Donnerstag, 25. Mai 2017

Sonne am 25.5.2017

Der Morgen war sonniger als angekündigt und so konnte ich – dieses Mal nach dem Duschen – gleich mit der Beobachtung loslegen. Ganz verschwunden waren die Wolken freilich noch nicht, doch die Sicht und das Seeing reichten für eine weitgehend störungsfreie Beobachtung aus.

Im Weißlicht hatte sich die einzige Fleckengruppe, die AR 12659, zu einer D8 weiterentwickelt, dabei steckten nun alle Flecken in den drei Penumbren drin, während es außerhalb davon keine zu sehen gab. Zwar konnte ich darüber hinaus noch drei Fackelfelder sehen, das war es dann aber auch schon mit dem Weißlicht.

Viel spannender dagegen war die Aktivität im H-alpha-Licht, vor allem am Ostrand, wo gerade ein größeres Aktivitätsgebiet herumzukommen schien. Gleich zwei breite Büschelprotuberanzen und ein paar kleinere Spitzen standen hier, während das gestern noch sehr eindrucksvolle Geflecht mit der Sonnenrotation am Westrand verschwunden war. Nur einige kleine Spitzen schauten hier über den Rand, während das Aktivitätsgebiet im Südwesten noch vorhanden war und daneben ein weiteres entstanden war. Am Ende kam ich hier auf 12 Protuberanzen.

Auf der Oberfläche war die Aktivität dagegen eher gering. Die Osthälfte der Sonne war nahezu erscheinungsfrei, auf der westlichen konnten 4 Flaregebiete ausgemacht werden – eines davon sehr hell und aktiv – und außerdem gab es nur 6 kleine, oft nur stummelige, Filamente zu sehen.Lediglich ganz im Nordwesten war ein Filament etwas flächiger. Vor allem die Aktivität am Ostrand nährt die Hoffnung, dass in den kommenden Tagen hier was größeres in das Blickfeld zur Erde hereinrotiert und dass dann auch für das Weißlicht etwas zählbares dabei herauskommt. In ein paar Tagen, vielleicht aber auch schon morgen, wissen wir mehr!

Mittwoch, 24. Mai 2017

Sonne am 24.5.2017

Der Tag begann weniger sonnig, als die vorangegangenen. Zunächst schien die Sonne früh in mein Zimmer und ich dachte, noch ein wenig zu warten, bis sie etwas höher stand, um dann zu beobachten, kurz darauf war der Himmel zu, um kurz nach 9 Uhr die Sicht auf die Sonne wieder freizugeben.Noch vor dem Duschen ging es nach draußen, um die vermeintlich kurze Wolkenlücke auszunutzen. Das Seeing war ganz ordentlich, wenn auch nicht gut, und letzte Wolken störten nur zu Anfang die Beobachtung.

Im Weißlicht gab es eine Überraschung: von den vier gestern noch zu sehenden Fleckengruppen war nur noch eine übrig geblieben, die AR 12659, die heute eine C11 war. Auch längeres Suchen brachte keinen Erfolg, gleich drei Gruppen hatten sich binnen eines Tages aufgelöst, nicht ungewöhnlich für die Vorminimumsphase.

Stattdessen tobte im H-alpha-Licht das Leben. Im Nordosten war von dem bereits gestern erwähnten Geflecht immer noch etwas zu sehen, Bögen, ein Tannenbaum und reichlich Verwirbelungen. Die beiden Protuberanzen im Südwesten waren auch noch vorhanden und hatte sich nur wenig verändert. Genau auf der gegenüberliegenden Seite am Ostrand rotierten allerdings neue und ebenso imposante Materiebögen herein, die sehr einem Viadukt und einer undefinierbaren Büschelform glichen. Insgesamt 11 Protuberanzen konnte ich am Sonnenrand zählen.

Auf der Oberfläche sprangen mir 3 helle Flaregebiete förmlich ins Auge, während ich nach Filamenten intensiv suchen musste. Insgesamt fand ich davon nur 6 Stück. Weite Bereiche der Sonnenoberfläche waren weiter erscheinungsfrei, vor allem auf der Osthälfte.

