 als J1, war auch die ehemalige AR 12683 als 12686 wieder zu sehen und wurde von mir als J2 klassifiziert.

Im Hα-Licht war die Aktivität schon sehr beachtlich. Am Rand gab es 7 Protuberanzen, wobei zwei dicht beieinander stehende Protuberanzenketten im Nordosten zu den auffälligsten Erscheinungen dieser Art gehörten. Auf der Oberfläche waren im Osten ein schwaches Flaregebiet, aber 12 sehr verschieden strukturierte und wild verstreute Filamente zu sehen. Leider konnte ich den Anblick nicht weiter genießen, denn noch während der Beobachtung wanderte die Sonne hinter das Hochhaus und ging später auch hinter ihm unter. Die gruseligste Phase im Jahr hat begonnen und zugleich die mit der traditionell geringsten Zahl an Sonnenbeobachtungen im ganzen Jahr.


Sonntag, 22. Oktober 2017

Sonne am 22.10.2017

Schon wieder gab es zwei Ausfalltage aufgrund miesen Wetters mit der Folge, dass ich die Ereignisse der letzten beiden Tage verpasst habe. Im Weißlicht war davon nicht viel zu sehen, dafür aber im Hα-Licht. Dafür war es heute Morgen zur Beobachtungszeit wolkiger als vorhergesagt und das Seeing war schlecht.

Im Weißlicht war die neue AR 12685 bereits gestern nah am Sonnenrand aufgetaucht und heute als ziemlich runde J1 zu sehen. Es ist die alte AR 12682, die am 6. Oktober am Westrand wegrotierte und die nun zur 3. Rotation ansetzt. Sie war nämlich vormals die hochaktive AR 12673. Weitere Gruppen waren in Weißlicht bislang nicht zu sehen und ob da noch was kommt, muss man abwarten.

Im Hα-Licht dagegen zeigte sich die Sonne nicht nur heute sehr aktiv. Am 18. gab es auf ihrer erdabgewandten Seite eine gigantische Eruption, die ihren Durchmesser um ein Vielfaches überstieg und zwei Tage später konnte – noch knapp hinter dem Ostrand – ein M1.1-Flare um 23:28 UT beobachtet werden.

Bei meinen eigenen Beobachtungen konnte ich heute am Rand nur 2 kleine Protuberanzen ausmachen, dafür war die Oberfläche regelrecht von verschiedenen Aktivitätsformen gesprenkelt. Am Ostrand gab es zwei schwach leuchtende Flaregebiete – eines bei der AR 12685 – sowie 9 Filamente. Am auffälligsten war dabei ein »dicker Flatschen«, der hoch im Nordosten hereinrotiert. Selbst in meinem kleinen PST erschien das Teil dreidimensional. Leider kann ich das jetzt nicht weiter verfolgen, da sich der Himmel schneller bewölkt hat als vorhergesagt und erwartet und die Sonne bald wieder hinter meinen Nervbäumen steht und nicht mehr beobachtet werden kann ...


Donnerstag, 19. Oktober 2017

Sonne vom 16.-19.10.2017

In den letzten drei Tagen seit dem letzten Blogeintrag hatte sich nicht viel getan bei der Sonnenaktivität. Das Wetter machte zudem arge Probleme, weil Saharastaub und die in die Atmosphäre emporgetragenen Aschepartikel für eine starke Eintrübung des Himmels sorgten. Diese wurden von den Wettersatelliten nicht erkannt und so wurde ein klarer Himmel angezeigt, obwohl es diesen nicht gab. Die Sicht ähnelte oft der bei Sonnenauf- oder -untergang und ich konnte allenfalls im Weißlicht beobachten, an einem Tag war nicht mal eine Sichtung im Hα-Licht möglich.

Viel verpasst hatte ich zumindest im Weißlicht nicht, denn die Sonne blieb an allen Tagen fleckenfrei.

Im Hα-Licht war die Sonne genauso inaktiv, wie im Weißlicht. Es gab kaum Protuberanzen oder Filamente und an einigen Tagen auch keine Flaregebiete. Mit dem heutigen Tag trat jedoch eine Änderung ein: im Nordosten war eine großflächige Portuberanzen mit vielen filigranen Strukturen aufgetaucht, die zunächst einmal viel Abwechslung verspricht. Die restlichen 4 Protuben waren dagegen unscheinbar und schauten kaum über den Sonnenrand hinaus. Auf der Oberfläche gab es 1 schwaches Flaregebiet, von dem nach augenblicklichem Stand nicht wirklich viel zu erwarten ist sowie 4 Filamente. Und nur eines davon richtig groß, während die anderen nah am Ostrand standen und nur geringe Flächen einnahmen. Man darf gespannt sein, ob es nun nach mehreren fleckenfreien Tagen einen kleinen Wiederanstieg gibt – das aktuelle Magnetogramm spricht eigentlich dagegen – oder ob sich wieder nichts tut, wie so oft in der letzten Zeit.

Sonntag, 15. Oktober 2017

Sonne am 15.10.2017

Nach vielen Tagen mit viel beruflichem Stress und Aufregung, an denen ich zwar beobachten konnte, aber keine Zeit fürs Bloggen hatte, nehme ich mir diese jetzt einfach mal. Der Tag begann herbstlich mit viel Nebel, der sich aber rechtzeitig auflöste und den Blick auf die Sonne freigab. Das Seeing war zwar nicht ganz so gut, aber noch ganz brauchbar.

Nachdem die beiden Aktiven Regionen mit den Nummern 12682 und 12683, die bis zum 7. Oktober das Geschehen auf der Sonne bestimmt hatten – sie waren eher unauffällig und zogen gemächlich mit der Rotation über den Westrand dahin – hat die Sonne ihre Fleckentätigkeit erst einmal eingestellt. So konnte ich auch heute keinen Fleck erkennen und auch keine Fackelgebiete in den randnahen Zonen.

Ähnlich das Bild im Hα-Licht: auch hier ist die Sonnenaktivität fast zum Erliegen gekommen. Am Rand konnte ich heute im Südwesten eine schöne Bogenprotuberanz sehen: ein kleines »Etwas« im Südosten und zwei kleine Spitzen im Nordwesten. Bis auf ein längeres, waagerecht stehendes, Filament im Osten eine kleine Kette im Norden sowie 4 kleinen, punktförmigen Matschflecken war die Oberfläche der Sonne auch in dieser Wellenlänge praktisch leer. Die Sonne steckt derzeit mitten in einem neuen Aktivitätsloch. Nicht ungewöhnlich für einen zu Ende gehenden Fleckenzyklus.

Sonntag, 1. Oktober 2017

Sonne am 1.10.2017

Durch den jetzt rasch abnehmenden Tagbogen der Sonne verringern sich für mich auch die Möglichkeiten, die Sonne zu beobachten. In der Woche, wenn ich auf der Arbeit bin, werden dadurch keine Beobachtungen mehr möglich sein, vor allem durch veränderte, längere, Arbeitszeiten. So beschränken sich die wenigen Möglichkeiten im vierten Quartal – stets der schlechteste Teil des Jahres für mich – rund um die Mittagszeit, wenn das Seeing schlecht ist.

Daher muss ich über jede Beobachtungsmöglichkeit nutzen, die sich mir bietet. Und da wurde ich heute überrascht. Normalerweise steht die Sonne vormittags bei mir in Richtung Osten fast ständig hinter einem dichten Blätterwald. Einer der Bäume muss jedoch einen dicken Ast verloren haben, sodass sich eine große Lücke ergibt, durch die ich heute erstmalig hindurchschauen konnte.

