Dienstag, 17. April 2018

Sonne vom 11.-17.4.2018

Es ist jetzt wieder die Zeit nahe dem Minimum, in dem die Fleckentätigkeit der Sonne, so sie denn vorhanden ist, geprägt ist durch viele kleine, kurzlebige Flecken und -grüppchen. Leider spielte auch das Wetter in den letzten Tagen nicht immer mit, so musste ich am 11. und am 14. und 15. jeweils witterungsbedingte Ausfalltage hinnehmen. Besonders ärgerlich war, dass wir nur im Norden schlechtes Wetter hatten, während im Süden die Sonne schien, sodass norddeutsche Beobachter – statistisch gesehen – wieder einmal das Nachsehen hatte. Dabei war das Seeing an den Tagen, an denen beobachtet werden konnte, eigentlich gar nicht schlecht.

Die Entwicklung des neuen A-Flecks, der am 10. auf der Südhalbkugel aufgetaucht war, konnte nicht weiter verfolgt werden, zumal am 11. der Himmel bedeckt war. Er hatte wegen der Kurzlebigkeit erst gar keine NOAA-Nummer erhalten.

Am 13. erschien dann nahe des Ostrandes eine kleine B-Gruppe, die mit der NOAA-Nummer 12704 versehen wurde. In den beiden folgenden Schlechtwettertagen löste sich die Gruppe wieder auf und als ich am 16. beobachten konnte, war die Sonne wieder fleckenfrei. Heute morgen dann war auf der Osthälfte ein neuer kleiner A-Fleck zu sehen, der zur Stunde aber auch noch keine NOAA-Nummer erhalten hat.

Im Hα-Licht war die Randaktivität leicht erhöht. So konnte ich in den letzten Tagen jeweils um die 3 Protuberanzen (heute morgen aber nur eine), seit dem 12. auf der Oberfläche vermehrt auch Filamente (heute nur noch 6) und seit dem 16. auch stets 4 über die Nordhalbkugel der Sonne verteilte Flaregebiete; eines assoziiert mit dem heute erstmals sichtbaren A-Fleck.

Insgesamt bietet die Sonne aber weiterhin, egal ob mit kleinen Flecken oder ohne, ob mit vielen Erscheinungen im Hα-Licht oder nicht, einen sehr minimumsartigen Anblick.

Dienstag, 10. April 2018

Sonne vom 8.-10.4.2028

Wieder sind ein paar Tage ins Land gegangen, ohne das sich etwas Wesentliches auf der Sonne getan hätte. Dabei verschlechterte sich das Wetter zusehends. Der Saharastaub in der Atmosphäre trübte die Sicht spürbar ein, was einerseits einen stark gedämpften Anblick im Okular nach sich zog, zumeist verbunden mit einer Aufhellung rund um die Sonne. Bei der Beobachtung im Hα-Licht fiel zudem ein sehr dunkles Bild auf, bei dem die Detailerkennbarkeit stark herabgesetzt war.

Bis zum heutigen Morgen war die Sonne fleckenfrei, doch nun gibt es ziemlich genau am Sonnenmeridian im Süden einen kleinen A1-Fleck, der in meinem kleinen 80/400er-Refraktor aber nur blickweise bei guten Bedingungen sichtbar war. Das leicht diffuse Sonnenlicht trug zur Sichtbarkeit bei, allerdings war die Gruppe schon wieder »verschwunden« als die Durchsicht nur eine Nuance schlechter wurde. Um die Mittagszeit herum war der Himmel zwar wieder fast wolkenfrei, dafür das das Seeing schlecht und ich konnte den Fleck nicht wiederfinden. Es kommt eben sehr auf die Beobachtungsbedingungen an.

Im Hα-Licht war das die Sonne sehr dunkel. Hinzu kam die nicht gerade hohe Aktivität, sodass ich am 8. und 9. nur 2 bzw. 1 Protuberanz, 8 bzw. 6 Filamente und erst gestern wieder ein klitzkleines Flaregebiet sehen konnte. Es befand sich an der Position der neuen Fleckengruppe, war aber selbst auf aktuellen Magnetogrammen nicht besonders auffällig. 