Dass im Weißlicht die Aktivität runtergeht, während sie im H-alpha-Licht zunimmt, liegt vorwiegend an den immer schwächer werdenden lokalen Magnetfeldern. Ein Vergleich mit aktuellen Magnetogrammen zeigt deutlich die immer einfacher werdende Struktur der Magnetfeldlinien, was gleichbedeutend mit abnehmender Aktivität ist. Die Sonne schafft es, vereinfacht gesagt, nicht mehr, zu jedem Aktivitätsgebiet eine im Weißlicht sichtbare Fleckengruppe zu erzeugen. Ein völlig normales Verhalten etwa 2 Jahre vor dem Minimum.

Dienstag, 23. Mai 2017

Sonne am 23.5.2017

Nachdem die auch die letzte astronomisch nicht nutzbar war, weil gegen Abend erst Schleier- und dann dicke Wolken aus Richtung Frankreich hereingezogen kamen, begann der Tag wieder sehr sonnig, bei doch ganz gutem Seeing.

Im Weißlicht war die Aktivität wieder in der Rückwärtsbewegung: Zwar waren alle vier Gruppen vorhanden, die man schon gestern sehen konnte, doch sie hatten sich fast alle zurück entwickelt. Die AR 12859 war wieder nur eine J1, die AR 12656 auf die Stufe A mit einem Fleck herabgefallen. Die dicht beieinander stehenden Aktiven Regionen 12658 und 12660 waren heute nur noch B-Gruppen ohne Penumbren, mit 5 bzw. 7 Flecken.

Weitaus spannender war es im H-alpha-Licht. Als erstes fiel mir ein dichtes Protuberanzen-Geflecht im Nordwesten auf, das eine ziemlich verwirbelte Struktur besaß, wo einzelne Bänder, schwebende Teile, Bögen- und Torbögen ineinander überzugehen schienen. Da wird sich wohl in den kommenden Stunden noch ordentlich was entwickeln. Im Südwesten standen zwei kleinere Protuberanzen, am Ostrand gab es dagegen lediglich ein paar kleine Spitzen, die gerade so eben hervorlugten. Insgesamt kam ich auf 9 Protuberanzen.

Auf der Oberfläche war hingegen das große Doppelfilament verschwunden, dafür gab es nur noch 6 kleine Exemplare und 3 Flaregebiete. Global gesehen hat sich die H-alpha-Aktivität derzeit auf die Westhälfte der Sonne verlagert, die Osthälfte ist nahezu erscheinungsfrei!

Montag, 22. Mai 2017

Sonne am 21. und 22.5.2017

Am Tage des Beginns meiner Urlaubsreise nach Daun – zum zweiten Mal binnen 2 Monaten – konnte ich vor der Abfahrt auf dem Dachboden noch bei blauem Himmel und miesem Seeing beobachten.

Im Weißlicht waren zu diesem Zeitpunkt mit der AR 12656 und der AR 12658 nur zwei J1-Gruppen zu sehen, verteilt auf die Nord- und Südhalbkugel der Sonne. Während der knapp fünfstündigen Fahrt in den Süden bildete sich auf der Sonne aber noch eine weitere Gruppe, eine D4 hinter der AR 12656.

In Daun angekommen, hatte ich zwar mit ziemlicher Bewölkung zu kämpfen und auch das Seeing war eher schlecht, doch die neue Gruppe war dennoch gut zu sehen. Am heutigen Morgen dann die Überraschung: die AR 12659 – so die NOAA-Nummer der neuen Gruppe – war nur noch eine C3 und dahinter war eine B7-Gruppe entstanden.

Im H-alpha-Licht waren an beiden Tagen kaum große Protuberanzen zu sehen – gestern 4 und heute 6, wobei im Nordwesten heute ein größerer Torbogen zu sehen war -, während es auf der Oberfläche 4 bzw. 2 Flaregebiete und 7 bzw. 8 Filamente zu beobachten waren. Hier war besonders ein längliches Filament nahe des Sonnenmeridians interessant, in dessen Verlängerung jetzt ein weiteres entstanden ist.

Sollte eines der beiden Filamente eruptieren, wäre es die ideale Position, um in den kommenden Tagen Polarlichter zu erzeugen, die bei Mitternachtsdämmerung allerdings längst nicht so eindrucksvoll sind, wie in der dunklen Jahreszeit. Jedenfalls scheint es derzeit wieder einen kleinen Aktivitätsschub zu geben und man darf gespannt sein, wie lange er andauert und wie intensiv er noch ausfallen wird.