Im Weißlicht hatte sich nur wenig verändert, die Aktivität war in der letzten Zeit eher statisch. Die AR 12681 war nun fast an den Westrand gerückt und stand mitten in einem großen Fackelfeld. Die AR 12682 war nach wie vor eine H1-Gruppe und die AR 12683 eine große und deformierte AR 12673 – sie war mit meiner Sonnenfinsternisbrille sogar grenzwertig mit bloßem Auge zu sehen – war eine H2 mit einer punktförmigen Lichtbrücke darin.

Die Aktivität im Hα-Licht war dagegen vergleichsweise hoch. Am Ostrand standen gleich vier Protuberanzen dicht beieinander, sodass sie als regelrechte Büschel wirkten, die teilweise schon über den Rand hinausgingen und als Filamente zu sehen waren. Im Südosten stand eine pyramidenförmige Protuberanz, dazu kamen noch ein paar kleinere am Westrand. Insgesamt 7 zählte ich am Rand. Die Oberfläche schien regelrecht gesprenkelt zu sein mit 12 verschieden großen und unsystematisch angeordneten Filamenten. Die 5 Flaregebiete waren eher unscheinbar und erst auf dem zweiten Blick zu erkennen. Lediglich im Bereich der AR 12683 leuchtete ein kleiner Bogen heller als die Umgebung. Hier könnte es demnächst einen kleinen Flare geben, wenn dieser nicht schon vorüber war. Nimmt man die Aktivität in diesem Wellenlängenbereich zum Massstab, so könnte ein neuer kleiner Anstieg erwartet werden. Dass es in den letzten Jahren aber oft ganz anders kam, sollte skeptisch machen gegenüber solchen Annahmen.

Freitag, 29. September 2017

Sonne am 23., 27. und 29.9.2017

Nachdem ich am 23. und 27. immer nur kurz die Sonne beobachten konnte, war der Himmel heute um die Mittagszeit sonnig, blau mit mittelprächigem, aber noch aushaltbarem Seeing. Damit geht ein September zu Ende, in dem ich nicht nur fast 50% Einbuße gegenüber dem Vorjahr mit 27 Beobachtungen zu verzeichnen habe. Er ist zudem der schlechteste seit 2002, als ich mit 13 Beobachtungen noch weniger einfahren konnte. Das Jahresziel von 200 Beobachtungen ist damit natürlich passé, wie überhaupt das bisherige Astrojahr 2017 nicht sonderlich herausragendste war. Doch zurück zur Sonne:

Am 23. war noch die AR 12681 als J1 zu sehen, zu der bis zum 27. noch zwei weitere Gruppen hinzugekommen waren: die AR 12682 als H1 und die 12683 als H2. Heute, am 29., hatte sich nicht so sehr viel verändert. Die AR 12681 war weiter eine J1, die AR 12682 hatte sich zu einer C8 entwickelt und die AR 12683 war eine H1 mit zwei Umbren innerhalb der Penumbra. Beim Versuch, die AR 12683 mit meiner Sofibrille mit bloßem Auge zu sehen, war ich mir nicht wirklich sicher, ob ich sie gesehen hatte. Ich konnte sie jedenfalls nicht »halten«. Daher habe ich für die A-Zahl die 0 gewählt.

Im Hα-Licht schwankte die Aktivität zwischen moderat (23. mit 7 Protuberanzen, 5 Filamenten und 3 Flaregebieten) und aktiv (27. mit 8 Protuberanzen, 7 Filamenten und 3 Flaregebieten). Heute waren es 10 mittelgroße Protuberanzen, die am West- und am Ostrand dicht beieinander standen, 7 kleine und kaum wahrnehmbare Filamente sowie 4 schwache Flaregebiete. Durch das schlechte Wetter gingen mit die beiden geomagnetischen Stürme vom 25. (G2, aus Koronaloch) und 28. (G3, ebenfalls aus einem Koronaloch) und die danach sichtbaren Polarlichter durch die Lappen. Seitdem ich mit digitalen Kameras fotografiere, ist mir keine Sichtung von Polarlichtern mehr gelungen. Und auch bei dem Nachtleuchtenden Wolken (NLCs) gab es nur Pleiten, besonders in diesem Jahr.

Dienstag, 19. September 2017

Sonne am 19.9.2017

Viele Überstunden und andauernde Wettermurphs – es war meist nur bis zum Mittag klar, danach zog es regelmäßig zu – waren der Grund für weitere drei Ausfalltage. Heute sah es wieder ganz genauso aus, doch dann zeigte sich gegen 17:30 Uhr die erste Wolkenlücke. Das Seeing in der Lücke war erstaunlich gut, weswegen es sowohl im Weiß-, als auch im Hα-Licht sehr kontrastreiche Bilder zu sehen gab. Allerdings machte sich das nahende Solstitium bemerkbar: die Herbst-Tag- und Nachtgleiche am 22.09. um 22:02 MESZ. Die Sonne stand schon teilweise wieder hinter einem der nervenden Hochhäuser und verschwindet schon mehr als eine halbe Stunde vor dem eigentlichen Sonnenuntergang hinter horizontnahen Bäumen. Es beginnt nun wieder die fast 7-monatige Phase, in der Botanik und Gebäude regelmäßig Beobachtungen von meinem üblichen Standort unmöglich machen.

Im Weißlicht gab es heute nicht sehr viel zu sehen. Die AR 12680 war die einzige sichtbare Fleckengruppe und eine J1. Am Ost- und am Westrand entdeckte ich noch je ein kleines Fackelgebiet, das war es dann aber auch schon.

Im Hα-Licht war die Aktivität ebenfalls sehr schwach. Am Rand konnte ich nur 5 Mini-Protuberanzen beobachten, die den Namen eigentlich noch nicht einmal verdienen. Die Oberfläche zeigte 3 winzige Flaregebiete und 4 kleine Filamente. Die Sonne legt offenbar wieder ein kleines Aktivitätspäuschen ein.

Freitag, 15. September 2017

Sonne am 15.9.2017

Regen, Sturm und Wind sowie sehr viele Überstunden – ich hatte meine Regelwochenarbeitszeit bereits am Donnerstag überschritten – verhinderten in den letzten drei Tagen erfolgreich eine Sonnenbeobachtung. Nach drei Ausfalltagen am Stück konnte ich erst heute wieder beobachten. Zunächst sah es zwar nicht danach aus, doch dann kam eine große Wolkenlücke, von der ich wieder nur einen schmalen Teil am Rand mitbekam. Aufgrund des trägen Durchzugs weiterer Wolken musste ich die Beobachtung mehrfach unterbrechen und nach einer Zwangspause von gut 30 Minuten kam denn auch das PST zum Einsatz. Das Seeing war allerdings erstaunlich gut.

So verpasste ich im Weißlicht die weitere Entwicklung nach dem Verschwinden der AR 12674 und konnte heute nur noch die AR 12680 als J2 beobachten. Weitere Sonnenflecken waren nicht und nur zwei kleine Fackelgebiete schwer auszumachen. Durch die Lappen ging mir auch das fotografische Polarlicht in der Nacht vom 14. auf den 15.9.2017, weil es just da bewölkt war.

Im Hα-Licht war die Aktivität – vor ein paar Tagen noch deutlich ansteigend – nun fast völlig zusammengebrochen. Am Rand zählte ich zwar noch 12 Protuberanzen, doch nur 4 davon waren etwas auffälliger, der Rest lugte nur knapp über den Rand hinaus und wäre bei schlechterem Seeing wohl nicht zu sehen gewesen. Die Oberfläche war nahezu »leer«: nur ein Flaregebiet in der Region 12680 und 5 kleine Filamente – immerhin war ein kleiner Rundbogen dabei – waren zu finden. Die Sonne hat ihre Aktivität wieder heruntergefahren. Wie lange dieser Zustand dieses Mal andauert, wird man abwarten müssen.




