Donnerstag, 25. August 2016

Sonne am 25.8.2016

Das durchgängig schöne und heiße Sommerwetter tat den Beobachtungsbedingungen auch heute nicht wirklich gut, dennoch gab es Momente, in denen ich tatsächlich ein scharfes Bild im Okular erkennen konnte.

Im Weißlicht ging die ruhige Aktivität der Sonne weiter: die gestern noch etwas weiter vom Westrand entfernt stehende AR 12578 war nicht mehr zu sehen und hatte sich aufgelöst. Man hätte sie sonst in dem dort stehenden hellen Fackelfeld sehen müssen. Noch vorhanden war dagegen die AR AR 12579, die heute nur noch der Klasse C angehörte und daher eine C7 war. Die AR12580 gab es ebenfalls noch: sie war weiter eine J1. Neu hinzu gekommen ist dagegen eine kleine C5 auf der Nordhalbkugel im Osten. Allen Gruppen war gemein, dass sie keine auffälligen Penumbren ausgebildet hatten, sondern nur etwas dunkler erschienen als die übrigen Flecken.

Dem ruhigen Bild der Sonne hatte sich die Sicht im H-alpha-Licht ebenfalls angepasst. Am Rand gab es nur 7 kleine Protübchen und nur im Nordwesten war ein größeres Teil zu sehen. Der Rest lugte kaum über den Rand rüber. Vier mehr oder weniger helle Flaregebiete, deren Positionen mit denen der (ehemaligen) Flecken im Weißlicht identisch war. Darüber hinaus zählte ich noch 12 kleine Filamente, die allesamt ebenfalls wenig spektakulär aussahen. Also: Nichts Neues unter auf der Sonne.

Mittwoch, 24. August 2016

Sonne am 24.8.2016

Endlich mal ein Tag, an dem ich nicht mit den Wolken kämpfen musste, um beobachten zu können. Leider gab es da ein paar Cirren, die nervten und für schlechtes Seeing sorgten. Zeitweise hatte ich echte Probleme beim Scharfstellen und konnte Strukturen kaum identifizieren.

Im Weißlicht konnte ich keine großen Veränderungen zu gestern feststellen: die AR 12578 war eine C2, die 12679 eine D10 und die 12580 eine J1. Typisch für die aktuelle Phase eines zu Ende gehenden 24. Sonnenfleckenzyklus, wo mit sich rasch entwickelnden Aktivitätszentren nur noch selten zu rechnen ist.

Im H-alpha-Licht bot sich auch fast das gleich Bild wie gestern. Die drei Fleckengruppen waren hier die Orte, wo auf der Oberfläche die drei einzigen Flaregebiete standen. Abermals zählte ich 14 Filamente – im Nordosten war lediglich ein kleiner Bogen zu sehen -, die überwiegend wieder klein und matschig erschienen. Am Sonnenrand fand ich heute auch nur noch 5 Protuberanzen: 1 kleiner Bogen im Westen, ein Büschel im Osten, drei Spritzer im Osten und eine kleine flächige Erhebung im Nordwesten. Aufregend war es nicht, was ich da im PST zu sehen bekam.

Dienstag, 23. August 2016

Sonne am 23.8.2016

Es war ein mühseliges Geschäft: am Nachmittag klarte der Himmel nach gut zwei Tagen endlich mal wieder auf, doch kaum hatte ich meine Haustür erreicht, zogen wieder Wolken vor die Sonne und beendeten erst einmal jede Hoffnung. Zwischendurch tauchten kleine Lücken auf, die reichten aber nicht einmal aus, um das Teleskop vernünftig auszurichten. Erst zwei Stunden später kam eine größere Wolkenlücke, doch so richtig klar wurde es nicht, der Himmel war weiß statt blau, was sich erst am Abend ändern sollte. Das Seeing war entsprechend mittelmäßig, aber noch ganz gut brauchbar.

Mal wieder einen Ausfalltag gehabt und schon hatte sich das Bild der Sonne im Weißlicht entscheidend verändert: Am Ostrand stand auf der Südhalbkugel die neue AR 12380 als J1 in einem großen Fackelfeld. Weiter westlich und im Norden war die ebenfalls neue AR 12579 als kräftige D 10 zu finden. Nahe des Westrandes entdeckte ich noch eine nummernlose B4.

