Samstag, 19. August 2017

Sonne vom 15.-19.8.2017

Zwischen der letzten und der heutigen Sonnenbeobachtung liegen schon wieder mehrere aufeinder folgende Ausfalltage aufgrund schlechten Wetters, so dasss ich die rasante Entwicklung der neuen AR 12671 nicht aus eigener Anschauung mitverfolgen konnte. Und selbst heute waren die äußeren Bedingungen miserabel: heftiger Wind, der selbst durch das in Richtung Osten liegende Dachfenster hereinwehte und ein Seeing, das negativer kaum sein konnte. Die Oberfläche blubberte munter vor sich hin und ein klar definierter Sonnenrand war trotz blauem Himmel nicht auszumachen.

Die AR 12671 hatte sich binnen weniger Tage zu einer imposanten F-Gruppe entwickelt, die heute 33 Flecken aufwies. Die Penumbren waren zwar weniger beeindruckend, dafür aber die enorme Länge der Gruppe. Ein Versuch, die Gruppe mit meiner Sonnenfinsternisbrille mit bloßem Auge zu erwischen, scheiterte kläglich.

Im Hα-Licht störte das miese Seeing nur wenig und so konnte ich am Rand 5 kaum auffällige Protuberanzen erkennen, während auf der Oberfläche ein großes Flaregebiet bei der AR 12671 zu sehen war. Die Zahl der Filamente war mit 9 Exemplaren zwar ganz ordentlich, doch waren sie alle insgesamt unauffällig, punkt- oder flatschenförmig. Nur zwei kleine Filamente, darunter ein Mini-Bogen, konnte bei der großen Fleckengruppe gefunden werden. Ansonsten war die Sonnenoberfläche im Hα weitgehend erscheinungsfrei. 

Montag, 14. August 2017

Sonne am 14.8.2017

Eigentlich wäre die heutige Beobachtung kaum der Rede Wert. Bei fast wolkenlosem Himmel – mit nur einigen, kaum störenden Wolken – war sogar das Seeing ganz ordentlich, doch entgegen meinen ursprünglichen Erwartungen war ie Sonne heute nicht fleckenfrei!

Im weißlicht zeigte sich am Ostrand eine kleine J2-Gruppe in einem mehr oder weniger auffälligen Fackelfeld, während der Rest der Sonne keinerlei Aktivität aufwies. Zu dem einen Fackelfeld kamen noch 3 kleine hinzu.

Die Überraschung gab es dagegen im Hα-Licht: An der Position der neuen Fleckengruppe, die derzeit noch keine NOAA-Nummer erhalten hat, war ein heller Flare zu sehen! Den Sonnenrand zierten zudem 10 unterschiedlich auffällige Protuberanzen, während auf der Oberfläche kaum Filamente zu sehen waren. Ich fand ledigleich 5 Stück und die auch nur nahe des Ost-, bzw. Westrandes. Ohne den Flare wäre es eine durchschnittliche Beobachtung geowrden. Die Sonne ist halt immer wieder für Überraschungen gut!   

Sonntag, 13. August 2017

Sonne vom 6.-13.8.2017

Seit meinem letzten Blogeintrag für den 5.8.2017 hat sich auf der Sonne nicht wirklich viel getan. In dem 8 Tage umfassenden Zeitraum, der seit dem vergangen ist, hatte ich leider auch wieder 2 Ausfalltage aufgrund schlechten Wetters zu beklagen. Das sind jetzt schon fast genauso viel wie im gesamten August 2016 …

Die Aktive Region 12670 ist seit dem ruhig mit der Sonnenrotation über den erdzugewandten Teil unseres Tagesgestirn »gewandert«. Anfangs hatte sie noch einen kleinen f-Teil, der sich aber bald auflöste und an einem Tag für wenige Stunden neu bildete. Zuletzt war sie nur noch ein J-Gruppe – nach der Waldmeierklassifikation – mit einem von einer Penumbra umgebenden Fleck. Am heutigen 13. August 2017 dürften wir sie das letzte Mal gesehen haben, denn sie steht gegenwärtig sehr nah am Westrand und wird morgen wegrotiert sein. Eine neue Fleckengruppe ist derzeit nicht in Sicht.