Samstag, 7. April 2018

Sonne vom 4.-7.4.2018

Die Sonnenaktivität dümpelt – im wahrsten Sinne des Wortes – regelrecht vor sich hin. Wenigstens ist in den letzten Tagen das Wetter endlich deutlich besser geworden, sodass ich bisher im April an jedem Tag beobachten konnte. Meist in der Früh auf dem Dachboden, weil ich ja nach wie vor krank geschrieben bin. Ein in der kommenden Woche beginnender, über 3 Wochen verteilter, Diabeteskurs wird zumindest die morgendlichen Beobachtungen schwieriger gestalten. In den vergangenen Tagen war dann auch noch das Seeing meist ganz gut.

Im Weißlicht zeigten sich bislang im April kein noch so kleiner Fleck, die Sonne blieb fleckenfrei.

Im Hα-Licht dagegen waren am 4.4. noch 2 Protuberanzen, 3 Filamente und ein helles Flaregebiet nahe des Sonnenmeridians zu sehen. Einen Tag später war das Flaregebiet verschwunden und es gab 3 Protuberanzen und 3 Filamente. Der 6. zeigte ebenfalls kaum Veränderungen: es konnten 3 Protuberanzen, 4 Filamente und ein sehr schwach ausgeprägtes und großflächiges Flaregebiet gesehen werden, das heute Morgen schon wieder verschwunden war. Dafür gab es 2 Protuberanzen am Ostrand und 8 (!) Filamente, die ausschließlich auf der Südhalbkugel zu finden waren. 

Bemerkenswert ist hingegen ein sehr großes, rund 700.000 km durchmessendes Koronaloch, das sich entlang des Sonnenäquators ausdehnte und einen moderaten G2-Sturm auslöste. Verbunden war das Ganze auch noch mit einem kleinen koronalen Massenauswurf (CME). Dessen Teilchen sollen nach den auf Spaceweather veröffentlichten Vorhersagen zwischen dem 9. und dem 13. April 2018 im Erdmagnetfeld ankommen und Polarlichter erzeugen. Ob man sie auch von Deutschland aus sehen wird, muss man sehen. Hier ist eher der Norden, genauer, die Ostseeküste, bevorzugt. Vor dem Koronaloch liegt auch noch ein größerer magnetischer Wirbel, der allerdings bisher ruhig blieb. Sollte sich dieser auflösen, könnte sich ein weiterer Teilchenschauer auf den Weg machen ...

Dienstag, 3. April 2018

Sonne vom 1.-3.4.2018

Nein, es handelt sich nicht um einen verspäteten Aprilscherz, wenn mir auch in den vergangenen Tagen stets eine Beobachtung gelungen ist. Einfach waren die Umstände dabei nur gestern, denn am 1. April kam die Sonne erst nachmittags raus und heute boten sich mir nur kleine Lücken an. Ich musste mehrmals zum Teleskop hetzen, ausrichten, nur um dann festzustellen, dass ich zu langsam und die Sonne wieder hinter Wolken verschwunden war. Allerdings gab es um die Mittagszeit einige größere Wolkenlücken, nur die übliche Beobachtung im Hα-Licht konnte ich zunächst nicht abschließen. Das gelang erst am Nachmittag in einer einer 30-Sekunden-Lücke.

Wesentliches hat sich in den ersten Tages des April nicht ereignet. Gleich am 1. war die AR 12703 wieder verschwunden, sodass der Monat bislang fleckenfrei gestartet ist. Erstaunlicherweise konnte ich aber gestern und heute – jeweils am Westrand – einige auffällige Fackelfelder sehen.

Im Hα-Licht hingegen – sie musste am 1. wegen mangelnder Sichtbedingungen entfallen – scheint die Aktivität leicht angestiegen zu sein. Konnte ich gestern 2 Protuberanzen, 4 Filamente und 2 Flaregebiete sehen, waren es heute 2 Protuberanzen, 6 Filamente und nur noch 1 Flaregebiet. Das aber befand sich im Feld der AR 12703, von der im Weißlicht nichts mehr zu sehen war. Im Hα hingegen zeigten sich hier zwei helle Punkte, die zumindest von einer diskreten Aktivität zeugen. Ob daraus allerdings ein kleiner Flare wird, wird man – wie immer – abwarten müssen.