Montag, 11. September 2017

Sonne am 11.9.2017

Der erste Arbeitstag nach dem Urlaub brachte mir über 2 Überstunden und fast einen Ausfalltag ein. Zum Glück konnte ich gerade noch eine Wolkenlücke nach einem heftigen Regenschauer nutzen. Das Seeing war allerdings entsprechend schlecht: der Rand war gezackt und auch die Oberfläche war nicht freu von blubbereigem Aussehen. Das machte die Beobachtung schwierig.

Im Weißlicht konnte ich vom hintersten Teil der AR 12674 – oder der AR 12679, je nachdem, ob man die Gruppe geteilt hat, oder nicht – gerade noch etwas Penumbra erkennen, weswegen ich sie als J2 einstufte. Die AR 12678 hatte sich überraschend aufgelöst und auf der Ostseite befand sich die AR 12680 als J1. Es waren demnach nur noch 2 Gruppen vorhanden.

Mein PST zeigte im Hα-Licht weiterhin eine höhere Aktivität als im Weißlicht, die aber aufgrund der schlechten Beobachtungsbedingungen nur unter größten Schwierigkeiten auszumachen waren. Am Sonnenrand standen 9 Protuberanzen, die interessantesten im Nordosten. Die Oberfläche zeigte noch 4 Flaregebiete und 5 unscheinbare Filamente. Die Aktivität scheint nun wieder abzunehmen. Die AR 12673 ist auch »hinter« der erdzugewandten Seite noch hoch aktiv: nach dem X1.3-Flare am 7. folgte am 10. um 16:06 UT ein X8.2-Flare samt lang anhaltenem koronalen Massenauswurf und Type II Radiostrum, dessen Teilchen auf bis zu 928 km/s beschleunigt wurden. Sie waren allerdings nicht erdwärts gerichtet. Momentan sieht es so aus, als ob nun ein paar ruhigere »Sonnentage« bevorstehen. Aber bei der Sonne kann man das ja nie mit letzter Gewissheit vorhersagen, auch nicht mit den neuesten Methoden deSonnenforscher.

Sonntag, 10. September 2017

Sonne am 10.9.2017

Die Wettervorhersage war für den Vormittag gar nicht mal so schlecht, dennoch begann der Morgen mit einem Mega-Murph: fast der gesamte Himmel war wolkenfrei, nur ein kleiner, hart begrenzter, Streifen aus dünnen Wolken stand in Richtung Osten. Natürlich genau dort, wo die Sonne stand!!! Das machte die Beobachtung sehr schwer und im Hα-Licht war zunächst kaum etwas zu sehen. Entsprechend schlecht war anfangs das Seeing.

Im Weißlicht geht die Aktivität nun mit dem Verschwinden der AR 12673 deutlich zurück. Auf Satellitenaufnahmen konnte man zwar noch Reste des östlichsten Teils dieser AR sehen, doch bei miesem Seeing und ständig durchziehenden Wolken war das nicht mehr möglich. Die AR 12674, verwirrenderweise heute sowohl von der NOAA als auch der Kanzelhöhe wieder als eine Gruppe gesehen - ich habe sie als H2 und J2 klassifiziert – stand genau am Westrand. Die AR 12678 als B5 hatte den Sonnenmeridian in Richtung Westen passiert und am Ostrand war eine kleine J1 herumgekommen, die inzwischen die NOAA-Nummer 12680 erhalten hat.

Ganz im Gegensatz dazu die Aktivität im Hα-Licht, was selbst unter den mir zur Verfügung stehenden schlechten Beobachtungsbedingungen deutlich erkennbar wurde. Ich konnte das Geschehen verfolgen, bis der Winkel durch das Dachlukenfenster zu steil wurde und ich nicht mehr an die Sonne herankam. Der Sonnenrand schien von Protuberanzen gesprenkelt zu sein. 10 Stück waren zu sehen: drei voluminöse am Ost-, eine am Westrand. Darunter große Bögen, schwebende Wolken und im Südosten eine stehende Protuberanz, die sogar über das Gesichtsfeld beim GONG-H-Alpha-Monitor hinaus ging. Dafür war die Aktivität auf der Oberfläche moderater: neben 4 hellen Flaregebieten gab es hier nur 5 unscheinbare Filamente. Der gesamte Osten war weiter erscheinungsfrei. Der Gesamteindruck jedoch erinnerte eher an das Maximum als an das Minimum. Bekanntermaßen kann es aber auch gut zwei Jahre vor dem Minimum plötzliche Aktivitätsausbrüche geben, wie es nach dem Minimum zu Aktivitätseinbrüchen kommen kann. 

Samstag, 9. September 2017

Sonne am 9.9.2017

Nach einem Ausfalltag aufgrund von Starkregen und Sturm inkl. verpasstem Polarlicht sah es heute zunächst nicht sehr viel besser aus. Kurz nach Beginn meiner Führung auf der Bergedorfer Sternwarte zeigte sich das erste mal die Sonne. Sie zeigte sich auch auf der Rückfahrt und auf dem Weg von der Garage zur Wohnung. Doch kaum wollte ich nach dem Fernrohr greifen, schloss sich die Wolkenlücke wieder. Die nächste konnte ich – wie sollte es auch anders sein – nicht nutzen, weil jetzt wieder Bäume und Häuser den Blick auf unser Tagesgestirn versperren. Die Lücke, die ich dann nutzen konnte, war logischerweise die kleinste der letzten Stunden und mittendrin schob sich eine Wolke rein und beendete die Beobachtung vorzeitig. Erst eine Stunde später konnte ich bei schon tief stehender Sonne meine Beobachtung im Hα-Licht beenden. Natürlich bei schlechtem Seeing mit zackigem Rand und leicht blubbernder Oberfläche.

Im Weißlicht hatte sich einiges verändert. Die AR 12674, bislang eine lange F-Gruppe, war in zwei Teile zerfallen und sowohl die NOAA als auch das Sonnenobservatorium auf der österreichischen Kanzelhöhe sahen sie als zwei Gruppen an, die ich als H2 und H3 klassifizierte. Die neue Gruppe hatte die Bezeichnung 12679 erhalten. Die AR 12678 war eine B3 und die 12677 nicht mehr zu sehen. Die gesamt Aktivität hatte sich mit der Rotation der Sonne auf die Westhälfte verlagert, der Osten war fleckenfrei.

Ein ähnliches Bild zeichnete sich auch im Hα-Licht ab. Am Rand erkannte ich mit Müh und Not – die tiefstehende Sonne machte es mir nicht leicht – 7 Protuberanz, von denen nur eine im Südwesten etwas größer ausfiel. Auf der Oberfläche war der Osten erscheinungsfrei, während die gezählten 5 Flaregebiete und 7 Filamente alle auf der Westseite standen. Die hohe Aktivität aus der AR 12673 hatte auch mit Annäherung an den Westrand nicht signifikant abgenommen. Am 7. konnte zwischen 14:36 und 14:55 UT ein dritter X-Flare registriert werden, genauer gesagt ein X1.3. Bis heute folgten dem vor allem noch einige M-Flares. Die Aktivität in den kommenden Tagen wird nun wieder spürbar abnehmen. Man darf gespannt sein, wie es nun weitergeht, ob es nach dem Verschwinden der aktuellen Gruppen wieder fleckenfreie Tage gibt, oder ob sich der Anstieg weiter fortsetzt.

Donnerstag, 7. September 2017

Sonne am 7.9.2017

Lange Zeit sah es nicht danach aus, dass ich heute noch zu einer Sonnenbeobachtung kommen würde. Erst jagte ein Regenschauer den nächsten, dann klarte es auf, doch die wenigen Wolkenlücken gingen stets haarscharf an der Sonne vorbei. Erst am späten Nachmittag kamen dann passende Lücken an, die mir dann doch noch – übrigens wieder bei bestem Seeing – einen Blick auf die Sonne erlaubten.

