Mittwoch, 21. Februar 2018

Sonne am 21.2.2018

Wieder begann der Tag mit Sonnenschein, obwohl es eigentlich bewölkt sein sollte, und so wurde mir ein weiteres Mal eine Beobachtung gegönnt, nachdem ich gestern Abend zum ersten Mal seit Langem wieder den Mond fotografieren konnte. Während meiner heutigen Beobachtung zogen zwar mal dünne Cirren durch, doch störten diese kaum, da sie sich zum Teil schnell wieder auflösten. Außerdem war das Seeing relativ gut.

Im Weißlicht war die Sonne immer noch fleckenfrei und ohne Fackelgebiete.

Im Hα-Licht war die Aktivität noch weiter zurück gegangen. Noch nie habe ich mit dem PST eine so »leere« Sonne in diesem Wellenlängenbereich beobachtet. Am nordwestlichen Rand war nur eine kleine Protuberanz zu erkennen und auf der Oberfläche gab es nur noch 5 unbedeutende Filamente.

Die Sonne scheint sich momentan an einem sehr tiefen Punkt ihrer (Nicht-)Aktivität zu befinden und man darf gespannt sein, ob bald der Zustand erreicht wird, dass alle Relativzahlen im Weiß- und Hα-Licht auf 0 absinken werden. Bislang konnte wenigstens noch im Hα »etwas« gesehen werden und wenn das auch wegfallen sollte, wäre das sicherlich ein Novum.

Man darf sich durchaus die Frage stellen, ob das kommende Minimum ähnlich lang und tief ausfallen wird, wie das in den Jahren 2008/2009. Wenn schon im aktuellen Vor-Minimum ca. 1-2 Jahre vor dem vorhergesagten Hauptminimum um 2020 herum so niedrig ausfällt, ist, nach allem, was man bisher über die Fleckenentwicklung zur wissen glaubt, kaum mit einem kurzen Minimum und einem nachfolgenden hohen 25. Fleckenzyklus zu rechnen. Und wer weiß, vielleicht sind, wie man am Rande der SONNE-Tagung 2017 in Hamburg hören konnte, schwache Fleckenzyklen eher die Regel als hohe. Diese wären dann die große Ausnahme! 

Dienstag, 20. Februar 2018

Sonne am 20.2.2018

Der Morgen begann mit einem leicht dunstigen Himmel, der mir aber ein extrem schlechtes Seeing mit wallendem Rand und blubbernder Oberfläche brachte, was im Weißlicht allerdings deutlich schlimmer ausfiel, als im Hα-Licht

Im Weißlicht war immer noch kein Fleck zu sehen und im Hα-Licht war die Aktivität gegenüber gestern wieder abgesunken. Am Rand tummelten sich magere 3 Protuberanzen, wobei eine im Südosten durchaus interessant war: hier standen scheinbar zwei kleine Bögen direkt hintereinander. Das Ganze war im PST nur schwer zu erkennen, bei den kleinen Spitzen im Nordosten und im Südwesten war es viel einfacher. Dort war auch eines der insgesamt 4 Filamente zu sehen, mithin das größte, das es heute zu sehen gab. Die restlichen 3 waren nur punktförmig und eigenlicht kaum der Rede wert. Die Sonne war also auch heute wieder weitgehend inaktiv.

Montag, 19. Februar 2018

Sonne am 19.2.2018

Beim Wetter ist man nie vor Überraschungen sicher. War doch für heute - am 111. Geburtstag meiner 1996 verstorbenen Oma mütterlicherseits - ein völlig bedeckter Tag vorhergesagt worden. Es kam anders als erwartet und durchaus im positiven Sinne. Schon kurz nach 10 Uhr sah ich erste Auflockerungen, die dann für eine Beobachtung am Vormittag zu spät kamen. Gegen Mittag zog es sich anfangs wieder zu, nur um dann kurze Zeit später den Blick auf einen leicht syphigen, aber brauchbren, Himmel freizugeben.

Die Sonne war erwartungsgemäß fleckenfrei und auch Fackelfelder waren nicht zu sehen.

