Samstag, 21. Mai 2016

Sonne am 21.5.2016

Es gibt sie doch noch, die Glücksmomente in der beobachtenden Astronomie. Deutlich früher von der ATT in Essen heimgekehrt kam ich in den Genuss einer Sonnenbeobachtung unter extrem guten Bedingungen, wie ich sie selten in Hamburg erleben durfte. Der Himmel war zwar bewölkt und zwischen den Wolken weiß, doch stimmte für etwa 2 bis 3 Minuten alles: ein perfektes Seeing von Ruhe und Schärfe 1 (!) und genügend Zeit für eine schnelle Beobachtung.

Nach einem weiteren Ausfalltag, an dem ich nicht beobachten konnte, war heute nur noch die AR 12546 zu sehen und das auch locker mit dem bloßen Auge und einr Sofibrille. Im Fernrohr zeigten sich nur einige kleine Flecken in der näheren Umgebung der Penumbra, weswegen ich die Gruppe wieder als H, heute mit 6 Flecken, klassifizierte. Weitere Regionen waren nocht zu sehen.

Das extrem gute Seeing machte sich naturgemäß auch im H-alpha bemerkbar, wo ich am Sonnenrand allerdings nur drei Protuberanzen – zwei im Osten, eine kleine im Westen – und auf der Oberfläche neben 4 Flaregebieten insgesamt 15 verschiedene Filamente erkenne, die über weite Teile der Sonnenoberfläche verteilt waren. Leider verschlechterten sich während der Beobachtung die Bedingungen, die Details der Oberfläche verschmierten und der Himmelshintergrund hellte sich spürbar auf. Das »Seeingloch« schloss sich und es kamen auch wieder Wolken, die jedwede Hoffnung schwinden ließen, vielleicht noch einmal zur Sonne schauen zu können. Wenigstens mal eine Beobachtung unter guten Bedingungen.

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