Freitag, 30. März 2018

Sonne am 27., 29. und 30. März 2018

Nach einer ganzen Reihe von aufeinander folgenden Ausfalltagen aufgrund des neuerlichen Wintereinbruchs, der auch heute am Karfreitag noch nicht vorbei ist, schien die Sonne endlich mal wieder für ein paar Stunden ungetrübt von Wolken. Da die Sonne zu diesem frühen Zeitpunkt noch hinter den Bäumen stand, musste ich auf den nur wenige Grad über 0 kalten Dachboden ausweichen, was mir dann aber auch eine ungetrübte Beobachtung ermöglichte. Am Himmel gab es nur leichten Wolkenschleim, der vor allem für heftige Bewegungen am Sonnenrand sorgte, doch stand die Luft über der Oberfläche für einige Momente, sodass ich fast störungsfrei beobachten konnte.

Waren am 27. und 29. jeweils nur kurze Beobachtungen möglich, die eine fleckenfreie Sonne zeigten, so kam heute ein kleiner Fleck um den Sonnenrand herum, der mitten in einem hellen Fackelfeld stand. Der teilweise heftig wallende Sonnenrand machte das Erkennen des Flecks sehr schwierig, aber als ich ihn dann sicher gesehen hatte, konnte ich ihn immer wieder finden. Der »Rest« der Sonnenoberfläche war dann sozusagen leer. Noch hat der Fleck keine Bezeichnung durch die NOAA bekommen, aber es dürfte wohl die AR 12703 sein. Und man darf gespannt sein, ob die ähnlich kurze Lebensdauern wie die 12701 und die 12702 aufweisen wird, die jeweils nur für 1 bis 2 Tage sichtbar waren.

Im Hα-Licht fiel die Aktivität in der letzten Zeit auch sehr niedrig aus, bis an die Grenze zur völligen Inaktivität. Am 27. war die Wolkenlücke zu klein, am 29. das Bild im Okular sehr dunkel, weswegen ich auch nur 3 Protuberanzen und keine Filamente oder Flaregebiete erkennen konnte. Eine Prüfung anhand von Satellitenbildern ergab allerdings, dass ich trotz der widrigen Umständen wohl tatsächlich alles erfasst hatte.

Anders die Situation heute Morgen. Auf der Oberfläche waren neben dem die neue Gruppe umgebenden Flaregebiet und einem extrem schwach ausgeprägten und daher kaum sichtbaren Matschfleck als Filament im Süden zu erkennen. Am Rand hingegen zeigten sich 5 Protuberanzen, darunter ein schön verwirbelter Bogen im Westen und zwei kleinere im Osten. Immerhin offenbart die Sonne momentan wieder so etwas wie Aktivität. Neben dem ständig wehenden Sonnenwind und vereinzelten Koronalöchern – nach einem hieraus entstandenen geomagnetischen Sturm konnte man am 21. in den entsprechenden Regionen der Erde Polarlichter sehen – ist just zu diesem Zeitpunkt im »Eisenlicht« (SDO AIA 131) ein kleiner Ausbruch im Südwesten zu sehen.

Auch wenn jetzt manche vielleicht hoffen, dass es nun endlich wieder aufwärts geht mit der Aktivität, sollte man an den alten Spruch denken: »Hoffen und Harren hält manchen zum Narren«, denn schon Morgen kann es mit dem Fleck schon wieder vorbei sein.

Mittwoch, 21. März 2018

Sonne vom 18.-21.3.2018

In den drei Tagen seit dem letzten Blogeintrag hat sich abermals nur wenig auf der Sonne getan. Das Wetter war winterlich, sehr sonnig und an allen Tagen von äußerst miserablem Seeing geprägt. Nur heute Morgen war es anders: Gleich nach dem verspäteten Aufwachen konnte ich die Sonne gerade eben noch – der Himmel war bereits sehr syphig – beobachten.