Im Hα-Licht zeigte sich nur wenig mehr Aktivität als gestern. Zwar war die Oberfläche bis auf 2 klitzekleine Filament frei von Erscheinungen, doch standen nun am Ostrand 3 und am Westrand 4 kleine Protuberänzchen. Das aktuelle Magnetogramm zeigt gegenwärtig keine magnetische Tätigkeit auf der erdzugewandten Seite, die Sonne nimmt sich anscheinend wieder eine längere »Auszeit«.

Sonntag, 18. Februar 2018

Sonne am 18.2.2018

Zu später Stunde doch noch einen kurzen Beitrag zur heutigen Sonnenaktivität. Das Wetter war am Vormittag wieder gut, der Himmel wolkenfrei, und sogar das Seeing war ganz brauchbar.

Die Sonne war fleckenfrei und auch Fackelfelder konnte ich nicht am Sonnenrand erkennen.

Im Hα-Licht gab es auf der Oberfläche kein Flaregebiet und nur zwei Filamente, eines genau am Westrand, eines im Süden. Die Zahl der Protuberanzen am Sonnenrand war auf 6 angestiegen: eine kleine Pyramide am Ostrand, der Rest befand sich am Westrand. Hier zeigten sich etliche Formen: Spitzkegel, halbe Bögen, Doppelspitzen etc. Diese werden jedoch aufgrund der Sonnenrotation voraussichtlich morgen schon wieder verschwunden sein.

Bei der Betrachtung des aktuellen Magnetogramms und angesichts der Tatsache, dass es am Ostrand nur eine Protuberanz gab und die Sonnenoberfläche in dieser Wellenlänge nahezu frei von allen Formen von Aktivitätserscheinungen war, kann man getrost davon ausgehen, dass auch in den kommenden Tagen die Sonnenaktivität sehr niedrig sein wird. 

Samstag, 17. Februar 2018

Sonne am 17.2.2018

Was für eine Überraschung: bedeckter Himmel war angekündigt und einen weitgehend aufgeklarten gab es in meinem vormittäglichen Beobachtungsfenster. Das Seeing war ziemlich gut, und ich konnte tatsächlich während der ganzen Teil relativ problemlos beobachten, die durchziehenden Wolkenschichten störten kaum und momentan ist es sogar richtig sonnig.

Wie gestern schon vorhergesagt, war die AR 12699 heute nicht mehr zu sehen, an ihrer Stelle standen noch zwei helle Fackelfelder. Die Sonne war also wieder einmal fleckenfrei. Wie lange sie es diess Mal bleiben wird, muss man sehen.

Im Hα-Licht bot sich ein ziemlich trostloser Anblick: Im Südwesten stand noch die großflächige, aber niedrige Protuberanz, eine weitere, kleine, an der Stelle der wegrotierten AR 12699. Nördlich davon sah ich noch einen kleinen Spitzkegel. Dazu kamen noch zwei etwas längliche Filamente im Süden, ansonsten aber war die Sonne auch in diesem Wellenlängenbereich frei von Erscheinungen, was wenig Hoffnung auf Aktivitätsgebiete in den kommenden Tagen lässt. Überdies gab es am Ostrand keine Protuberanzen, die ein neues aktives Gebiet ankündigen könnten. Die Sonne legt offenbar grad wieder eine Verschnaufpause ein.

Freitag, 16. Februar 2018

Sonne am 16.2.2018

Trotz der anfänglich eher schlechten Prognose hatte sich über Nacht ein Wolkenloch gebildet, das ich heute Vormittag für eine Beobachtung nutzen konnte. Das Seeing war ganz in Ordnung, der Rand wallte zwischendurch zwar immer ein wenig vor sich hin, es dauerte aber meist nicht sehr lange, genau wie das »Seeing-Geblubber« auf der Oberfläche. Für die kommenden Tage ist jetzt aber erst mal wieder ein wolkenverhangener Himmel angekündigt, ob es anders kommt, muss man sehen.