Die beiden großen Aktivitätszentren hatten sich seit gestern deutlich verändert und waren mit der Sonnenrotation weiter nach Westen gewandert. Die AR 12674 hatte weitere Flecken zwischen den Polen verloren, dafür haben sich hinter dem f-Teil neue gebildet. Aufgrund ihrer Länge gehörte sie weiter der Klasse F an, worauf auch die Struktur des lokalen Magnetfeldes hindeutet (wie dem aktuellen Magnetogramm zu entnehmen ist). Sie enthielt nach meiner Zählung nur noch 20 Einzelflecken. Die stärksten Veränderungen waren hingegen in der AR 12673 zu verzeichnen, die spätestens seit heute der Klasse E angehört und ebenfalls 20 Flecken aufwies, die jedoch auf einer wesentlich kleineren Fläche versammelt waren. Was beim Blick im Fernrohr auffällt, ist die perspektivische Verkürzung, wie sie üblich ist bei randnahen Aktivitätsgebieten. Sie hatte neue Penumbren und Umbren ausgebildet und war nach wie vor sehr wirr strukturiert. Daneben gab es noch drei weitere Gruppen: die AR 12677 auf der Osthälfte, die heute eine C7 war, während die unweit davon stehende AR 12678 eine C8 war. Auf gleicher Breite mit der AR 12673 stand nah am Sonnenmeridian noch eine kleine A1, die sich hier neu gebildet hatte.

Im Hα-Licht hatte sich die meiste Aktivität ebenfalls nach Westen verschoben. Am Sonnenrand gab es 8 kleine Protuberanzen, jeweils 4 am Ost- und 4 am Westrand. Die Oberfläche zeigte 5 helle Flaregebiete, darunter – wie in den letzten Tagen oft zu beobachten – das komplexe Gewirr in der AR 12673. Nach meinem gestrigen Blogeintrag ging die Aktivität in der Gruppe noch weiter, wie man der nachfolgenden Auflistung entnehmen kann:

6.9.2017, 15:51 UT: M2.5
6.9.2017, 19:21 UT: M1.4
6.9.2017, 23:33 UT: M1.2

Diese vermögen jedoch das Erdmagnetfeld nicht mehr zu stören, da die Gruppen dafür zu weit westlich stehen. Dem gestrigen X9.3-Flare war ein asymmetrischer koronaler Massenauswurf (CME) gefolgt, der das Erdmagnetfeld allerdings nur streifen wird. Die Hoffnungen auf ein »Mega-Polarlicht« haben dadurch zwar einen leichten Dämpfer bekommen, doch es sind noch einige »Strahlungspakete« unterwegs, die in den kommenden Nächten durchaus Polarlichter auslösen könnten.

Interessant waren übrigens auch die 10 Filamente, von denen besonders eines interessant war, das halbbogenförmig und verdreht aus der AR 12673 austrat. Weitere waren regellos verteilt und einige sogar etwas größer. Im Vergleich mit der Aktivität der letzten Tage ist allerdings festzuhalten, dass diese sich, abgesehen von den Flaregebieten rund um die Aktiven Regionen 12677 und 12678, weitgehend auf die Westhälfte der Sonne verlagert hat. Daher ist davon auszugehen, dass nach dem Verschwinden der großen Gruppen am Westrand die Gesamtaktivität wieder absinken wird. Aber bis dahin haben wir noch ein paar Tage. 

Mittwoch, 6. September 2017

Die Sonne vom 1.-6.9.2017

Im September hat die Aktivität der Sonne überraschend zugelegt. Der bereits Ende August begonnene Anstieg hat sich im September nicht nur fortgesetzt, sondern auch intensiviert. Bis auf den heutigen Tag hatte ich zudem Glück mit dem Wetter, nur heute mischte sich wieder Murphy, der alte Hund, ein. Den ganzen Vormittag über, wo ich heute nicht beobachten konnte, war der Himmel nur leicht bewölkt. Das endete aber sobald ich wieder zu Hause war. Dann aber gab es doch noch für ungefähr für eine halbe Stunde mehrere Wolkenlücken, die ich nutzen konnte.

Im Weißlicht entwickelten sich gleich mehrere Gruppen, bisweilen in einem lange nicht mehr gekannten Tempo und ab dem 4. waren sie mit einer Sonnenfinsternisbrille auch mit bloßem Auge zu sehen. Am 1. September gab es mit der AR 12674 eine E-Gruppe mit zwei großen Penumbren und nur wenigen Einzelflecken dazwischen. Die AR 12672 verschwand am Westrand, die AR 12675 war eine B2 und die AR 12673 eine mehr oder weniger unauffällige J1-Gruppe. Einen Tag später hatte sich zwischen dem p- und dem f-Teil der AR 12674 erstmals Penumbren gebildet. Diese wurden am 3. immer mehr und aus der an sich harmlos aussehenden AR 12673 wurde mit einem Ma eine D-Gruppe mit wahrhaft wirrem Aussehen. Bisweilen ähnelte sie einer face-on-Spralgalaxie. Daneben entstanden mit der AR 12675 und der 12676 zwei weitere kleine Gruppen im Westteil der Sonne. Am 4. dann kam noch die AR 12677 am Ostrand als A1 hinzu. Die 12674 wurde immer länger, war aber eindeutig eine F-Gruppe. Die AR 12673 hingegen zeigte ein immer skurrileres Aussehen mit einer stetig wachsenden Umbra. Von diesem Tag an war auch sie mit bloßem Auge zusehen, sodass ich an diesem Tag sogar drei Flecken mit meiner Sonnenfinsternisbrille mit bloßem Auge sehen konnte. Am 5. zeigte sich südöstlich der AR 12677 eine A1, während die 12675 und 12676 nur mit der Rotation Richtung Westen wanderten. Die AR 12674 wurde länger, verlor nun aber ihre Penumbren zwischen den beiden Polen. Die 12673 hingegen zeigte eine immer größer werdende Umbra. Heute waren die AR 12675 und die 12676 um den Westrand wegrotiert. Die gestern noch als A1 zu sehende Gruppe im Osten hatte die NOAA-Nummer 12678 erhalten und war zu einer B2 geworden. Die AR 12674 schien sich überdehnt zu haben, denn nahe des f-Teils fehlten schon einige Flecken, nur die die AR 12673 hatte sich abermals deutlich verändert und nordwestlich hatte sich ein Teil abgespalten.

Im Hα-Licht zeigte sich eine schon beinahe dramatische Entwicklung. Bis zum 4. September gab es nur eine gewisse Anzahl niedriger Penumbren und einige mehr oder weniger auffällige Filamente. Die AR 12674 blieb bis auf einige c-Flares inaktiv. Die AR 12673 jedoch war sehr kompakt, kompliziert strukturiert und bot damit hervorragende Voraussetzungen für das, was danach kommen sollte. Binnen eines Tages entstanden hier 5 M-Flares:

4.9.2017, 22:14 UT: M2.1
5.9.2017, 04:53 UT: M3.2
5.9.2017, 06:40 UT: M3.8
5.9.2017: 15:30 UT: M1.5
5.9.2017: 17:43 UT: M2.3

Der Doppelhammer aber folgte heute in Form zweier X-Flares. Der erste, ein ein X2.2 ging um 9:10 UT hoch, um 12:02 UT folgte dem sogar ein X9.3, der kräftigste Ausbruch seit Mai 2005, vor etwas mehr als 12 Jahren(!). In der Folge werden in den kommenden Nächten verstärkt Polarlichter erwartet, die auch im norddeutschen Raum zu sehen sein sollten. Besonders für Freitagabend wird mit dem Eintreffen eines größeren geomagnetischen Sturms und einem stärkeren Polarlicht gerechnet. Am 5. September ist bereits gegen 19 Uhr ein geomagnetischer Sturm der Klasse G3 eingetroffen. Man darf auf die kommenden Tage und Nächte gespannt sein. Über den aktuellen Stand der Entwicklung kann man sich am besten unter http://www.meteoros.de und http://www.polarlicht-vorhersage.de informieren.