Für die Beobachtung im H-alpha-Licht reichte die Wolkenlücke dann nicht mehr und ich musste nochmal eine gute halbe Stunde warten, bis ich auch hier zu einem Ergebnis kam. Spektakulär war es nicht, was ich zu sehen bekam: 10 winzige Protübchen am Rand, 3 Flaregebiete, aber immerhin 14 Filamente auf der Oberfläche. Letztere durfte man sich nicht als große geschwungene Bögen vorstellen, sie waren ebenfalls – wie zu Minimumszeiten üblich, winzig, punkt- oder matschförmig und ein Zeichen für die schwächer werdenden lokalen Magnetfelder auf der Sonne, die diese kleinen Filamentchen verursachen und nicht mehr die Kraft besitzen, größere Strukturen auszubilden. Mit dem Zyklus geht es langsam zu Ende, das merkt man besonders bei den Filamenten!

Sonntag, 21. August 2016

Sonne am 21.8.2016

Der Tag begann sehr sonnig und ich freute mich schon auf die Beobachtung, bis etwa 10 Minuten bevor die Sonne neben den Bäumen – richtig gelesen, nicht mehr über, sondern jetzt aufgrund des niedrigeren Sonnenstandes wieder seitlich davon – rauskommen würde, Wolken kamen und die Hoffnung beendeten. Fast der gesamte Himmel – soweit ich ihn überblicken konnte – war wolkenfrei und nur in Sonnenrichtung stauten sich die Wolken. Es dauerte nahezu eine halbe Stunde, bis sich die Situation besserte und mit einem Mal war auch nach Südosten hin der Himmel blau und wolkenlos … und das Seeing hundsmiserabel. Zunächst. Es besserte sich zwar ein wenig, doch gut wurde es während der ganzen Beobachtung nicht.

Im Weißlicht konnte ich daher auch die verbliebene AR 12578 nicht mehr sehen. Anhand von Satellitenaufnahmen war zu sehen, dass sie noch da war, doch meine schlechten Beobachtungsbedingungen machten es unmöglich, sie zu finden. Auch als das Seeing einen kurzen Augenblick lang besser wurde, gelang mit das Erkennen nicht. Ich suchte noch den blubbernden Sonnenrand ab, konnte da aber auch keine neuen Flecken sehen, nur zwei ganz kleine Fackelfelder.

Wie immer war im H-alpha-Licht bedeutend mehr Aktivität zu beobachten. Am Sonnenrand erkannte ich 9 Protuberanzen: kleine Bögen, pyramidenartige Erhebungen und über dem Westrand eine kleine schwebende Wolke. 2 Flaregebiete – das gestern noch sehr hell leuchtende im Umfeld der AR 12578 hatte sich deutlich abgeschwächt – und 7 stummelartige Filamente. Dennoch waren weite Teile der Oberfläche auch heute wieder erscheinungsfrei.

Samstag, 20. August 2016

Sonne am 20.8.2016

Vor dem Frühstück gab es heute »Murphys Klassiker«: Fast der ganze Himmel war wolkenfrei, nur nicht in Richtung Sonne. Dort türmten sich die träge dahin ziehenden Wolken. Es gab aber durchaus kurze Abschnitte, wo mal keine Wolken durch das Bild im Okular zogen und in denen man bei miesem Seeing gerade mal so eben noch was sehen konnte.

Viel war das allerdings nicht: im Weißlicht fand ich nur noch die AR 12578 in der Mitte der Sonnenscheibe als B2 sowie ein paar interessante Fackelfelder. Eines am Ostrand durchsuchte ich genauer, weil sich darin leicht mal randnahe A-Flecken verbergen können. Leider fand ich da auch nichts und der Fleckenkomplex der letzten Tage war nun endgültig über den Westrand wegrotiert.

Im H-alpha-Licht hingegen fiel mir, sofern es die Wolken zuließen, sofort ein helles Flaregebiet in der Mitte der Sonnenscheibe auf. Es befand sich an der Position der AR 12578 und war hier wesentlich größer. Kommt hier heute noch ein Flare hoch, bestehen gute Aussichten auf Polarlichter in den kommenden Nächten, die allerdings jetzt auch nicht mehr so kräftig ausfallen, wie zu Zeiten des Maximums. Ansonsten war die Aktivität hier ebenfalls weiter zurück gegangen. Auf der Oberfläche fand ich neben dem Flaregebiet 6 kleine, stummelartige Filamente und am Rand 6 winzige Protuberanzen, von denen nur eines im Süden einen kleinen Bogen bildete und der Rest mal als kleiner Strich, mal als undefinierbares »Etwas« über den Rand schaute.