Die Aktivität im Hα-Licht war unterdessen ein wenig höher, vor allem, was die Zahl der Protuberanzen am West- und Ostrand anging. Oft genug waren sie auch in Flaregebiete eingebettet. Eine im Weißlicht sichtbare Fleckengruppe war an dieser Stelle jedoch nicht auszumachen. Es gab nicht mal einen nennenswerten Flare in der ersten Hälfte des Monats August. Am heutigen Tag sind am Rand der Sonne 8 zum Teil wirr strukturierte Protuberanzen zu sehen, während die meiste Aktivität auf der Oberfläche nahe dem Westrand zu finden ist: hier steht das einzige Flaregebiet. Eine der insgesamt 5 Filamente geht hier gerade in eine Protuberanz über, die restlichen sind punkt- und flatschenförmig und nur sehr schwer zu finden, da sie nur einen geringen Kontrast gegenüber der Oberfläche aufweisen. Die weitaus größten Teile der sichtbaren Sonnenoberfläche sind dagegen erscheinungsfrei!

Samstag, 5. August 2017

Sonne am 5.8.2017

Ganz allmählich komme ich jetzt wieder in die Phase, wo die Sonnenbeobachtung an meinem üblichen Standort problematisch wird. Durch die höher gewachsenen Bäume kann ich vor 8:10 Uhr jetzt nicht mehr beobachten – früher war das mal kurz nach 6 Uhr möglich – und wenn man denn noch vom Wetter im Stich gelassen wird, ist der Frust doppelt. Voller Freude baute ich also mein Teleskop auf dem Dachboden auf, da aus Richtung Westen ein großes Wolkenloch heranzog. Doch es kam, wie es nach Murphy wohl kommen musste: es zog exakt an der Sonne vorbei und ich konnte es nicht nutzen. Nur ab und zu konnte ich durch eine dünnere Wolkenschicht hindurchsehen. Mehr war nicht möglich, denn jetzt ist der Himmel wieder völlig dicht …

Im Weißlicht ist die AR 12670 auch heute Morgen die einzig wahrnehmbare Fleckengruppe, die sehr statisch ist und sich seit ihrem Erscheinen am 2. August praktisch nicht verändert hat. Fackelfelder gab es anscheinend auch keine, zumindest konnte ich sie durch die dünnen Wolken nicht erkennen.

Im Hα-Licht machte die Beobachtung keinen Spaß. Die Sonne wirkte hier sehr blass, es waren kaum Einzelheiten zu erkennen. Am Rand erkannte ich mit Mühe 6 Protuberanzen, auf der Oberfläche 1 großes Flaregebiet bei der AR 12670 und 8 Filamente. Nur eines davon – ein kleiner Bogen über der Fleckengruppe – war nicht punkt- oder flatschenförmig. Am Westrand stand eine kleine Filamentkette.

Alles in allem eine Beobachtung, die nur der Gewinnung von Zahlen, aber nicht dem persönlichen Genuss diente.

Freitag, 4. August 2017

Sonne am 3. und 4.8.2017

Der Beobachtungsmonat startete erst einmal mit zwei Ausfalltagen aufgrund schlechten Wetters und verpasster Gelegenheiten. Auch die Beobachtung am 3. August fiel fast Dauerregen und Sturm zum Opfer, wobei ich allerdings zwei lang auseinander liegende Kurzzeit-Wolkenlücken nutzen konnte. Heute war das ein klein wenig anders, es bestand ausreichend Zeit für eine vernünftige Beobachtung, dafür stürmt es jetzt wieder, wo diese Zeilen entstehen … An beiden Tagen war zumindest das Seeing recht ordentlich.

Nachdem ich das Wiedererscheinen der AR 12665 als AR 12670 am 2. August verpasst hatte, konnte ich die Gruppe im Weißlicht immerhin am 3. das erste Mal sehen. Sie war nur ein schwacher Abglanz der letzten Sichtbarkeitsperiode und gestern wie heute nur noch eine C2. Eine weitere Fleckengruppe konnte nicht ausgemacht werden.