Donnerstag, 31. August 2017

Sonne am 31.8.2017

Entgegen den Vorhersagen und Erwartungen begann der Tag wieder sehr sonnig: das für den August und besonders den September typische Wolkenloch zwischen Deutschland und Polen hatte sich über Usedom manifestiert und ermöglichte mir eine weitere Sonnenbeobachtung. Das Seeing war angesichts des leichten Dunstes wieder sehr gut, ganz anders als an meinem sonst üblichen Standort in Hamburg.

Gegenüber gestern ist die Aktivität nahezu unverändert. Im Weißlicht ist aus der AR 12672 nun wieder eine D-Gruppe mit 4 Einzelflecken geworden, obwohl sie die im nachfolgenden Teil schon verloren hatte. Das Magnetogramm wies jedoch an dieser Stelle eine eindeutig bipolare Struktur auf. Die AR 12673 blieb unverändert eine J1, dafür ist die AR 12674 nun vollends um den Ostrand herumrotiert und in ihrer ganzen Pracht als E-Gruppe (wenn nicht sogar schon als F-Gruppe) zu erkennen. Mit bloßem Auge habe ich aber noch nichts gesehen, dafür steht sie noch zu sehr am Ostrand. Sowohl im voranschreitenden als auch im nachfolgenden Teil war in den Penumbren jeweils eine Lichtbrücke zu sehen.

Die Aktivität im Hα-Licht zeigte heute ebenfalls eine leichte Stagnation. Die Zahl der Protuberanzen war auf 7 zurückgegangen, weil die gestern noch sichtbaren aufgrund der Sonnenrotation entweder hinter dem Westrand verschwunden oder als Filamente am Ostrand zu sehen sind. Nur im Südosten hält sich noch die eine große Protuberanz. Insgesamt 4 helle Flaregebiete – die auffälligsten natürlich rund um die AR 12672 und die große 12674 – teilten sich die Sonnenoberfläche mit 9 Filamenten, die teilweise als geschwungene Bögen, langgestreckte Strukturen (mittig auf der Sonnenscheibe!) und als breite »Flatschen« zu sehen sind. Die Aktivität konzentrierte sich entlang des Sonnenäquators, sodass große Teile der Oberfläche schon wieder erscheinungsfrei waren.

Das Ganze war möglicherweise wieder nur ein kurzes Aufflammen, doch die Hoffnung bleibt, dass die große AR 12674 endlich mal wieder ein paar anständige Flares in den Weltraum pustet, damit auch Polarlichtbeobachter und -fotografen etwas davon haben!

Mittwoch, 30. August 2017

Sonne am 30.8.2017

Wieder begann der Tag an der Ostsee sehr sonnig, wenn der Himmel auch dunstiger war als gestern. Dafür zeigte sich das Seeing wieder von seiner besseren Seite.

Der Aktivitätsanstieg ist im Weißlicht unübersehbar. Hinter der weit nach Westen gerückten AR 12672 haben sich neue, kleine, Flecken gebildet, sodass ich sie heute als C4 klassifizierte. Die AR 12673 war wie gestern ein J1. Der »dickste Brummer« aber ist die neue AR 12674, die auf der Nordhalbkugel äquatornah hereinrotiert. Sie besitzt zwei ziemlich große Penumbren und gehört wohl schon jetzt zur Waldmeierklasse E, ausgestattet mit insgesamt 6 Flecken. Es kündigt sich also ein neuer Aktivitätsschub an.

Im Hα-Licht war der Anstieg der Aktivität denn auch unübersehbar. Am Rande tummelten sich 12 Protuberanzen – die größte war immer noch jene im Südosten. Aber auch die anderen Materiebögen waren nicht zu verachten und eine Beobachtung Wert. Die Oberfläche zeigte heute 3 helle Flaregebiete: eines bei der AR 12672, eines bei der 12674 und eines ohne Bezug zu einer im Weißlicht sichtbaren Fleckengruppe. Die Zahl der Filamente war auf 10 angestiegen. Das längste stand ziemlich genau in der Mitte der Sonnenscheibe. Weitere größere standen im Nordwesten und am Ostrand. Als Sonnenbeobachter darf man sich auf spannende Tage freuen, wenn da der angekündigte Wetterumschwung nicht wäre, der inkl. Temperatursturz viel bedeckten Himmel und Regen bringen soll … wie beim letzten Durchgang einer großen Fleckengruppe.

Dienstag, 29. August 2017

Sonne am 29.8.2017

Ein neuer, sehr sonniger Tag an der Ostsee und ich konnte abermals die Sonne unter fast sehr guten Seeing-Bedingungen beobachten.

Die Aktivität zieht wieder leicht an. Die AR 12672 ist, wie von mir gestern noch zaghaft vorhergesagt, in sich zusammengefallen. Sie bestand nur noch aus einer J1. Im Laufe des gestrigen Tages gingen alle Einzelflecken verloren. Quasi als Ersatz konnte man bereits gestern Abend eine weitere J1 am östlichen Sonnenrand erkennen, die nun voll auf die erdzugewandte Seite der Sonne hereinrotiert ist. Nördlich davon, genau am Ostrand, kündigt sich eine weitere neue Gruppe an, die anscheinend wieder etwas größer ausfallen wird und heute als ovale H1-Gruppe zu sehen ist.

Im Hα-Licht war die leicht höhere Aktivität denn auch gleich auf den ersten Blick zu sehen: am Sonnenrand standen insgesamt 9 Protuberanzen, die meisten davon im Osten. Im Südosten gab es gar einen größeren Bogen und an der Position der neuen »großen« Gruppe, der H1 im Weißlicht, war eine Aufhellung zu sehen, die auf eine gewisse Flareaktivität hindeutet. Die nächsten Stunden und hoffentlich auch Tage dürften hier sehr spannend werden. Die Zahl der sichtbaren Filamente war auf 8 angestiegen und neben dem neuen Flaregebiet – hier spannte sich ein weiterer Protuberanzenbogen mit einem nach hinten weggehenden Spritzer – gab es ja noch jenes rund um die AR 12672, das allerdings ein wenig kleiner geworden ist. Heute lohnt sich wieder der etwas ausgiebigere Blick zur Sonne.

Montag, 28. August 2017

Sonne am 28.8.2017

Der Tag begann mit leichtem Nebel, der sich aber schnell verzog und mir dann abermals eine Möglichkeit zur Beobachtung bot. Bei gutem Seeing … und schwacher Sonnenaktivität.

Nur noch eine Fleckengruppe war auf der Sonne zu finden: die AR 12672. Seit der letzten Beobachtung ist sie weiter zerfallen und hat nur noch im vorderen Teil eine Penumbra, weswegen ich sie als C-Gruppe mit 7 Flecken klassifizierte. Ob sie die »Ankunft« am westlichen Sonnenrand noch erleben wird, ist zumindest fraglich.

Wenig abwechslungsreich war auch das Geschehen im Hα-Licht. Das aktivste Gebiet war trotz des Zerfalls im Weißlicht die AR 12672, das nach wie vor etliche Verwirbelungen sowie ein darin eingebettetes Filament besaß. Das Flaregebiet war deutlich größer als die Gruppe im Weißlicht, schien aber dennoch gegenüber gestern insgesamt gesehen kleiner geworden zu sein. Daneben gab es im Osten ein etwas längeres Filament und im Südosten geht eine Protuberanz gerade in ein Filament über. Sehr schön zu sehen, wie hier der Übergang erfolgt, was auch ein wenig plastisch wirkt. Ich zählte hier 7 Filamente und 1 Flaregebiet sowie 5 kleine Protuberanzen. ausgerechnet Exemplar, das im Südosten in ein Filament übergeht, war denn auch das größte, dass sich heute Vormittag finden ließ. Weite Teile der Oberfläche der Sonne waren in diesem Wellenlängenbereich denn auch wieder erscheinungsfrei.  