Donnerstag, 18. August 2016

Sonne am 18.8.2016

Langsam kann man sich fragen, was mit unseren Wettervorhersagen los ist. Da war für heute ein sonniger Tag mit warmen Temperaturen angekündigt worden und es trat genau ds Gegenteil ein. Erst am frühen Abend zeigte sich das erste Mal die Sonne. Zuvor waren die mehr oder weniger großen Wolkenlücken stets in der falschen Himmelsrichtung erschienen. Und auch bei »meiner« Lücke konnte ich nur den äußersten Zipfel kurz nutzen, während der Himmel westlich davon fast völlig wolkenlos war. Entsprechend wenig Zeit hatte ich für die Beobachtung. Unterstützt wurde ich allerdings durch recht gutes Seeing.

Im Weißlicht war der neuerliche Einbruch der Aktivität nicht mehr zu übersehen. Je mehr sich der großen Fleckenkomplex, der das Geschehen der letzten tage bestimmt hatte, dem Westrand annäherte, desto stärker löste er sich auf. Neben der südlicher stehenden AR 12576 als J2 – heute mit zwei deutlich getrennten Penumbren – war nur noch die AR 12574 vorhanden sowie der südlich davon stehende Einzelfleck, der die ganze Zeit ohne eigene Nummer geblieben war. Beide klassifizierte ich jeweils als J1. Im Osten war dann noch die AR 12578 als B4 zu finden.

Nirgend war der Aktivitätsrückgang so sehr zu bemerken wie im H-alpha-Licht: am Rand gab es nur noch 7 Protuberanzen und nur 3 fielen davon überhaupt auf den ersten Blick auf. Zwei am Westrand – sie glichen auffällig den von vielen Aufnahmen aus der afrikanischen Savanne her bekannten Bäumen mit der flachen Krone – und eine am Ostrand, die wie ein kleiner Busch geformt war. Die restlichen 4 waren nur als ganz kleine Spitzen zu erkennen. Auf er Oberfläche entdeckte ich dagegen 5 Flaregebiete, von denen 4 am Westrand standen sowie 5 Filamente. Eine kleine Kette gab es im Norden, einen Stummel im Osten und drei unmerklich größere am Westrand, was zur Folge hatte, dass abermals weite Teile der Sonnenoberfläche im H-alpha erscheinungsfrei waren. Da deutet sich eine weitere Phase schwacher Sonnenaktivität an, wie sie in den letzten Monaten öfters zu bemerken war.

Mittwoch, 17. August 2016

Sonne am 17.8.2016

Erstaunlicherweise hatte sich das Wetter positiver entwickelt als vorhergesagt. Danach sollte es ab 13 Uhr zuziehen und erst nach 20 Uhr wieder klar werden. Nur meine private Nervwolke war wieder da: kaum hatte ich das Teleskop aufgestellt und ausgerichtet, zog sie vor die Sonne und blieb dann dort für längere Zeit. Aber irgendwann war auch sie weitergezogen und ich konnte endlich mit der Beobachtung beginnen. Das Seeing war zwischen gut und mittelmäßig, aber noch brauchbar.

Im Weißlicht hatte sich nun doch einiges verändert, denn das westlich des Sonnenmeridians stehende Flecken-Konglomerat hatte sich weitgehend aufgelöst. Die AR 12575 war nach einem Tag schon wieder verschwunden und die 12577 nur noch eine A1. Die AR 12574 war wie die darunter stehende nummernlose Gruppe jeweils eine J1 und die AR 12576 eine J2. Im Osten hatte sich die AR 12578 zu einer B2 weiterentwickelt, sodass heute insgesamt nur noch 5 Gruppen zu sehen waren.

Im H-alpha-Licht war denn auch ein deutlicher Aktivitätsrückgang zu beobachten: die große Protuberanzen-Rampe am Westrand hatte sich aufgelöst und einen schönen Bogen sowie eine kleine flächige Erhebung hinterlassen. Im Südwesten stand ein kleiner Büschel. Am Ostrand war von der großen aufsteigenden Protuberanz nur noch ein dünner Faden zu sehen und ein paar sehr kleine Spitzen zu erkennen. Am Ende kam ich hier auf 8 dieser Erscheinungen. Auf der Oberfläche konnte ich neben 5 Flaregebieten 7 kleine Filamente sehen und abermals waren die nördlichen und südlichen Zonen hier nahezu erscheinungsfrei. Die Sonne wirkte leer und beinahe aufgeräumt.