Im Hα-Licht konnte an beiden Tagen eine deutliche Aktivitätssteigerung im Zusammenhang mit der AR 12670 nachgewiesen werden, zumal das aktuelle Magnetogramm eine deutlich komplexe Struktur im Umfeld der Gruppe ausweist. Gab es gestern noch 6 kleine und einzeln stehende Protuberanzen sowie 5 kleine Filamente und 1 Flaregebiet zu sehen, waren es heute schon 12 Protuberanzen – die meisten davon am Ostrand (!) - und wie gestern 5 punktförmige Filamente und ein ausgedehntes Flaregebiet rund um die AR 12670. Hier dürfte für die kommenden Tage noch einiges an Aktivität zu erwarten sein, vorausgesetzt, die Gruppe fällt nicht binnen kurzem in sich zusammen, was für die aktuelle Phase des ausgehenden 24. Fleckenzyklus nicht ungewöhnlich wäre.

Sonntag, 30. Juli 2017

Sonne vom 22.-30.7.2017

Seit meiner letzten Beobachtung hatte sich im Berichtszeitraum bei der Sonnenaktivität praktisch nicht getan. Aufgrund des schlechten Wetters der letzten Tage schaffte ich in den letzten 8 Tagen nur 5 Beobachtungen. Im Vergleich zum Juli 2016 gibt es also abermals ein dickes Minus an Beobachtungen, da ich dort satte 30 Tage schaffte.

Das Seeing in der letzten Woche war trotz der heftigen Wetterereignisse noch ganz gut, die Sonnenaktivität allerdings weiterhin gering. Die AR 12668 war ab Mittwoch als A1 zu, löste sich aber bald wieder auf. Ähnlich erging es der 12669, die am 29. deutlich als A1 zu sehen war und heute im Laufe des Tages wieder zerfallen ist. Heute Morgen konnten noch zwei GvA-Sonnenbeobachter an der Stelle zwei Gruppen sehen – eine A und eine B -, doch am Nachmittag waren sie jedoch nicht mehr zu erkennen. Ich hatte leider das Pech, dass zum fraglichen Zeitpunkt, an dem ich sonst auf dem Dachboden beobachten konnte, ein Gewitter samt heftigem Regen mir quasi die Sicht nahm. Als die Sonne dann endlich raus kam, war der Himmel nicht blau, sondern weiß und verschleimt. Der Syph hielt bis zum späten Nachmittag an und als ich nach mehreren erfolglosen Versuchen endlich beobachten konnte, waren die Gruppen verschwunden.

Im Hα-Licht ging die Aktivität auch stark zurück, es gab nur noch kleine Protuberanzen, kaum noch Filamente und auch die Flaregebiete wurden immer schwächer. Am heutigen Nachmittag waren nur noch 4 Mini-Protuben und 4 punktförmige Filamente, aber keine Flaregebiete mehr zu sehen. Die Sonne befindet sich derzeit wieder mal in einem Aktivitätsloch und man darf gespannt sein, wie lange dieses noch andauern wird.

Freitag, 21. Juli 2017

Sonne vom 17.-21.7.2017

Die Sonnenaktivität der letzten Tage verlief wie erwartet, denn nach dem die Aktiven Regionen 12665 und 12666 hinter dem Westrand verschwunden waren, waren am Ostrand keine neuen mehr herum rotiert. Unterschiedlich waren nur die Rahmenbedingungen bei der Beobachtung: mal stark bewölkt mit kleinen Wolkenlücken, mal sonnig. Das Seeing war an allen Tagen vergleichsweise gut, was vor allem der Beobachtung im Hα-Licht zugute kam.

Im Weißlicht gab es seit letzten Montag nämlich nichts zu sehen, die Sonne war fleckenfrei und in der gleichen Zeit ging auch die Aktivität im Hα-Licht spürbar zurück. Es wurden keine großen Flaregebiete mehr gesichtet. Die heutigen zwei waren nur schwach zu sehen: die eine punkt-, die andere flächenförmig. Bei den Protuberanzen sah es nicht besser aus. Anfangs noch von ordentlichem Durchmesser, waren sie zuletzt klein, mickrig und bei schlechtem Seeing fast gar nicht zu sehen. Und auch die Filamente nahmen sich vornehm zurück. Nur ab und zu war mal ein größeres Exemplar zu sehen. Kurzum: Die Sonne gab schon mal einen Ausblick auf das vor ihr liegende Minimum!