Sonntag, 27. August 2017

Sonne am 26. und 27.8.2017

Das oft wechselhafte Wetter an der Ostsee bescherte mir auch in den vergangenen beiden Tagen vormittags Wolkenlücken, die ich gut für meine Sonnenbeobachtungen nutzen konnte.

Die zerfallene AR 12671 ist nun fast über den Westrand wegrotiert und heute war dort nur noch der f-Teil in Form einer C3-Gruppe zu sehen, die von einem kleinen Fackelfeld umgeben war. Übrigens das einzige, das ich finden konnte. Die AR 12672 hat offenbar auch ihren Höhepunkt bereits überschritten, denn die Penumbren haben stark abgenommen bzw. sich teilweise aufgelöst. Einzig die Ausdehnung lässt sie noch in der Waldmeierklasse E verharren. Ich schätze, dass sie sich in den kommenden Tagen alsbald weitgehend auflösen wird.

Die Region rund um die AR 12672 ist die aktivste in der über der Photosphäre liegenden Chromosphäre, die wir ja mit PSTs etc. beobachten. Hier zeigte sich im Zentrum der Region eine filigrane Feinstruktur, die allerdings nur ein einziges kleines Filament enthielt. Neben einer kleinen Filamentkette im Osten waren nur kleine, punktförmige Exemplare zu finden: insgesamt 5 Stück. Der dicke »Flatschen« von gestern war nicht mehr zu sehen. Am Rande tummelten sich dann noch 6 kleine Protuberanzen und auch das aktuelle Magnetogramm zeigt Aktivität nur rund um die Aktive Region. Ansonsten war die Oberfläche der Sonne in diesem Wellenlängenbereich fast erscheinungsfrei.

Freitag, 25. August 2017

Sonne am 24. und 25.8.2017

Wiederum sind zwei Tage vergangen, an denen ich die Sonne morgens vom Hotel aus bei leicht bzw. überwiegend bewölktem Himmel beobachten konnte, wobei auch das Seeing ganz ordentlich war.

Seit dem letzten Blogbeitrag hatte sich die AR 12671 auf ihrem Weg zum Westrand stark verändert. So hatte sie ihren mittleren komplett verloren und sie bestand nur noch aus zwei Teilen – obwohl das Magnetogramm die ganze Region als ein aktives Gebiet auswies. Dementsprechend klassifizierte ich sie auch als zwei Fleckengruppen: eine D8 und eine D2. Der ehemals voranschreitende Teil der Gruppe war heute auf die Stufe C mit 5 Einzelflecken zurückgefallen, im hinteren Teil war die Penumbra verschwunden. Der frühere nachfolgende Teil war gestern eine D2 und heute eine D4. Wesentlich spannender entwickelte sich die AR 12672. Sie hatte sich soweit ausgedehnt, dass sie zur Klasse E aufstieg. Sie wies gestern 14 und heute 9 Flecken mit allerdings recht großen Penumbren auf. Gestern war dann noch für ganz kurze Momente die A1 vor der 12672 zu sehen. Heute konnte ich sie nicht mehr erkennen. Daher ist die Gruppenzahl bei mir auf 3 zurückgefallen.

Deutlich weniger spannend verliefen die beiden letzten Tage im Hα-Licht. Die Protuberanzen blieben von ihrer Dimension her bescheiden – ich zählte an beiden Tagen 7 Stück – und auf der Oberfläche tummelten sich 3 bzw. 4 Flaregebiete und jeweils 8 kleine Filamente. Das einzig auffällige Exemplar war im Norden als recht großer »Flatschen« zu finden. Die AR 12672 blieb auch gestern und heute relativ flarearm. Lediglich einige c-class-Ereignisse konnten bislang beobachtet werden. Eine – wieder einmal – enttäuschende Bilanz bei einer so großen Gruppe, die das Schicksal so vieler anderer der letzten Monate teilt, die ebenfalls kaum stärkere Ausbrüche auf der erdzugewandten Seite der Sonne hervorbrachten.

Mittwoch, 23. August 2017

Sonne am 22. und 23.8.2017

Nachdem ich mir per Livestream via NASA TV die totale Sonnenfinsternis auf dem Rechner anschauen konnte – im deutschen TV gab es dazu nach 20 Uhr nur noch wenige oder gar keine Livebilder – war die »normale« Sonnenbeobachtung tags darauf auch wieder irgendwie spannend. Nachdem es gerstern erst spät abends aufklarte, konnte ich heute schon am Vormittag vom Hotel aus beobachten. Bei durchweg gutem Seeing.

In den letzten beiden Tagen hat sich durchaus einiges ereignet: die AR 12671 ist immer länger geworden und mittlerweile – nach meiner Einschätzung – in drei Teile zerfallen, wobei der mittlere sich jetzt langsam aufzulösen scheint. Die AR 12672 entwickelte sich behutsam weiter, hat aber die Grenze zu Klasse E wohl noch nicht überschritten. Davor, in Richtung zur AR 12671m befindet sich nach wie vor eine kleine Gruppe, die wohl, wie ich aus dem Kreis der Hamburger Sonnenbeobachtergruppe erfahren konnte, eine kleine B-Gruppe ist. Sie ist ein klassisches Beispiel dafür, wie schnell solche Gruppen bei kleinen Instrumenten aus dem Blickfeld verschwinden. Gestern konnte ich sie nicht mehr sehen, heute morgen wieder, jetzt am Abend aber schon wieder nicht mehr. Sie ist im Seeing gewissermaßen »ertrunken«.

Im Hα-Licht sah man an beiden Tagen großen Flaregebiete rund um die beiden Fleckengruppen, aber nur wenige und zumeist kleine Filamente. Die Zahl der Protuberanzen blieb auch eher bescheiden, gestern kam ich auf 6, heute auf 7 Exemplare und nur eine am südwestlichen Rand ist einen Tick größer und erscheint als wirrer Büschel. Dazu passt gut ins Bild, dass nachdem M1.1-Flare am 20. in der AR 12672 keine größeren Ausbrüche mehr erfolgt sind, ebenso wenig in der AR 12671, die – wie so viele Gruppen der letzten Zeit vor ihr – fast völlig inaktiv blieb und keine großen Flares hervorbrachte.

Montag, 21. August 2017

Sonne am 20. und 21.8.2017

Wenige Stunden vor der totalen Sonnenfinsternis in den USA konnte ich bei sehr wechselhaftem Wetter an der Ostsee die Sonne beobachten. Bereits gestern war mir kurz vor der Abfahrt ebenfalls eine Beobachtung geglückt, allerdings bei grottigem Seeing, samt gezacktem Sonnenrand und einer blubbernden Oberfläche, die vielfach die kleinen Flecken einfach verschwinden ließ. Das heutige Seeing war demgegenüber deutlich besser, trotz des ständigen Wechsels zwischen Wolken, Gewitterregen und Sonnenschein.

In den letzten beiden Tagen hat sich einiges ereignet. So ist die AR 12671 immer länger geworden, weswegen ich sie schon gestern in zwei D-Gruppen aufteilte. Das erscheint zwar recht willkürlich und auch das Megntogramm ist hier nicht wirklich eindeutig, doch die Struktur des die Aktive Region umgebenden Flaregebietes im Hα-Licht schien mir da doch eindeutiger. Allerdings kann man auch weiterhin der Meinung sein, es handelt sich hier um eine einzige, sehr lange F-Gruppe.

Ganz am Ostrand war gestern zudem die AR 12672 als J1-Gruppe zu sehen. Schon Abends konnte ich in kleinen Wolkenlücken erkennen, dass da eine weitere »größere« Gruppe hereinrotiert war. Bei der gerade eben durchgeführten Beobachtungen klassifizierte ich sie als D-Gruppe mit 9 Flecken, während ich die große in eine D10 und eine D18 unterteilt hatte.