Im Weißlicht hatte sich am 18. eine kleine B-Gruppe beim Westrand gezeigt, die AR 12702, aber wie die 12701 war auch sie nur eine »Eintagsfliege«, die sich sehr rasch wieder aufgelöst hatte. Ich meinte, sie am gestrigen Vormittag in einem Fackelfeld gesehen zu haben. Bei der nachmittäglichen Kontrollbeobachtung fand ich dann aber nichts mehr. Und heute war die Sonne ohnehin wieder fleckenfrei.

Im Hα-Licht litt die Beobachtung mehr oder weniger stark unter dem Seeing. Eines aber wurde klar: binnen weniger Tage brach auch hier die Aktivität völlig ein. Waren am 19. moch 3 Protuberanzen, 4 Filamente und 1 Flaregebiet zu sehen, so gab es gestern nur noch 2 Protuberanzen und 3 Filamente und heute ist das Ganz auf 1 Protuberanz und 4 sehr kleine Filamente zurück gegangen. Weite Teile der Sonnenoberfläche sind somit völlig erscheinungsfrei.

Für die kommenden Tage sind die Wetteraussichten nun wieder schlechter geworden. Es wird wohl wärmer, gleichzeitig gibt es aber auch wieder mehr Wolken … und das zum kalendarischen Frühlingsanfang um 17:15 Uhr MEZ.

Sonntag, 18. März 2018

Sonne vom 12.-18.3.2018

Wirklich Entscheidendes hat sich auf der Sonne in den letzten Tagen nicht getan. Ich hatte wegen schlechten Wetters mehrere Ausfalltage. Ihre Aktivität ist immer noch auf einen sehr niedrigen Level, wenn auch gestern und heute zwei kleine Gruppen sichtbar waren. Dafür brachte der starke Ostwind neben klarem Himmel und niedrigen Temperaturen vor allem katastrophal schlechtes Seeing. Die Werte für Ruhe und Schärfe nach der Kiepenheuer-Skala waren nie besser als 4, oft 5, und somit nicht brauchbar. Es waren oft mehrere Anläufe nötig, um überhaupt etwas zu sehen. Und selbst dann war der Sonnenrand gezackt und die Oberfläche blubberte wie heißes Wasser im Kochtopf nur so vor sich hin.

Das Ergebnis war vorhersehbar. Am 15. März, wo ich morgens ganz kurz für eine Viertelstunde so etwas wie klaren Himmel hatte, war die Sonne noch fleckenfrei. Gestern war die AR 12701 vorhanden, konnte von mir wegen des Seeings aber nicht gesehen werden. Heute war sie wieder verschwunden und im Nordwesten, ganz nah am Sonnenrand, die AR 12702 entstanden. Ich konnte sie nur deswegen sehen, weil die Randverdunkelung den Kontrast verminderte und sie von einem kleinen Fackelfeld umgeben war.

Im Hα-Licht wirkte sich das Seeing sehr unterschiedlich aus. Die Sicht war hier aber auch nur zwischen schlecht, sehr schlecht und katastrophal zu beschreiben. Ein Wunder, dass ich überhaupt etwas zu sehen bekam. Die niedrige Aktivität tat ihr Übriges, um irgendwas zu identifizieren. Die Zahl der Protuberanzen ging von 3 auf 2 zurück und betrug heute wieder 4. Die der Filmente betrug 4, 5 und 5 und ein Flaregebiet konnte erst seit gestern wieder gesehen werden. Es ist assoziiert mit der neuen AR 12702. Nennenswerte Ausbrüche gab es in den letzten Tagen keine, lediglich ein einen geomagnetischen G1-Sturm, der einem größeren Koronaloch entsprang und für Polarlichter in den entsprechenden Regionen der Erde sorgte. Fazit: Das Seeing bleibt wohl vorerst schlecht und die Sonnenaktivität niedrig. Änderungen sind derzeit nicht in Sicht.