Samstag, 20. Mai 2017

Sonne am 20.5.2017

Unzuänglichkeiten beim Wetter hatten mir gestern den nächsten Ausfalltag eingebracht – der Himmel war solange klar, bis ich mit der Beobachtung beginnen wollte, dann zog es zu. Bis zum Abend – da gab es heftige Gewitter – war die Sonne auch nicht mehr zu sehen. Anders heute morgen. Da begann der Himmel kurz nach 8 Uhr aufzureißen und ich konnte auf dem Dachboden mit der Beobachtung und einem zeitweise recht guten Seeing geninnen.

Im Weißlicht gab es nur zwei Fleckengruppen: die AR 12656 im Norden als J1 und die AR 12658 als C3 im Süden. Hier konnte ich hinter der Penumbra mehr oder weniger deutlich noch kleine Flecken sehen.

Das H-alpha-Licht zeigte mir 7 Protuberanzen, von denen lediglich 3 größer ausfielen und der Rest als kleine Spitzen über den Rand lugten. Auf der Oberfläche sah ich dann 3 schwach leuchtende Flaregebiete und 6 Filamente. Das größte war das mit den Flügeln von vor zwei Tagen, das aufgrund der Sonnenrotation jetzt ein Stück weiter in Richtung Sonnenmeridian gewandert ist.

Donnerstag, 18. Mai 2017

Sonne am 18.5.2017

Kurz vor meiner Abreise zum heutigen Betriebsausflug hatte ich noch die Gelegenheit, auf dem Dachboden zu beobachten. Der Himmel war leicht syphig, aber das Seeing leicht unterdurchschnittlich.

Im Weißlicht war die neue AR 12956 aufgrund des Seeings eher schlecht zu sehen. Zeitweise konnte ich dahinter noch einen kleinen Fleck sehen, sodass ich die Gruppe als C2 klassifizierte. Eine weitere Gruppen konnte ich – zunächst – nicht finden. Die gelang mir erst später, sozusagen in der letzten Wolkenlücke des Tages. Da konnte ich die exakt südlich der AR 12956 stehende J1 finden, nachdem ich sie am Morgen noch übersehen hatte und die wohl die NOAA-Nummer 12957 erhalten wird. Dazu kamen noch 3 Fackelfelder.

Dass es mit der Sonnenaktivität wieder leicht bergauf geht, sieht man dieser Tage besonders im H-alpha-Licht. Gleich 10 Protuberanzen spürte ich am Sonnenrand auf, die meisten davon am Ostrand. Auf der Oberfläche gab es 4 helle Flaregebiete und 4 Filamente, das größte am Ostrand in Form eines gespreizten Flügels. Die Phase der fast völligen Inaktivität dürfte damit erst einmal wieder vorbei sein.

Mittwoch, 17. Mai 2017

Sonne vom 13.-17.5.2017

Dass es seit dem 12. Mai keinen Blogbeitrag mehr gab, lag auch an der in dieser Zeit äußerst geringen Sonnenaktivität in dieser Zeit. Das Wetter spielte bis auf den 16. Mai – da war wegen Wolken und Regen keine Beobachtung möglich – meistens mit, das Seeing war aber an allen Tagen durchweg eher mittelmäßig. Selbst nach der Rückkehr von der ATT konnte ich abends noch die Sonne beobachten, doch diese blieb bis zum erwähnten 16. fleckenfrei. Das änderte sich mit dem heutigen Tag, als ich endlich mal wieder einen deutlich wahrnehmbaren Fleck erwischte, einen Einzelfleck mit Penumbra. Ich klassifizierte ihn als J1. Im näheren Umfeld registrierte ich gleich vier verschiedene Fackelfelder.

Im H-alpha-Licht verlief die Aktivität ähnlich: die Zahl der Penumbren lag durchweg bei 3 bis 4, die der Flaregebiete bis auf den 13. bei 0. Heute, nach einem Ausfalltag, hatte sich das Bild leicht verändert. Es gab 6 Protuberanzen, 5 Filamente und 3 Flaregebiete.

Man darf hoffen, dass wenigstens dieser kleine Fleck mal ein wenig länger existiert und sich nicht nach ein paar Tagen gleich wieder auflöst.