Hα-Licht versammelte sich die gesamte Aktivität gestern und heute rund um die beiden Aktiven Regionen. Am Rand waren gestern 10 und heute nur noch 4 Protuberanzen zu sehen. Diese aber hauptsächlich am Westrand zu sehenden Metariebögen dürften bei der totalen Sonnenfinsternis auf jeden Fall zu sehen sein. Man darf gespannt sein, ob man sie auch während der Live-Übertragung im Fernsehen »wiedererkennt«. Auf der Oberfläche waren unterdessen 5 bzw. 6 kleine Filamente zu sehen, die alle dem näheren Umfeld der beiden Regionen zuzuordnen waren. Interessant dagegen die beiden Flaregebiete: das um die AR 12671 war langgestreckt und zerfasert, das um die 12672 auf engstem Raum konzentriert. Hier ist gestern um 1:52 UT auch der erste erwähnenswerte Flare seit einigen Tagen entstanden: ein M1.1. Die AR 12671 ist in dieser Hinsicht völlig inaktiv, wie viele der »großen« Gruppen der letzten Zeit. Bis auf eine Ausnahme hat die AR 12671 bislang nur niedrigklassige c-Flares zustande gebracht und davon nicht mal besonders viele!

PS: Gegen Abend habe ich auf Hinweis eines Sonnenbeobachterkollegen noch mal beobachtet: Am Nachmittag hat sich zwischen der AR 12671 und der AR 12672 eine kleine A-Gruppe gebildet.

Samstag, 19. August 2017

Sonne vom 15.-19.8.2017

Zwischen der letzten und der heutigen Sonnenbeobachtung liegen schon wieder mehrere aufeinder folgende Ausfalltage aufgrund schlechten Wetters, so dasss ich die rasante Entwicklung der neuen AR 12671 nicht aus eigener Anschauung mitverfolgen konnte. Und selbst heute waren die äußeren Bedingungen miserabel: heftiger Wind, der selbst durch das in Richtung Osten liegende Dachfenster hereinwehte und ein Seeing, das negativer kaum sein konnte. Die Oberfläche blubberte munter vor sich hin und ein klar definierter Sonnenrand war trotz blauem Himmel nicht auszumachen.

Die AR 12671 hatte sich binnen weniger Tage zu einer imposanten F-Gruppe entwickelt, die heute 33 Flecken aufwies. Die Penumbren waren zwar weniger beeindruckend, dafür aber die enorme Länge der Gruppe. Ein Versuch, die Gruppe mit meiner Sonnenfinsternisbrille mit bloßem Auge zu erwischen, scheiterte kläglich.

Im Hα-Licht störte das miese Seeing nur wenig und so konnte ich am Rand 5 kaum auffällige Protuberanzen erkennen, während auf der Oberfläche ein großes Flaregebiet bei der AR 12671 zu sehen war. Die Zahl der Filamente war mit 9 Exemplaren zwar ganz ordentlich, doch waren sie alle insgesamt unauffällig, punkt- oder flatschenförmig. Nur zwei kleine Filamente, darunter ein Mini-Bogen, konnte bei der großen Fleckengruppe gefunden werden. Ansonsten war die Sonnenoberfläche im Hα weitgehend erscheinungsfrei. 

Montag, 14. August 2017

Sonne am 14.8.2017

Eigentlich wäre die heutige Beobachtung kaum der Rede Wert. Bei fast wolkenlosem Himmel – mit nur einigen, kaum störenden Wolken – war sogar das Seeing ganz ordentlich, doch entgegen meinen ursprünglichen Erwartungen war ie Sonne heute nicht fleckenfrei!

Im weißlicht zeigte sich am Ostrand eine kleine J2-Gruppe in einem mehr oder weniger auffälligen Fackelfeld, während der Rest der Sonne keinerlei Aktivität aufwies. Zu dem einen Fackelfeld kamen noch 3 kleine hinzu.

Die Überraschung gab es dagegen im Hα-Licht: An der Position der neuen Fleckengruppe, die derzeit noch keine NOAA-Nummer erhalten hat, war ein heller Flare zu sehen! Den Sonnenrand zierten zudem 10 unterschiedlich auffällige Protuberanzen, während auf der Oberfläche kaum Filamente zu sehen waren. Ich fand ledigleich 5 Stück und die auch nur nahe des Ost-, bzw. Westrandes. Ohne den Flare wäre es eine durchschnittliche Beobachtung geowrden. Die Sonne ist halt immer wieder für Überraschungen gut!   

Sonntag, 13. August 2017

Sonne vom 6.-13.8.2017

Seit meinem letzten Blogeintrag für den 5.8.2017 hat sich auf der Sonne nicht wirklich viel getan. In dem 8 Tage umfassenden Zeitraum, der seit dem vergangen ist, hatte ich leider auch wieder 2 Ausfalltage aufgrund schlechten Wetters zu beklagen. Das sind jetzt schon fast genauso viel wie im gesamten August 2016 …

Die Aktive Region 12670 ist seit dem ruhig mit der Sonnenrotation über den erdzugewandten Teil unseres Tagesgestirn »gewandert«. Anfangs hatte sie noch einen kleinen f-Teil, der sich aber bald auflöste und an einem Tag für wenige Stunden neu bildete. Zuletzt war sie nur noch ein J-Gruppe – nach der Waldmeierklassifikation – mit einem von einer Penumbra umgebenden Fleck. Am heutigen 13. August 2017 dürften wir sie das letzte Mal gesehen haben, denn sie steht gegenwärtig sehr nah am Westrand und wird morgen wegrotiert sein. Eine neue Fleckengruppe ist derzeit nicht in Sicht.

Die Aktivität im Hα-Licht war unterdessen ein wenig höher, vor allem, was die Zahl der Protuberanzen am West- und Ostrand anging. Oft genug waren sie auch in Flaregebiete eingebettet. Eine im Weißlicht sichtbare Fleckengruppe war an dieser Stelle jedoch nicht auszumachen. Es gab nicht mal einen nennenswerten Flare in der ersten Hälfte des Monats August. Am heutigen Tag sind am Rand der Sonne 8 zum Teil wirr strukturierte Protuberanzen zu sehen, während die meiste Aktivität auf der Oberfläche nahe dem Westrand zu finden ist: hier steht das einzige Flaregebiet. Eine der insgesamt 5 Filamente geht hier gerade in eine Protuberanz über, die restlichen sind punkt- und flatschenförmig und nur sehr schwer zu finden, da sie nur einen geringen Kontrast gegenüber der Oberfläche aufweisen. Die weitaus größten Teile der sichtbaren Sonnenoberfläche sind dagegen erscheinungsfrei!

Samstag, 5. August 2017

Sonne am 5.8.2017

Ganz allmählich komme ich jetzt wieder in die Phase, wo die Sonnenbeobachtung an meinem üblichen Standort problematisch wird. Durch die höher gewachsenen Bäume kann ich vor 8:10 Uhr jetzt nicht mehr beobachten – früher war das mal kurz nach 6 Uhr möglich – und wenn man denn noch vom Wetter im Stich gelassen wird, ist der Frust doppelt. Voller Freude baute ich also mein Teleskop auf dem Dachboden auf, da aus Richtung Westen ein großes Wolkenloch heranzog. Doch es kam, wie es nach Murphy wohl kommen musste: es zog exakt an der Sonne vorbei und ich konnte es nicht nutzen. Nur ab und zu konnte ich durch eine dünnere Wolkenschicht hindurchsehen. Mehr war nicht möglich, denn jetzt ist der Himmel wieder völlig dicht …

Im Weißlicht ist die AR 12670 auch heute Morgen die einzig wahrnehmbare Fleckengruppe, die sehr statisch ist und sich seit ihrem Erscheinen am 2. August praktisch nicht verändert hat. Fackelfelder gab es anscheinend auch keine, zumindest konnte ich sie durch die dünnen Wolken nicht erkennen.