Die AR 12699 konnte heute – wohl zum letzten Mail – als randnahe C4-Gruppe in einem auffälligen Fackelfeld beobachtet werden. Je näher sie dem Rand kam, desto mehr löste sie sich auf. Das hat weniger mit dem – von der Erde aus sichtbaren und daher so definierten – Rand, als vielmehr mit der Gesamtentwicklung der Gruppe zu tun. Sie zeigte seit ein paar Tagen leichte Auflösungstendenzen und nun war heute nur noch eine Penumbra im p-Teil vorhanden. Sie umfasste nur einen Fleck, ein zweiter stand – außerhalb des Hofgebietes – daneben, der Rest befand sich im f-Teil.

Das aktuelle Bild der Sonne im »Eisenlicht« bei der Wellenlänge von 131 Angström (Fe XX und Fe XXIII) weist auf ein trotz der beginnenden Auflösung immer noch sehr aktives Gebiet hin. Das könnte heute noch spannend werden.

Das Hα-Licht zeigte im Bereich der AR 12699 eine Zweiteilung sowie etwas weiter nördlich davon eine schöne, fast aufrecht stehende, Protuberanz, noch weiter nördlich zwei aufrecht stehende Streamer sowie südlich einen großen Wirbel. Die Zählung ergab für heute 3 Protuberanzen, 1 Flaregebiet und 5 Filamente, die zum Teil sehr randnah standen.

Meine Vorhersage, dass die nächsten Tage wohl eher fleckenfrei sein werden, könnte sich bestätigen, denn die gesamte Osthälfte der Sonne war im Hα-Licht frei von jeglicher Form solarer Aktivitätserscheinungen. Seit dem 10. Februar wurden auch keine Flares mehr registriert. Ob man die kommende Periode fleckenfreier Tage wird verfolgen können, hängt aber, wie eingangs schon vermerkt, vom Wetter ab.

Mittwoch, 14. Februar 2018

Sonne am 14.2.2018

Möglicherweise zum vorerst letzten Mal – die Wetteraussichten sind im wahrsten Sinne des Wortes erst einmal trübe – konnte ich gleich nach dem Aufstehen mit der Sonnenbeobachtung beginnen, bei leider deutlich schlechterem Seeing als gestern. Zumindest blieben mir einige kurze Momente, in denen sich die Luft etwas beruhigte.

Die AR 12699 hatte sich binnen eines Tages dramatisch verändert und war größtenteils in sich zusammengefallen. Sie besaß nur noch eine richtige Penumbra und zwei kleine, nur noch rudimentäre Hofgebiete. Die vielen kleinen Flecken zwischen den Polen waren weitgehend verschwunden. Die Gesamtzahl ihrer Flecken ging auf 8 zurück. Sie verteilten sich auf 5 in den Penumbren und 3 außerhalb davon, quasi als Anhängsel des f-Teils.

Das aktuelle Magnetogramm zeigt zwar weiterhin immer noch eine großflächige und komplexe Struktur auf, die aber stark geschrumpft ist. Gleiches Bild für den Anblick unseres Tagesgestirns im Lichte des Eisens (Fe XX und Fe XXIII).

Im Hα-Licht war das Flaregebiet ebenfalls kleiner geworden, ein weiteres, allerdings gleichsam winziges, hatte sich nordöstlich davon gebildet. Die Randaktivität der Sonne beschränkte sich zudem auf 2 kleine Mini-Protuberanzen, während auf der Oberfläche 8 Filamente zu sehen waren. Insgesamt gesehen hatte sich die Aktivität der Sonne in diesem Wellenlängenbereich aufgrund der Sonnenrotation weit nach Westen verschoben. Auf der Osthälfte gab es bis auf 3 kleine und nur sehr schwach ausgeprägte Filamente nichts mehr zu sehen. Hier stand lediglich eine der beiden Protuberanzen am Sonnenrand. Erwähnenswerte Flares hat die nun bald über den Westrand hinaus verschwindende Gruppe keine mehr produziert.

Mit der teilweisen Auflösung der AR 12699 scheint die Gesamtaktivität der Sonne wieder auf das Niveau der vorherigen Tage abzufallen. Man darf weiter gespannt sein, wann die nächste Fleckengruppe auftaucht und wie viele fleckenfreie Tage bis dahin vergehen werden.