Im Hα-Licht machte die Beobachtung keinen Spaß. Die Sonne wirkte hier sehr blass, es waren kaum Einzelheiten zu erkennen. Am Rand erkannte ich mit Mühe 6 Protuberanzen, auf der Oberfläche 1 großes Flaregebiet bei der AR 12670 und 8 Filamente. Nur eines davon – ein kleiner Bogen über der Fleckengruppe – war nicht punkt- oder flatschenförmig. Am Westrand stand eine kleine Filamentkette.

Alles in allem eine Beobachtung, die nur der Gewinnung von Zahlen, aber nicht dem persönlichen Genuss diente.

Freitag, 4. August 2017

Sonne am 3. und 4.8.2017

Der Beobachtungsmonat startete erst einmal mit zwei Ausfalltagen aufgrund schlechten Wetters und verpasster Gelegenheiten. Auch die Beobachtung am 3. August fiel fast Dauerregen und Sturm zum Opfer, wobei ich allerdings zwei lang auseinander liegende Kurzzeit-Wolkenlücken nutzen konnte. Heute war das ein klein wenig anders, es bestand ausreichend Zeit für eine vernünftige Beobachtung, dafür stürmt es jetzt wieder, wo diese Zeilen entstehen … An beiden Tagen war zumindest das Seeing recht ordentlich.

Nachdem ich das Wiedererscheinen der AR 12665 als AR 12670 am 2. August verpasst hatte, konnte ich die Gruppe im Weißlicht immerhin am 3. das erste Mal sehen. Sie war nur ein schwacher Abglanz der letzten Sichtbarkeitsperiode und gestern wie heute nur noch eine C2. Eine weitere Fleckengruppe konnte nicht ausgemacht werden.

Im Hα-Licht konnte an beiden Tagen eine deutliche Aktivitätssteigerung im Zusammenhang mit der AR 12670 nachgewiesen werden, zumal das aktuelle Magnetogramm eine deutlich komplexe Struktur im Umfeld der Gruppe ausweist. Gab es gestern noch 6 kleine und einzeln stehende Protuberanzen sowie 5 kleine Filamente und 1 Flaregebiet zu sehen, waren es heute schon 12 Protuberanzen – die meisten davon am Ostrand (!) - und wie gestern 5 punktförmige Filamente und ein ausgedehntes Flaregebiet rund um die AR 12670. Hier dürfte für die kommenden Tage noch einiges an Aktivität zu erwarten sein, vorausgesetzt, die Gruppe fällt nicht binnen kurzem in sich zusammen, was für die aktuelle Phase des ausgehenden 24. Fleckenzyklus nicht ungewöhnlich wäre.

Sonntag, 30. Juli 2017

Sonne vom 22.-30.7.2017

Seit meiner letzten Beobachtung hatte sich im Berichtszeitraum bei der Sonnenaktivität praktisch nicht getan. Aufgrund des schlechten Wetters der letzten Tage schaffte ich in den letzten 8 Tagen nur 5 Beobachtungen. Im Vergleich zum Juli 2016 gibt es also abermals ein dickes Minus an Beobachtungen, da ich dort satte 30 Tage schaffte.

Das Seeing in der letzten Woche war trotz der heftigen Wetterereignisse noch ganz gut, die Sonnenaktivität allerdings weiterhin gering. Die AR 12668 war ab Mittwoch als A1 zu, löste sich aber bald wieder auf. Ähnlich erging es der 12669, die am 29. deutlich als A1 zu sehen war und heute im Laufe des Tages wieder zerfallen ist. Heute Morgen konnten noch zwei GvA-Sonnenbeobachter an der Stelle zwei Gruppen sehen – eine A und eine B -, doch am Nachmittag waren sie jedoch nicht mehr zu erkennen. Ich hatte leider das Pech, dass zum fraglichen Zeitpunkt, an dem ich sonst auf dem Dachboden beobachten konnte, ein Gewitter samt heftigem Regen mir quasi die Sicht nahm. Als die Sonne dann endlich raus kam, war der Himmel nicht blau, sondern weiß und verschleimt. Der Syph hielt bis zum späten Nachmittag an und als ich nach mehreren erfolglosen Versuchen endlich beobachten konnte, waren die Gruppen verschwunden.

Im Hα-Licht ging die Aktivität auch stark zurück, es gab nur noch kleine Protuberanzen, kaum noch Filamente und auch die Flaregebiete wurden immer schwächer. Am heutigen Nachmittag waren nur noch 4 Mini-Protuben und 4 punktförmige Filamente, aber keine Flaregebiete mehr zu sehen. Die Sonne befindet sich derzeit wieder mal in einem Aktivitätsloch und man darf gespannt sein, wie lange dieses noch andauern wird.

Freitag, 21. Juli 2017

Sonne vom 17.-21.7.2017

Die Sonnenaktivität der letzten Tage verlief wie erwartet, denn nach dem die Aktiven Regionen 12665 und 12666 hinter dem Westrand verschwunden waren, waren am Ostrand keine neuen mehr herum rotiert. Unterschiedlich waren nur die Rahmenbedingungen bei der Beobachtung: mal stark bewölkt mit kleinen Wolkenlücken, mal sonnig. Das Seeing war an allen Tagen vergleichsweise gut, was vor allem der Beobachtung im Hα-Licht zugute kam.

Im Weißlicht gab es seit letzten Montag nämlich nichts zu sehen, die Sonne war fleckenfrei und in der gleichen Zeit ging auch die Aktivität im Hα-Licht spürbar zurück. Es wurden keine großen Flaregebiete mehr gesichtet. Die heutigen zwei waren nur schwach zu sehen: die eine punkt-, die andere flächenförmig. Bei den Protuberanzen sah es nicht besser aus. Anfangs noch von ordentlichem Durchmesser, waren sie zuletzt klein, mickrig und bei schlechtem Seeing fast gar nicht zu sehen. Und auch die Filamente nahmen sich vornehm zurück. Nur ab und zu war mal ein größeres Exemplar zu sehen. Kurzum: Die Sonne gab schon mal einen Ausblick auf das vor ihr liegende Minimum!

Montag, 17. Juli 2017

Sonne am 17.7.2017

Es war wieder so ein typischer Tag, der förmlich nach Murphys aller Art roch, doch es kam glücklicherweise völlig anders. Zunächst ging ich bei strahlendem Sonnenschein zur Arbeit, doch schon gegen Mittag zog sich der Himmel zu und als ich Feierabend hatte, zeigten sich schmale »Risse« in der Wolkendecke und ich erhielt eine kleine Chance zur Beobachtung.

Die AR 12665 stand genau am Westrand und war nur noch als H4 in einem Fackelfeld zu sehen. In einem weiteren Fackelfeld fand ich die AR 12666 wieder, die ich gestern nicht mehr sehen konnte. Sie war eine nur schwer zu erkennende A1. Ansonsten war die Sonnenoberfläche im Weißlicht fast »leer«. Spätetens morgen dürfte unser Tagesgestirn wieder fleckenfrei sein.

Im Hα-Licht war die Aktivität da schon deutlich höher. Am Rand zählte ich 11 mittelgroße Protuberanzen – die meisten leider am Westrand – und auch die 2 Flaregebiete befanden sich dort. Spätestens morgen werden sie dann wegrotiert sein. Auf der Oberfläche zählte ich noch 7 Flaregebiete. Die meiste Oberflächenaktivität verteilte sich übrigens über die Westhälfte der Sonne. Auch das ein Indiz, das nun wohl wieder eine Periode mit fleckenlosen Tagen bevorsteht. Wie lange sie diesmal andauernd, ist allerdings nicht vorhersehbar.